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Geschrieben von der Redaktion   
Samstag, 24. Juli 2010

Was ist eigentlich gute Lehre? Wie ein Gespenst, das man nicht fassen kann, geistert dieser Begriff durch die ehrwürdigen Gemäuer der Universitäten. Wir haben nachgefragt, warum in den einzelnen Fächern so gelehrt wird, wie gelehrt wird. Warum müssen sich Juristen vor dem Staatsexamen ein Jahr lang in der Bibliothek einschließen? Warum füllen Sozial- und Geisteswissenschaftler Seminare mit schlechten Referaten? Warum herrscht bei den Wirtschaftswissenschaftlern Frontalunterricht? Unser Autor Sebastian Kempkens gibt ab Seite 7 eine Antwort.  Auch beim Bildungsstreik streiten sich Studierende und Politiker, was gute Lehre ist und wie man sie umsetzen soll. Doch fragen sich die protestierenden Studierenden inzwischen selber, ob hinter dem Bildungsstreik überhaupt noch genug Elan steckt, um Änderungen durchzusetzen . Ab Seite 13 geben Lisa Crinon und Dena Kelishadi einen Überblick über die Lage. Nachdem andere Hochschulen in Berlin und Potsdam schon längst die Entschädigungen für das S-Bahn-Chaos ausbezahlen konnten, müssen HU-Studis noch warten. Das Geld soll nun bald kommen. Mehr dazu auf Seite 14. Vielleicht bringen Euch die Zusatzeinnahmen dem Traumurlaub ein bisschen näher. Es ist Sommer! Auch wir gehen in die Sommerpause. Das nächste Heft erscheint im Oktober. Wenn euch die Zeit bis dahin zu lang wird, schaut auf ­ www.unauf.de vorbei. Viel Spaß beim Lesen, am besten draußen, wünscht

 Eure UnAuf 

Kommentare
Neuer Kommentar
Scienceprotector   |25.07.2010 21:09:13
Der Bolognaschwachsinn ist unwissenschaftlich und reduziert die Gegenstände der
Lehre - Kürzlich habe ich wieder einen interessanten Wissenschaftssystem-Artikel
gelesen, "Die neuen Instrumente der Hochschulfinanzierung" von Prof. Dr.
Ulrich Karpen auf http://www.humboldt-forum-recht.de/deutsch/9-2010/index.html .
Daraus die wunderbar konkreten Aussagen: "Dabei kritisiert der Autor ganz
grundlegend den
Scienceprotector   |25.07.2010 21:10:22
Der Bolognaschwachsinn ist unwissenschaftlich und reduziert die Gegenstände der
Lehre - Kürzlich habe ich wieder einen interessanten Wissenschaftssystem-Artikel
gelesen, "Die neuen Instrumente der Hochschulfinanzierung" von Prof. Dr.
Ulrich Karpen auf http://www.humboldt-forum-recht.de/deutsch/9-2010/index.html .
Daraus die wunderbar konkreten Aussagen: "Dabei kritisiert der Autor ganz
grundlegend den "Bologna-Prozess", der als erzwungene Vereinheitlichung
des Europäischen Hochschulsystems ohne hinreichende Rechtsgrundlage einen
unangemessen hohen Preis fordert. Eben dieser "Bologna-Prozess"
verringere die Gegenstände der Lehre und entwickle "Module", die an sich
wissenschaftsfremde, technokratische Mittel sind.".
Leopold  - "Mit Recht gegen Bologna"   |02.08.2010 20:49:02
Unter dieser Überschrift findet sich ein zustimmungswürdiger Beitrag auf
http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E22F2FBDEC5AD4228AC
01CBB40C510C9C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Bologna ist schon lange
gescheitert:
"Fest steht: Der deutsche JuraStudent hält jedem Vergleich
stand, nicht nur mit ausländischen Kommilitonen, sondern auch mit Absolventen
aus anderen Ländern. Und der gewiss etwas ältliche deutsche Rechtsreferendar
muss erst recht keinen Vergleich mit ausländischen Junganwälten oder anderen
Berufsträgern scheuen. Das liegt an der systematischen und breiten Ausbildung,
die es ermöglicht, auch unbekannte juristische Probleme zu lösen. ...

Der
Juristenausbildung darf nichts aufgezwungen werden, was generell gescheitert
ist. Die Bologna-Reform hat eben nicht nur ein "Umsetzungsproblem", wie
inzwischen sogar ihre Protagonisten einsehen. Sie ist im Alltag
gescheitert."

Mehr auch auf:
http://www.jurabilis.de/index.php?/archives/2883-Mit-Recht-gegen-Bologna.html
Sesm  - Viel Wut im Spiel   |06.08.2010 14:45:25
Diese und andere Kommentare drücken - sicherlich in vielen Punkten mehr als
berechtigten - Ärger über die UMSETZUNG der Bologna-Reform in Deutschland aus.
Die Ursache hierfür liegt allerdings nicht in den ZIELEN des Bologna-Prozesses:
Diese sind ehrenwert und gehen an Schwächen des deutschen Hochschulsystems
heran, die schon seit geraumer Zeit behoben gehören. Also wäre zu fragen, WORAN
die Bologna-Reform "im Alltag" scheitert, und genau diese Gründe machen
des Pudels Kern aus. Dazu zählt auch der unhinterfragte Glaube, dass Dinge, die
in den vergangenen 50 Jahren gut waren, unverändert auch in den nächsten 50
Jahren gut sein werden... In einer veränderten Welt.
Ariel   |06.08.2010 19:13:28
Es gab keine Schwächen des deutschen Bildungssystems, dieses war in allen
Studiengängen und Abschlüssen international überragend, die simplen verschulten
Modulsysteme Bachelor und Master hingegen interessieren mit ihrer Nivellierung
der traditionellen Universität nach unten ins augenscheinlich Bodenlose schon
global und selbst bundesweit niemand.
Heu  - Bildungs- statt Wirtschaftselite   |12.08.2010 23:27:53
Ich will keinen Schwachsinnsbachelor oder Master, ich will Diplom, Magister oder
Examen!
Jost  - Appell für mehr Bildung   |15.08.2010 21:09:31
Die verschulten Bachelor und Master sind gemessen an Diplom, Examen, Magister
absolut niveaulos und international bedeutungslos, erst Recht in Deutschland.
Innerhalb kürzester Zeit wurden die ehemals überlegenen deutschen Abschlüsse
abgeschafft und durch microwellenartig erhitztes Halbwissen ersetzt - wirklich
widerwärtig.
Henrik   |30.08.2010 10:53:03
Von Bertelsmann und dem CRE war nach m.M. in der Vergangenheit nicht viel
Sinnvolles zu vernehmen gewesen, so haben sie etwa massiv die irrsinnige und
weltfremde Studienmodularisierung voran getrieben. Das scheint ihnen selbst
jetzt auch ganz langsam bewusst zu werden, obgleich die Realsituation hier noch
weit zu positiv dargestellt scheint, de facto ist es mit G12-Abi und
Bachelor-Master schlimm um das ehemalige Bildungssystem bestellt, denn nun ist
in einem Spiegel-Artikel
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,714357,00.html zu
lesen:

"Das mäßige Abschneiden ergibt sich laut den Fachleuten vor allem
daraus, dass die Bundesrepublik vergleichsweise wenig Geld in Schulen und
Hochschulen investiere." - ach ja, wen wundert es.

Man kennt das große
Problem und die Lösung, schon seit Jahrhunderten, und die Politik schläft nicht
nur weiter, sonder verschärft die Situation fortwährend - ein Narrentheater!
Johannes von Hirn   |04.09.2010 19:56:25
Finde es auch übel, dass man erst andere Systeme mit einem Modul-Bachelor
ruiniert, hier USA, und diesen Mist dann auch noch exportiert, in eine Region,
hier Europa, die als Wiege der Bildung, auch der neuzeitlichen globalen, diesen
isolierten Formalismus auf Minderniveau seit Jahrhunderten überwunden hat. Das
man damit keinen Job bekommt, halte ich nahezu für zwingend, zumindest müssen
sich solche Individuen nun konstant auf dem Markt der prekären Abschlüsse
schnöde und billig anpreisen - "Bologna" ist eine menschenunwürdige und
verachtenswerte "Reform", die in der Tat lediglich eine De- und Missform
darstellt.
Daniel   |11.09.2010 11:59:11
Wirtschaft und Politik schaffen die Jugend ab: "Streit der Woche -
Jugend
"Die Diktatur des Lebenslaufes"
http://www.taz.de/1/debatte/sonntazstreit/artikel/1/die-diktatur-des-lebenslaufe
s/

Wirklich extrem übles Teufelswerk diese Missformen des ehemals glorreichen
Bildungssystems dieheute nur noch zur Entbildung junger Menschen führen.
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