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INGE STEPHAN, HANS-GERD WINTER
Einleitung
Biografie und Werk des Sturm und Drang-Autors Jakob
Michael Reinhold Lenz (1751–1792) üben eine anhaltende
Faszination auf Schriftsteller und Künstler unserer
Zeit aus. Seine Person und sein unglückliches Schicksal,
das in Ausgrenzung und Krankheit endete, bilden immer
noch ein Identifikationsmuster, an dem Künstler
der Gegenwart Ängste und Wünsche abarbeiten
können, die ihre eigene Rolle betreffen. Dass Lenz
zu Lebzeiten in den Spielen um Macht und Geltung im literarischen
Feld unterlag, bringt ihm heute eher Sympathie ein. Entsprechend
verknüpft sich die aktuelle Lenz-Rezeption immer
noch mit der Goethe-Kritik, die im Goethe-Jahr 1999 einen
neuen Höhepunkt hatte. Viele Charakterzüge
Lenz', die auch seine literarischen Imaginationen prägen,
wie sein verqueres Verhältnis zum anderen Geschlecht,
werden heute nicht mehr unter ein moralisches Verdikt
gestellt. Seine spezifische verdrehte Kreativität,
die Tendenz zu „schraubenförmiger“ Wahrnehmung (1)
können vor dem Hintergrund einer avancierten Ästhetik
als spezifisch „modern“ und zeitgemäß empfunden
werden. Lenz' eigentümliche Que rstellung hinsichtlich
der zeitgenössischen gesellschaftlichen und ideologischen
Ordnungen und seine schon von Brecht anerkannte Sozialkritik,
verbunden mit einer Suche nach Lösungen, welche
die Literatur vergegenwärtigen könnte, bilden
eine immer noch wirksame Schreibtradition. Andererseits
kommt Lenz' ironische Distanz, die fremde und eigene
Stand punkte ernsthaft, aber auch spielerisch dekonstruiert,
bestimmten ästhetischen Postulaten der aktuellen
Postmoderne entgegen, obwohl der Autor in seinem religiösen
Ernst deutlich zeitgenössischen Denkweisen und Lebenswelten
verhaftet bleibt.
Dieser Band behandelt die Frage, wie Jakob Michael Reinhold
Lenz in unserer Gegenwart in Literatur und Literaturwissenschaft,
aber auch in Theater, Musik und Kunst und in einer Ausstellung
präsent ist, welches Bild von Autor und Werk sich
ergibt, welche Zugänge zu ihm gefunden werden, in
welchen ästhetischen und thematischen Zusammenhängen
auf Lenz rekurriert wird, wie sich die Auseinandersetzung
mit Lebens- und Werkgeschichte dieses Autors mit einem
Zugriff aufgrund unseres heutigen Bewusstseinsstandes
verbindet. So sehr Lenz inzwischen in der Wissenschaft
ein attraktiver Autor geworden ist, an dem aktuelle Fragestellungen
und Methoden verhandelt werden können, die Beschäftigung
mit ihm ist in keiner Weise so selbstverständlich
wie zum Beispiel die mit seinem bewunderten und beneideten
Vorbild Goethe. Möglicherweise liegt gerade in diesem
Un- oder Missverhältnis aber auch einer der bleibenden
Distinktionswerte, welche die Beschäftigung mit
Person und Werk immer wieder antreiben. Der Reiz dieses
Bandes liegt darin, Lenz als Gegenstand von Wissenschaftlern
und Schriftstellern mit Zugängen aus den anderen
Künsten zu verbinden.
Die Herausgeber haben schon 1984 in
dem Band „Ein
vorübergehendes Meteor“?
J. M. R. Lenz und seine Rezeption in Deutschland (2)
auf die produktive Rezeption Lenz' durch Schriftsteller
und Künstler verwiesen. Inzwischen gibt es wissenschaftliche Überblicksdarstellungen
zur produktiven Rezeption sowie eine Sammlung von Lenz-Porträtgedichten.
(3) Eine literarische oder künstlerische Auseinandersetzung
mit dem Autor Lenz und mit seinem Werk ist immer Produkt
eines Spiegelungsprozesses. Das Ergebnis sagt nicht
nur etwas über Lenz, sondern mindestens ebenso
viel über die ästhetischen Wertvorstellungen
und spezifischen Techniken der Aneignung des Verfassers
oder Künstlers aus. So wird Lenz in Kenntnis des
historischen Abstandes zugleich gegenwärtigen
Diskursen, Schreib weisen, Darstellungsformen und -techniken
eingemeindet. Auch die Wissenschaft ist bei allem Bemühen
um die historische Verortung von Autor und Werk und
um eine den Texten und ihrem Entstehungsprozess adäquate
Deutung nicht frei von aktuellen Bezügen. Ihre
Untersuchungen sind geprägt vom Kontext der jeweils
aktuellen ästhetischen, literaturtheoretischen
und -historischen Diskurse. Werner Strube spricht diesbezüglich
in seinem Aufsatz über die Kriterien der Beurteilung
von Textinterpretationen von der Standortgebundenheit
der Wissenschaftler und von ihrer Abhängigkeit
vom zu untersuchenden Bereich, wobei er sich auf ein
Zitat Karl R. Poppers beruft: "Was der Scheinwerfer
sichtbar macht, das hängt
ab von seiner Lage, von der Weise, in der wir ihn einstellen,
von seiner Intensität, Farbe und so fort; es hängt
natürlich auch weitgehend von den Dingen ab, die
von ihm beleuchtet werden." (4)
Bekanntlich ist Lenz in den letzten
dreißig Jahren
nach langer Vernachlässigung deutlich ins Scheinwerferlicht
der Wissenschaft geraten. Dazu haben auch die Herausgeber
dieses Bandes versucht beizutragen – u. a. durch
die Veranstaltung von Konferenzen in den Jahren 1992
und 2002, die zu Lenz arbeitende Forscher(innen) versammelt
haben, deren Referate in entsprechenden Bänden dokumentiert
wurden. Der Band der zweiten Konferenz „Die Wunde
Lenz“. J. M. R. Lenz. Leben, Werk
und Rezeption (5) behandelt nicht
die heutige produktive Rezeption – abgesehen von einer
Aufführung der Soldaten in Tel Aviv. Im
Vordergrund stehen die Debatte über eine historisch-kritische
Lenz-Ausgabe und die Forschungen zu Leben und Werk bis
hin zur wissenschaftlichen und produktiven Lenz-Rezeption
(bis zu Brecht). Mit dem anknüpfenden Titel, der
auf eine Formulierung Heiner Müllers zurückgeht,
sollte auf die Faszination, aber auch auf die deutlichen
Momente der Verstörung hingewiesen werden, die von
einer Lektüre der Texte Lenz' immer noch ausgehen.
Müller spricht u. a. mit Bezug auf Lenz auch
von "[…] nicht zu Ende geführten, nicht zur
Wirkung gebrachten Unternehmungen […] Nur alles, was
zur Geltung gekommen ist – ich meine
jetzt nicht Wirkung – ist antiquiert und steht im Bücherschrank".
(6)
Damit ist die zentrale Intention des
vorliegenden Bandes getroffen, der die Referate der von
den Herausgebern organisierten Konferenz Lenz zwischen
Kunst und Wissenschaft im
Literaturhaus Berlin am 20. und 21. Mai 2005 versammelt,
aber auch zusätzliche Beiträge. Auf der Konferenz
und für den Band galt es zu untersuchen, welche
Aspekte aus Lenz' Leben und Werk in Kunst und Wissenschaft
von Lenz wirkungsmächtig geworden sind und inwieweit
es sich dabei auch um Momente handelt, die bisher an
ihm nicht und die nun auf neue Weise wahrgenommen werden.
Weil u. a. die produktive Rezeption Lenz' im vorliegenden
Band weitgehend im Vordergrund steht – die Beiträge
zur Wissenschaft beschränken sich auf Forschungsüberblicke –,
sind überwiegend Autor(inn)en gewonnen worden, die
an der Konferenz 2002 nicht beteiligt waren oder keine
Beiträge zu Lenz veröffentlicht haben.
Die Beiträge zeigen, dass die Zeit reif ist, kein
bestimmtes Lenz-Bild mehr fortzuschreiben und auch die
unproduktiv gewordene Alternative zwischen einer mythisierenden
Hagiographie des Autors oder seiner Abwertung zu vermeiden.
So wird die Konfrontation Goethe–Lenz heute in produktiven
Rezeptionen mit einem größeren Abstand gesehen,
aus dem heraus beiden Haltungen eine relative Berechtigung
zuerkannt werden kann (7) oder sogar ein spielerisch
leichter Umgang mit den Geschehnissen ermöglicht
wird. (8) Das Verstörende von Lenz' Texten bleibt
freilich ein zentrales Element der Rezeption. Es kann
in äußerst präzise Radierungen transformiert
werden, die zugleich eine bedrängende Gestal tung
aktueller Zeiterfahrungen und psychischer Befindlichkeiten
beinhalten. (9) Ferner kann von einer eingehenden Auseinandersetzung
mit einem Lenz-Text oder einer Begebenheit aus der Biografie
eine so allgemeine Ebene der Vergegenwärtigung ästhetischer
Erfahrung gewonnen werden, dass der genaue Autorbezug
nur noch Eingeweihten erkennbar ist. (10) Auch im Fortgang
der Forschung zu Lenz relativieren sich mit zunehmender
Differenzierung überkommene Bezüge und Bewertungen,
wie die Beiträge von Gesa Weinert, Hans-Gerd Winter,
Marianne Vogel und Inga Achilles zeigen. Die direkte
Rezeption von Lenz' Leben und Werk und die über
Büchners Erzählung vermittelte Rezeption sind
auch heute nicht getrennt, wie sich in diesem Band zeigt.
Eine strenge Trennung in der Analyse erscheint uns unproduktiv
(gegen Goltschnigg), zumal über Büchners Lenz-Bild
auch Aspekte des Originalwerkes erschlossen werden können.
Auch gibt es zum Beispiel trotz unterschied licher Technik
und Gestaltungsmittel deutliche Berührungspunkte
zwischen den an Büchners Text orientierten Illustrationen
Alfred Hrdlickas und Susanne Theumers Bildern, die der
direkten Lenz-Rezeption zugerechnet werden müssen.
Diese Berührungspunkte liegen in der Vergegenwärtigung
und Gestaltung von Verstörung und Entwertung des
Subjekts. Die für den Konferenzband 2002 beanspruchte
Metapher von der „Wunde Lenz“ lässt sich auf beide
Künstler beziehen. (11)
Die vorliegenden Beiträge behandeln die Lenz-Aneignung
im Zeitraum von Paul Celans Erzählung und der Büchnerpreis-Rede
(1959 bzw. 1960) bis heute, da Lenz allmählich zu
einem anerkannten Gegenstand der Wissenschaft geworden
ist. Der Schwerpunkt liegt weitgehend auf den letzten
zehn Jahren. In der Lenz-Forschung bleiben trotz zuneh
mender Differenziertheit noch viele Fragen offen – schon
wegen der feh lenden historisch-kritischen Ausgabe, deren
dringende Notwendigkeit Gesa Weinert in einem Beitrag
an ausgewählten Beispielen demonstriert. Hans-Gerd
Winter untersucht den Wandel der Lenz-Bilder in den letzten
25 Jahren vom Sozialkritiker und Realisten über
den Aufklärer und Kritiker der Aufklärung bis
zum ausgegrenzten Intellektuellen (einschließlich
der Untersuchung seiner literarisch-sozialen Laufbahn).
Zwangsläufig ergeben sich eklatante Widersprüche
zwischen den Positi onen und deutliche Veränderungen
des Blickwinkels. Marianne Vogel fragt nach dem längst
nicht zureichenden Ertrag neuer kulturwissen schaftlicher
und gender-orientierter Sichtweisen auf Lenz. Inga Achilles
sucht nach einer Biografie, die nicht ein durch überkommende
Mythen geprägtes Lenz-Bild vermittelt, sondern von
der aktuell diskutierten Entmachtung des Subjekts ausgehen
solle. Alle drei Beiträge bestätigen das oben
zitierte Bild Poppers vom Scheinwerfer, weil sie die
Standortgebundenheit der behandelten Untersuchungen
und ihre Abhängigkeit vom (jeweils anders definierten)
Gegenstand deutlich machen.
Die Analysen zur produktiven Rezeption
in der Literatur umfassen die über Büchners
Erzählung vermittelte
Lenz-Aneignung bei Paul Celan (Ulrich Wergin), deren
Spezifik sich in ihrer Abhängigkeit von Nietzsche
entschlüsselt, die mehr am Autorbild als am lyrischen
Werk orientierten Lenz-Porträtg edichte (Arndt
Beise), die Annäherungen Harald Gerlachs (Ulrich
Kaufmann) und die Konfrontation Goethe–Lenz in den Romanen
von Hugo Schultz und Marc Buhl (Ariane Martin). Dass
Buhls Kriminalroman, der souverän und unterhaltsam
mit den auf Lenz' Aufenthalt 1776 in Weimer bezogenen
Fakten und Fiktionen umgeht, sich besser liest als Schulz'
moralisierende Goethe-Abrechnung, die sich überdies
mit Autor und Werk unseres Autors nicht wirklich auseinandersetzt,
dürfte einleuchten. Hans-Ulrich Wagner stellt den Lenz -Film,
der 1992 aus Anlass des 200. Todestages des Autors zu
sehen war, erstmalig in einen übergreifenden Zusammenhang
von Themen und Film sprache Egon Günthers.
Das Theater ist durch die Analyse einer Hofmeister -Aufführung
1996 in der Kulturfabrik Moabit/Berlin vertreten (Bericht
des Regisseurs Götz Zuber-Goos). Ulrich Kaufmann
blickt auf die maßgeblich von ihm geplante verdienstvolle
Lenz-Ausstellung zurück, die zuerst 1996 in Jena
stattfand – nach der Düsseldorfer Ausstellung von
1992 die zweite Lenz-Ausstellung überhaupt; sie
wurde im Gegensatz zur ersten an zahl reichen Orten gezeigt.
Arndt Beise setzt sich mit Alfred Hrdlickas Illus trationen
zu Büchners Erzählung auseinander, die er als
eine „mitunter über die Vorlage hinaus weisende
Parallelerzählung in Bildern“ interpretiert. Peter
Petersen dokumentiert und untersucht Adriana Hölszkys
Transformation von Lenz' Gedicht Gemählde eines
Erschlagenen in ein Klangwerk, das ganz unliterarisch
ist, sich aber in den Tiefenschichten der ästhetischen
Erfahrung mit dem Eindruck beim Lesen der Textvorlage
berührt.
Wie sehr das in diesem Gedicht präsentierte
beklemmende Rätsel des Mordes die Umwandlung in
eine moderne künstlerische Formensprache provoziert,
zeigen auch die eindringlichen Radierungen Susanne Theumer
s. Diese sind im Band abgebildet und werden vorgestellt
von Inge Stephan . Die Künstlerin, seit 2006 A.
Paul Weber-Preisträgerin,
präsentierte anlässlich der Konferenz im Literaturhaus
eine große Ausstellung mit Bildern zu verschiedenen
Gedichten, u. a. eine Mappe An das Herz .
Diese Bilder, die sich erst bei einem längerem Hinsehen
entschlüsseln, knüpfen an Lenz' Ironie, Satire,
Melancholie und vor allem an seine hektischen Bewegungen,
die seelische und soziale Abgründe ausdrücken,
an. Wie die meisten Bilder eigens für die Konferenz
entstanden, so baute Joachim Hamster Damm eine Installation
zu Lenz' Brunnensturz bei Oberlin auf, die von Hans-Gerd
Winter vorgestellt wird. Lenz' Herausfallen aus den kommunikativen
Strukturen seiner Zeit und sein Versuch, durch die Konfrontation
mit dem Naturelement wieder ein Bewusstsein der eigenen
Identität zu gewinnen, werden transformiert in ein
geregeltes Zusammenspiel des Urelementes Wasser mit einer
mechanischen Konstruktion (mit elektrischer Wasserpumpe)
und mit digitalen Bildern. Wie bei Hölszky ist die
sich ergebende ästhetische Erfahrung weit entfernt
von ihrem Ausgangspunkt, berührt sich aber mit ihm
für den Kenner in einer tieferen Schicht.
„Der Irre höhnt die Blitzgescheiten“, beginnt Hubert
Winkels Gedicht Lenz oder die Erfindung der Telephonie .
Hans-Ulrich Treichel schreibt: „Wer aber / würde
meiner gedenken, / ginge ich aufrecht, säße
/ im Warmen, wie ihr.“ Das Abweichende, das Exzentrische,
das Verstörende – diese existenzielle, aber auch ästhetische
Erfahrung bildet den Anreiz für die Aneignung von
Lenz in der Kunst und Literatur der Gegenwart. Auch in
der Forschung spielt dies eine Rolle, doch jene versucht
eher, Lenz historisch zu verorten, sein Verhalten und
seine Schreibweise entsprechend den rekonstruierten zeitgenössischen
Normen zu beurteilen. Manches, was uns heute irritiert,
lässt sich so vielleicht anders verstehen. Vielleicht
hat Lenz, um den Hofmeister als Beispiel zu
nehmen, die Selbstkastration Läuffers aufgrund von
Positionen in der zeitgenössischen Diskussion über
sie doch als eine ernsthafte Alternative erwogen, die
uns heute mit Brecht als ein irritierendes Symbol für
die erzwungene Selbstbeschneidung des Intellektuellen
erscheint. Die literarische oder künstlerische Adaption
von Autorfigur und Werk kann mit diesen freier umgehen
als die Forschung, sie dekonstruieren oder neu konstruieren
als ein Medium und Forum eigener Erfahrungen und Vorstellungen.
Dennoch ergibt sich daraus ein Potenzial an Anregungen,
das auch in der einschlägigen Forschung produktiv
gemacht werden kann, schon um jede Orthodoxie zu vermeiden,
die sich aus einer verengten Orientierung an der wie
auch immer rekonstruierte Autorintention oder -disposition
ergeben könnte.
Dem Leser wird auffallen, dass Lenz' zweiter Vorname
Jakob mal mit „c“, mal mit „k“ geschrieben wird. Die
Herausgeber haben bewusst von einer Vereinheitlichung
abgesehen. Darin spiegelt sich die unterschiedliche Verfahrensweise
in der Lenz-Forschung. Bekanntlich ist Lenz' zwei ter
Vorname im Taufregister mit „c“ geschrieben worden, er
selbst schrieb sich mit „c“ oder mit „k“.
Wie jede Tagung und der dazugehörige Tagungsband
konnte auch das Lenz-Projekt, mit dem eine mehr als 20-jährige
Zusammenarbeit der beiden Herausgeber einen Abschluss
findet, nur realisiert werden, weil es Unterstützung
von unterschiedlichsten Seiten gab. Unser Dank gilt dem
Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität
zu Berlin für seine finanzielle Zuwendung, dem Berliner
Literaturhaus in der Fasanenstraße für die
professionelle Betreuung, Sabine Imhof für die Umsicht
und Freundlichkeit bei der organisatorischen Vorbereitung
der Konferenz, den beiden Praktikantinnen Franziska Weber
und Sarah Metzler für ihre tatkräftige Hilfe
beim Lektorat der Manuskripte und Götz Zuber-Goos
für die dramaturgische Vorbereitung und Durchführung
der Lesung, an der neben ihm auch Julia Freytag und Stephan
Clemens beteiligt waren und die – zusammen mit den künstlerischen
Arbeiten von Susanne Theumer und Joachim Hamster-Damm – Lenz
als einen Autor präsentierten, dessen Texte noch
heute lebendig sind und zur Auseinandersetzung provozieren.
Unser besonderer Dank gebührt Brigitte Peters,
die – wie bereits beim vorangegangenen Tagungsband – auch
diese Publikation wieder engagiert und professionell
betreut hat, und Susanne Theumer, die uns großzügig
die Abdruckrechte für ihre Bilder überlassen
hat und von der das Titelbild des Bandes stammt.
Anmerkungen
(1) Vgl. den Beitrag von Hans-Gerd Winter in diesem
Band.
(2) Inge Stephan, Hans-Gerd Winter (Hrsg.): „Ein vorübergehendes
Meteor?“ J. M. R. Lenz und seine Rezeption
in Deutschland, Stuttgart 1984.
(3) Vgl. Elisabeth Genton: Jacob Michael
Reinhold Lenz et la scène allemande, Paris 1966;
Ariane Martin: Die kranke Jugend. J. M. R.
Lenz und Goethes Werther in der Rezeption des Sturm und
Drang bis zum Naturalismus, Würzburg 2002; Nicola
May: Das Bild des Jakob Michael Reinhold Lenz als Bühnenfigur,
Stuttgart 1991; Timm Reiner Menke. Lenz-Erzählungen
in der deutschen Literatur, Hildesheim u. a. 1984;
Peter Petersen, Hans-Gerd Winter: Lenz-Opern. Das Musiktheater
als Sonderzweig der produktiven Rezeption von J. M. R.
Lenz' Dramen und Dramentheorie. In: Lenz-Jahrbuch 1 (1991),
S. 9–58; Dörte Schmidt: Lenz im zeitgenössischen
Musiktheater. Literaturoper als kompositorisches Projekt
bei Bernd Alois Zimmermann, Friedrich Goldmann, Wolfgang
Rihm und Michèle Reverdy, Stuttgart, Weimar 1993;
Erich Unglaub: „Das mit Fingern deutende Publicum“. Das
Bild des Dichters Jakob Mi chael Reinhold Lenz in der
literarischen Öffentlichkeit 1770–1814, Frankfurt
a. M., Bern 1983; Hans-Gerd Winter: Jakob Michael
Reinhold Lenz, Stuttgart 2 2000, S. 104–174.
(4) Werner Strube: Über Kriterien der Beurteilung
von Textinterpretationen. In: L. Danneberg, F. Vollhardt
(Hrsg.): Vom Umgang mit Literatur und Literaturgeschichte,
Positionen und Perspektiven nach der ‚Theoriedebatte‘,
Stuttgart 1992, S. 189.
(5) Vgl. Inge Stephan, Hans-Gerd Winter (Hrsg.): „Die
Wunde Lenz“. J. M. R. Lenz. Leben, Werk und
Rezeption (Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik,
Bd. 7), Bern 2003.
(6) Heiner Müller: Gesammelte Irrtümer und Gespräche,
Frankfurt a. M. 1986, S. 25.
(7) Vgl. Hans-Ulrich Wagners Untersuchung
des Lenz -Films
Egon Günthers.
(8) Vgl. den in Ariane Martins Beitrag
behandelten Roman von Marc Buhl.
(9) Vgl. die Lenz-Bilder von Susanne Theumer.
(10) Vgl. Peter Petersens Beschreibung
der Komposition Adriana Hölszkys und die Lenz-Installation
Joachim Damms.
(11) Eine stärker von Ironie geprägte, weniger
auf Verstörung angelegte ästhetische Erfahrung,
die Lenz – in diesem Fall seinen Namen – als Spielmaterial
benutzt, findet sich in Kurt Mautz' Anagrammgedicht Jakob
Michael Reinhold Lenz in seinem Band Letterntausch (Gießen
1993, S. 63). Das Gedicht zitiert Matthias Luserke (in:
Lenz-Studien , St. Ingbert 2001, S. 10). Auch neuere
Porträtgedichte stoßen sich von der konkreten
historischen Figur Lenz ab zur Präsentation einer
aktuellen allgemeineren Erfahrung. Vgl. z. B. Hubert
Winkels Lenz oder die Erfindung der Telephonie (in:
Lyrische Lenzporträts. Zusammenstellung: Ulrich
Kaufmann. In: A. Meier (Hrsg.): Jakob Michael Reinhold
Lenz. Vom Sturm und Drang zur Moderne, Heidelberg 2001,
S. 132.
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