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Bologna statt Seminare Drucken E-Mail
Geschrieben von der UnAuf-Redaktion   
Sonntag, 16. Mai 2010

Am Montag, den 17. Mai, müssen Studierende der Humboldt-Universität nicht in Seminare und Vorlesungen. Der Grund: Der Akademische Senat der HU hat einen Dies Academicus ausgerufen. Alle Angehörigen der Universität sollen die Möglichkeit haben, über die Bologna-Reformen zu diskutieren.

Von 9 Uhr bis 13 Uhr wird die offizielle Bolognakonferenz live übertragen. Im Anschluss wird ab 14 Uhr ein einstündiger Gegengipfel abgehalten, auf dem die Veranstalter die Konferenz vom Vormittag aus studentischer Perspektive auswerten wollen. Bis 18 Uhr können Studierende und Universitätsangehörige sich in einer offenen Diskussion austauschen.


Auch die Fakultäten und Institute bieten Veranstaltungen an. So fragt das Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, wie viel Bologna sie vertragen. Die Philosophische Fakultät II, die Fakultät der Wirtschaftswissenschaften sowie das Institut für Physik bieten ebenfalls unterschiedliche Diskussionsrunden an.


Das aktuelle Programm findet ihr hier:


Die UnAufgefordert wird euch auf dem Laufenden halten und zum Dies Academicus bloggen.

Kommentare
Neuer Kommentar
Chris   |17.05.2010 13:13:43
Die Meldung kam etwas kurzfristig.

Es wird Zeit, dass diese untauglichen
Modul-Bachelor, die sich max. auf Vordiploms-Niveau bewegen und nirgendwo
akzeptiert werden, sofort abgeschafft werden. Diese menschen-manipulative
Testphase aufgrund der willkürlichen politischen Entscheidung unfähiger
Bildungspolitiker dauert nun schon zu lange an.
Chris   |17.05.2010 13:24:27
Die Studierenden haben keine Zeit mehr, noch länger zu warten. Eine halbherzige
ReReform des Bologna-Blödsinns ist unmöglich, die modulhaften Pseudoabschlüsse
gehören sofort abgeschafft und die bewährten Titel Diplom, Staatsexamen und
Magister wieder eingeführt.

Sehr klare Worte finden auch die Grünen in ihrer
Pressemitteilung zum Pseudo-Bologna-Treffen:
http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&comefro
m=scan&r=410641

"Es bleibt das Geheimnis von Bundesbildungsministerin
Schavan, wie in läppischen vier Stunden einschließlich Kaffeepause auch nur ein
Teil der drängenden Probleme in der Bildungs und Hochschulpolitik diskutiert
werden soll. Diese SchmalspurVeranstaltung, bei der grundlegende Fragen wie
Studiengebühren, die soziale Schieflage beim Zugang zu den Hochschulen und die
Unterfinanzierung des Bildungssystems völlig ausgeklammert sind, ist vor allem
ein Affront gegen seit einem Jahr lautstark protestierenden Studierenden.

Dass
gemeinsam und auf Augenhöhe mit den Studierenden Lösungsansätze für sozial
gerechtere und leistungsfähigere Hochschulen erarbeitet werden sollten, war
offenbar nie beabsichtigt. Mit dieser Unverbindlichkeit offenbart die
Bundesregierung einmal mehr die mangelnde Ernsthaftigkeit ihrer großspurig
angekündigten "Bildungsrepublik", die nun auch der hessische
Ministerpräsident Koch mit seinen Vorschlägen, bei der Bildung zu sparen,
bereitwillig zu Grabe trägt. Die Signale der Wählerinnen und Wähler aus
NordrheinWestfalen, die mit ihrem Votum auch für ein gerechteres und besseres
Bildungssystem in Deutschland und entsprechende Prioritäten gerade angesichts
der angespannten Haushaltslage gestimmt haben, werden damit schlichtweg
ignoriert. Die Studierenden und Schüler aber können nicht warten, bis
Schwarz-Gelb den nächsten Denkzettel verpasst bekommt, ihre Belange müssen auch
im Interesse der Zukunftsfähigkeit unseres Landes endlich anerkannt und
ernsthaft angegangen werden.

Dazu gehört eine grundlegende Weiterentwicklung
des Bolognaprozesses und eine Reform der streng verschulten Bachelor und
Masterstudiengänge, wobei letztere allen Absolventen eines Bachelorstudiengangs
offen stehen sollten. Wir brauchen auch angesichts der doppelten AbiturJahrgänge
einen "Pakt für Studierende", der in den nächsten fünf Jahren 500.000
zusätzliche Studienplätze bereitstellt, dabei die realen Kosten des
Studienplatzausbaus und der BolognaReform berücksichtigt und den
Studienplatzmangel überwindet. Die soziale Dimension des Bologna-Prozesses muss
gestärkt werden, so dass insbesondere wesentlich mehr Kinder aus
Arbeiterfamilien den Weg an die Hochschule finden. Dazu gehören auch die
Abschaffung von Studiengebühren sowie eine sozial gerechte und leistungsfähige
staatliche Studienfinanzierung. Das Nationale Stipendienprogramm lehnen wir ab,
da es jene nicht erreichen wird, die aus finanziellen Gründen einen Bogen um die
Hochschulen machen. Vielmehr müssen die Mittel in eine Erhöhung des BAföG
fließen."
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