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Olbertz zum neuen HU-Präsidenten gewählt Drucken E-Mail
Geschrieben von Florian Sander   
Dienstag, 20. April 2010

Am Dienstag, den 20. April, wählte das Konzil der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) den einzigen Kandidaten Jan-Hendrik Olbertz zum neuen Präsidenten der Universität. Der Kultusminister von Sachsen-Anhalt erhielt 49 von 57 Stimmen.

Der amtierende Präsident Christoph Markschies wird für den Nachfolger sein Amt bereits zum 18. Oktober 2010 niederlegen. Er wolle seinem „in jeder Hinsicht überzeugenden Nachfolger“ zum Wintersemester einen Einstieg „mit voller Fahrt“ ermöglichen. Die von Markschies im Vorhinein angestrebte Doppelspitze ist damit vom Tisch. Den Antrag für die dritte Förderlinie der Exzellenzinitiative, der bereits zum 1. September eingereicht werden muss, wollen Präsident und Nachfolger allerdings gemeinsam unterzeichnen. Der Misserfolg des ersten Antrags hatte die Amtszeit von Markschies entscheidend geprägt.

Als frisch gewählter „Designatus“ lobte Olbertz die Identifikation aller Universitätsangehörigen mit der HU und unterstrich seinen Anspruch, die Lehre zu einem zentralen Projekt seiner Amtszeit zu machen: „Die Universität ist primär für die Studierenden da“, sagt der 55-Jährige. Im Rahmen der angestrebten Umgestaltung des Präsidialbereichs möchte er deswegen auch die Verantwortungsbereiche „Internationales“ und „Studium“ trennen. Bisher erledigte Vizepräsident Uwe Jens Nagel beide Aufgaben. Für das umstrittene Thema der Profilbildung wünscht Olbertz sich mehr „komplementäre Kooperation“ der Berliner Hochschulen. Es sollen „nicht alle alles im Mittelmaß machen“.

Sein Amt als Kultusminister in Sachsen-Anhalt will der zukünftige Präsident vor dem Sommer niederlegen, um sich auf die neuen Aufgaben vorbereiten zu können. Für diese Zeit hat sich Olbertz eine „Reise durch die Universität“ vorgenommen, um die Fakultäten und Institute und seine Aufgabenbereiche kennenzulernen. Bis dahin wird er allerdings nur ein bis zwei Tage pro Woche in Berlin sein. Im Laufe des Jahres möchte er mit seiner Familie in die Hauptstadt umziehen.

Kommentare
Neuer Kommentar
Andreas   |21.04.2010 21:27:56
Na mal abwarten, ob die Wahl so gelungen war...
Jacob   |05.05.2010 08:28:36
Hauptsache der wird schnell und endlich im Sinne der Studenten umfassend
sinnvoll aktiv. Denn während Deutschland auch die Studenten den Banken und damit
ihrer Knechtschaft unterwirft, schaffen die USA die Privatbankfinanzierung ab
und bauen die staatliche Studienkreditvergabe massiv aus:
http://www.zeit.de/2010/18/C-Stipendiengesetz

Aber die passiven und naiven
Deutschen lasen es ja mit sich machen und sich nach jeder politischen Laune
manipulieren, sei sie in ihren Folgen noch so negativ, so auch schon beim
Bachelor, denn während die USA immer mehr Kombinationsstudiengänge ihres
4!-jährigen Bachelor und des anschließenden Master zusammen anbietet und damit
Diplom-Magister-Staatsexamensstudiengänge sogar im Umfang überbietet, rennen die
deutschen passiven Schafe in ihre simplen dreijährigen Prekariatsausbildungen
Bachelor anstatt für mehr Sinnhaftigkeit im Bildungssystem und realistische
Chancen auf Bildung und echte Studiengänge zu demonstrieren. Fazit: Das
Turbo-Abi bringt heute auch keine freien und kritisch denkenden Menschen mehr
hervor, wirklich arm und fatal in den Auswirkungen.
Jacob   |05.05.2010 09:05:44
Und wer sich noch etwas umfassender über die Umstellung der Universität von
einer ehrenwerten Bildungseinrichtung zu einem simplen Wirtschaftsbetrieb
informieren möchte, kann dies sehr gut hier tun: nachdenkseiten.de/?p=3726 ,
denn es ist oft nicht alles so, wie es bloß scheint, genau das aber lernen
Studenten heute nicht mehr.
Jacob   |05.05.2010 09:14:13
der komplette link ist: www.nachdenkseiten.de/?p=3726
Emil Education   |12.05.2010 10:09:26
Zum heißen Bildungsthema veranstaltet das Humboldt Forum W ein Symposium
"Wa(h)re Bildung
Emil Education   |12.05.2010 10:10:26
...und weiter gehts mit dem abgeschnittenen Eintrag:

...Von der
Wissensgesellschaft zur Wissenswirtschaft?" (www.hufw.de). Wenn man die
Details liest ist einem jedoch klar, dass es hier nicht um intellektuellen
Gedankenaustausch, sondern verbale Mainstreamtrivialia auf Hauptschulniveau
geht. Billige headlines wie "Humankapital im Wettbewerb" sollen den
1.Sem. locken und auf einen küsntlichen Wettbewerb des Bachelor-Unwissens
fixieren. Um auch eine kritische Diskussion zu gewährleisten, sollten dort
eigentlich auch ein paar intellektuelle Diskutanten anderer Studienrichtungen
vorbeischauen.
Emil Education   |12.05.2010 10:28:53
Zum Glück gibt es noch die denkenden (angehenden) Akademiker:

Schluss mit dem
Schavansinn, Der Berliner Gegengipfel am 17. Mai, die Details:
http://web191.srv7.sysproserver.de/hu/2010/05/06/schluss-mit-dem-schavansinn-der
-berliner-gegengipfel-am-17-mai

"Mit dem Gegengipfel "Schluss mit dem
Schavansinn" soll ein inhaltlicher Gegenpol zum Bolognagipfel gesetzt werden
und eine ernsthafte Diskussion stattfinden, bei der wir Alternativen aufzeigen
und erarbeiten wollen. Zusammen mit verschiedenen "ExpertInnen" und
Studierenden wollen wir die Ergebnisse der BolognaKonferenz analysieren und und
diskutieren. An der HU ist für den 17. Mai ein "Dies Academicus" vom
Akademischen Senat beschlossen worden"
Henrik  - Fremdbestimmtes Humankapital   |14.05.2010 18:45:04
Zu "Humankapital im Wettbewerb":

Jaja, die Miss-Wirtschafter sind sich
auch für kein intellektuelles Armutszeugnis zu schade, besonders armselig ist,
dass es schon so früh an der Uni beginnt und sie sich ihrer freiwillig gewählten
Rolle als fremdbestimmtes Humankapital nie bewusst werden.
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