{"id":1003,"date":"2022-01-19T15:19:58","date_gmt":"2017-02-05T07:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/peter-miller-dear-photography-c-o-berlin-2\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:47","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:47","slug":"die-mauer-asisi-panorama-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/die-mauer-asisi-panorama-berlin\/","title":{"rendered":"Die Mauer, Asisi Panorama Berlin"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Dezember 2021, Fotografin: Lori Borrmann<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 7,\r\n      \"colspan\": 4,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 987\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">\u201e<em>Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.<\/em>\u201c<a name=\\\"_ftnref1\\\" href=\\\"#_ftn1\\\">[1]<\/a> \u2013 So hatte Walter Ulbricht sich noch 2 Monate vor dem\u00a0 Bau der Berliner Mauer 1961 ge\u00e4u\u00dfert. F\u00fcr 28 Jahre teilte sie Berlin in Ost und West, in Kommunismus und Kapitalismus.<br \/><\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Doch seit 2012 ist die Mauer am Checkpoint Charlie wieder auferstanden, diesmal als Panoramakunstwerk von Yadegar Asisi in der eigens daf\u00fcr errichteten 18m hohen Stahlrotunde.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Doch bevor der Besucher in das Leben mit der Mauer eintauchen kann, wird er in der Vorhalle mit einer kurzen, doch sehr pers\u00f6nlichen Geschichtsstunde empfangen. Anhand von etwa 80 Fotos und einigen Videos aus privaten Sammlungen wird die Mauer veranschaulicht. Mit jedem Schritt entlang der graffiti-bemalten Wand schreitet man weiter durch die Berliner Vergangenheit, vom Mauerbau 1961 bis zum Fall der Mauer 1989.<br \/><\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Gegen\u00fcber liegt das Portal, durch welches man schlie\u00dflich zu dem 60m langen und 15m hohen Panorama gelangt. Der Blick \u00f6ffnet sich nicht gleich zum Kunstwerk, vielmehr ist er teilweise versperrt durch das Ger\u00fcst der in 4m H\u00f6he gelegenen Besucherplattform. Ob so intendiert oder nur architektonisch bedingt, demonstriert es dennoch eindrucksvoll, wie w\u00e4hrend der Teilung Deutschlands ein Teil von Berlin verborgen und au\u00dfer Reichweite war.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Ein herbstlicher Schnappschuss aus dem Jahr 1980. Ein Augenblick, festgehalten in all seinen Einzelheiten auf einer Bildfl\u00e4che von 900 Quadratmetern. Das immense Panorama thematisiert dabei nicht nur den Todesstreifen mit den Wacht\u00fcrmen, aus denen Soldaten die Besucher mit Ferngl\u00e4sern beobachten, sondern insbesondere das Leben an und mit der Mauer. So entdeckt man Alltagsszenen, die fast zeitlos wirken: Menschen reparieren ein Auto, erledigen Eink\u00e4ufe oder gehen spazieren, Punks stehen an einer Ecke, Graffiti-K\u00fcnstler bemalen die Mauer, Familien am\u00fcsieren sich im Streichelzoo. Der Alltag wirkt ordin\u00e4r, die Berliner wirken sowohl vertraut als auch arrangiert mit der Teilung der Stadt.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 9,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 9,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Innenaufnahme, Teil des Panoramas: Aufnahme vom 6. Dezember 2021, Fotografin: Lori Borrmann<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 11,\r\n      \"colspan\": 2,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 997\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102.jpg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 13,\r\n      \"colspan\": 7,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 996,\r\n      \"attid\": 1004,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102.jpg\",\r\n        \"_4096\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-4096x3072.jpg\",\r\n        \"_3840\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-3840x2880.jpg\",\r\n        \"_3200\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-3200x2400.jpg\",\r\n        \"_2560\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-2560x1920.jpg\",\r\n        \"_1920\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-1920x1440.jpg\",\r\n        \"_1280\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-1280x960.jpg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-1024x768.jpg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-768x576.jpg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-512x384.jpg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_20211206_134102-265x199.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 4608,\r\n      \"h\": 3456,\r\n      \"ar\": 0.75,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Der in Wien als Sohn persischer Emigranten geborene Architekt und K\u00fcnstler Yadegar Asisi, der seit 1995 Panoramen zu verschiedenen Motiven aus Geschichte und Natur kreiert, \u00a0beschreibt seine Erinnerung dieser \u00c4ra: \u201eIch bin heute erschrocken \u00fcber unsere gelebte Normalit\u00e4t in der damaligen Zeit\u201c<a name=\\\"_ftnref1\\\" href=\\\"#_ftn1\\\">[2]<\/a>.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Dieser Moment an der Mauer wird einem nicht nur visuell n\u00e4her gebracht, sondern mithilfe von Soundeffekten taucht man noch tiefer in diese Szene ein. Autohupen, entfernte Gespr\u00e4chsfetzen bis hin zum Vogelgezwitscher k\u00f6nnen aus verschiedenen Richtungen der Leinwand verortet werden. Aber die wohl bedeutendsten Erg\u00e4nzungen des auditiven Erlebnisses, die das historische Gewicht inmitten der Alltagsmomentaufnahme wieder zum Vorschein bringen, sind die eingespielten Tondokumente mit Originalaufzeichnungen von beispielsweise Willy Brandt, John F. Kennedy sowie Erich Honecker aus Reden und \u00f6ffentlichen Auftritten zwischen 1948 und 1989. F\u00fcr internationale Besucher gibt es Tafeln mit \u00dcbersetzungen in 5 Sprachen. Der Wechsel zwischen Tonaufnahmen und Soundeffekten machen das Panorama genauso lebendig wie der \u00dcbergang von Tag und Nacht durch unterschiedliche Lichtverh\u00e4ltnisse. Man f\u00fchlt sich als Teil der Szene und dem bunten Treiben der Nachbarschaft zugeh\u00f6rig.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Doch irgendwann gew\u00f6hnt sich das Auge an den Trubel auf dieser Seite der Mauer und es schweift ab in die Ferne, vorbei an der Mauer, vorbei an den Wacht\u00fcrmen und dem Grenzstreifen. Die Sicht ist auf der Ostseite Berlins gelandet, in der Ferne erkennt man den Fernsehturm am Alexanderplatz. Doch vergeblich sucht man die gleiche Lebendigkeit, den Trubel, besondere oder banale Momente des \u00f6ffentlichen Geschehens, das gleiche Eintauchen in das Leben jenseits der Mauer. Bis auf vereinzelte Gestalten, die am offenen Fenster stehen und gen Westen blicken, wirkt es verlassen und fast wie eine Geisterstadt. Gab es nicht aber auf beiden Seiten \u00e4hnliche Schicksale mit ihren Dramen, Hoffnungen, Entt\u00e4uschungen, Trauer, Freude und allen anderen Facetten der Menschlichkeit? Diese einseitige Aussicht auf das Leben an der Mauer scheint doch recht eindimensional und voreingenommen.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Aufgekl\u00e4rt wird diese Perspektive erst, wenn man sich entlang der Mauer-Installation den Weg zum gegenw\u00e4rtigen Berlin bahnt. Kurz vor dem Ende der Ausstellung wird man in einem letzten kleinen Raum aufgefangen, der unscheinbar wirkt, aber tats\u00e4chlich so viele Einsichten in die Absichten und Hintergr\u00fcnde dieser Darstellung gew\u00e4hrt. Hier erf\u00e4hrt der Besucher in kurzen Filmbeitr\u00e4gen, sofern er sich denn Zeit nimmt, diese anzuschauen, dass die gew\u00e4hlte Perspektive auf die Mauer eine vom K\u00fcnstler nicht artifiziell inszenierte, sondern subjektiv erlebte war, denn er wohnte selbst in Kreuzberg am Oranienplatz in den 1980er Jahren. Der Besucher wurde somit selbst zum kaffeeschl\u00fcrfenden Asisi, der aus seinem Fenster heraus das Leben an der Mauer betrachtet und reflektiert. F\u00fcr einen kurzen Moment wurde man selbst zum Zeitzeugen, der die deutsch-deutsche Teilung hautnah miterlebt.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><a name=\\\"_ftn1\\\" href=\\\"#_ftnref1\\\">[1] <\/a>Walter Ulbricht, aus einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961<br \/><\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><a name=\\\"_ftn1\\\" href=\\\"#_ftnref2\\\">[2]<\/a> Yadegar Asisi, <em>Die Mauer. Leben mit dem Todesstreifen<\/em>, [Pressemeldung], Bianca Wohlfromm Public Relations<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">DIE MAUER \u2013 Asisi Panorama Berlin<br \/><\/span><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Checkpoint Charlie<br \/><\/span><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Friedrichstra\u00dfe 205<br \/><\/span><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10117 Berlin<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">T\u00e4glich von 10 \u2013 18Uhr<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><a href=\\\"http:\/\/www.die-mauer.de\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">www.die-mauer.de<\/span><\/a><\/p><p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Die Ausstellung ist tempor\u00e4r, allerdings bisher ohne festgelegten Endzeitpunkt.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-gb","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":1003,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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