{"id":1025,"date":"2022-01-21T16:05:38","date_gmt":"2017-02-05T07:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/die-liste-der-gottbegnadeten-deutsches-historisches-museum-2\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:47","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:47","slug":"machine-hallucinations-nature-dreams-koenig-galerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/machine-hallucinations-nature-dreams-koenig-galerie\/","title":{"rendered":"Machine Hallucinations: Nature Dreams, K\u00f6nig Galerie"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Dieser Zugang zu den k\u00fcnstlerischen Arbeiten Anadols, wird einem fast schon vorgeschlagen, w\u00e4hrend man sich auf den Weg zum brutalistischen Geb\u00e4ude der Galerie K\u00f6nig - der ehemaligen St. Agnes Kirche in Kreuzberg - mit dem aus der Ferne sichtbaren angestrahlten Kirchturm und den davor wartenden Menschenmassen macht. <\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"bottom\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 757,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-rotated.jpeg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 4,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 595,\r\n      \"attid\": 1026,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-rotated.jpeg\",\r\n        \"_2560\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-2560x3413.jpeg\",\r\n        \"_1920\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-1920x2560.jpeg\",\r\n        \"_1280\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-1280x1707.jpeg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-1024x1365.jpeg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-768x1024.jpeg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-512x683.jpeg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2495-265x353.jpeg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 3024,\r\n      \"h\": 4032,\r\n      \"ar\": 1.3333333333333333,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Wie in vielen Warteschlangen und besonders auch bei Ausstellungen \u00fcblich, gibt es hier den obligaten Smalltalk, vielleicht \u00fcber das bevorstehende Wochenende oder \u00fcber das schon zu Sehende und noch zu Erwartende, w\u00e4hrend man noch schnell die letzte Kippe dreht. Aber anders als in jeder anderen Warteschlange befindet man sich beim Warten auf die Ausstellung schon mitten in der Ausstellung. Als h\u00e4tten Kurator und K\u00fcnstler Besucherstr\u00f6me und lange Wartezeiten bewu\u00dft in die Inszenierung des Geschehens eingeplant, beginnt die Ausstellung bereits drau\u00dfen mit der Datenskulptur \u201eWinds of Berlin\u201c, die als Echtzeit-Projektion basierend auf den spezifischen Wetterdaten von Berlin auf den Turm projiziert wird. Ohne zu verstehen, wie diese Animation aus Wetterdaten zustande kommt, sieht man intensive, sich st\u00e4ndig ver\u00e4ndernde Farbverl\u00e4ufe, die sich bei n\u00e4herem Betrachten als eine endlose Vielzahl kleiner Kugeln herausstellen. Diese wirbeln mal schneller, mal langsamer durcheinander und bilden dabei immer wieder neue Bildverl\u00e4ufe. Bei keinem Schnappschuss w\u00e4re die Projektion gleich - perfekt f\u00fcr einen Instagram Moment!<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 14,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 597,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><span class=\\\"s1\\\">Nach Einlass in die Galerie gelangt man in die Nave, die riesige, als Raum an sich schon beeindruckende Haupthalle. Meterhohe Decken, graue W\u00e4nde aus rohem Beton, polierter Zementboden und eine get\u00e4felte Holzdecke - ein ehemaliges Kirchenschiff. Die gesamte Fl\u00e4che der dem Eingang gegen\u00fcberliegenden Wand ist zum riesigen Bildschirm geworden, auf dem sich kontrastierend zur nat\u00fcrlichen, ged\u00e4mpften Farbigkeit des Raumes strahlende Farbverl\u00e4ufe bewegen. Es wirkt, als h\u00e4tte man einen gro\u00dfen Lichtkasten in den Raum gestellt, der einerseits dazu verlockt hindurchzulaufen, aber andererseits auch eine klare un\u00fcberwindbare Grenze darstellt. Die KI-Datenskulptur \u201eNature Dreams\u201c, die ebenso wie die Projektion \u201eWinds of Berlin\u201c als NFT-Unikat (Non-Fungible Token) angeboten wird, zieht die Blicke im Raum auf sich. Im Ausstellungstext wird \u201eMachine Hallucinations: Nature Dreams\u201c als \u201e[\u2026] architektonische Ausstellung synthetischer Realit\u00e4tsexperimente auf der Grundlage von GAN-Algorithmen, die von k\u00fcnstlicher Intelligenz entwickelt wurden und von der Str\u00f6mungslehre i<\/span>nspiriert sind\u201c<a name=\\\"_ftnref1\\\" href=\\\"#_ftn1\\\">[1] <\/a><span class=\\\"s1\\\">beschrieben. Auch wenn man vielleicht nichts \u00fcber GAN-Algorithmen wei\u00df und jedes dritte Wort im Text wie ein Fremdwort klingt, kann man doch einen eigenen Zugang zu dem Gesehenen finden, ohne dies zwangsl\u00e4ufig wie intendiert verstehen zu m\u00fcssen. Klar wird jedoch, dass die Datenskulptur auf fotografische Datens\u00e4tze zur\u00fcckgreift, die ab und zu f\u00fcr einige Sekunden erkenntlich sind bevor sie abstrahiert und im Dauerloop abgespielt werden.<\/span><\/span><\/p><p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Im ersten Moment wirkt es so, als w\u00fcrde ein Farbeimer so perfekt landen, dass sich Farbtentakel in Zeitlupe in alle Richtungen ausstrecken, m\u00f6glichst viel Raum einzunehmen und dann wider Erwarten wieder zur\u00fcck in die Tiefen des Eimers zur\u00fcckfallen, ohne dass das Umfeld befleckt wird. Irgendwie m\u00f6chte man in den Sud hineingezogen werden, statt weiterhin unbeteiligt im Raum zu stehen. Das sich bewegende Bild versucht immer wieder, den Rahmen zu sprengen und sich in den Raum hineinzuarbeiten.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"bottom\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 9,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-rotated.jpeg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 8,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 596,\r\n      \"attid\": 1027,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-rotated.jpeg\",\r\n        \"_2560\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-2560x3413.jpeg\",\r\n        \"_1920\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-1920x2560.jpeg\",\r\n        \"_1280\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-1280x1707.jpeg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-1024x1365.jpeg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-768x1024.jpeg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-512x683.jpeg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/IMG_2499-265x353.jpeg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 3024,\r\n      \"h\": 4032,\r\n      \"ar\": 1.3333333333333333,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Was man sieht, ist schwer zu beschreiben, weil es nichts Konkretes, Greifbares ist. Vielmehr entstehen Assoziationen aus einer subjektiven Perspektive, die alles m\u00f6gliche in die Abstraktion hineininterpretiert. Im Raum h\u00f6rt man zwischendurch von Besucher:innen: Windows-Bildschirmschoner, Monets Wasserlilien, Sonnenuntergang in Kalifornien mit Palmen, Waldbrand, sich wiegende Algen in Wasser, Schrubber in einer Autowaschanlage. Die Ausstellung scheint das Bed\u00fcrfnis zu wecken, die Unklarheit des Dargestellten durch Assoziationen zu realen Dingen zu kl\u00e4ren.<\/span><\/p><p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Ger\u00e4uschkulisse, das Gemurmel der Besucher_innen, die in kleinen Gruppen, oder einzeln auf dem Fu\u00dfboden sitzend den ganzen Raum einnehmen, und die leise Musik, die Meditationsmusik \u00e4hnelt, tr\u00e4gt zu einer ganz speziellen Stimmung bei, die ebenso wie Refik Anadols Arbeit nicht klar zu beschreiben ist. <\/span><\/p><p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Vor dem Besuch der Ausstellung hatte ich den Eindruck, sie sei zu sehr mit der Absicht konzipiert worden, Bilder zu produzieren, die gut als Social-Media Hintergrund funktionieren aber dar\u00fcber hinaus wenig Bedeutungsgehalt hervorbringen k\u00f6nnen. Man kann nicht bestreiten, dass sich die Arbeiten in der Ausstellung perfekt f\u00fcr eine Social Media<i> <\/i>Inszenierung eignen, aber es sind nicht nur Fl\u00e4chen mit Farben, vor denen man sich fotografieren lassen kann, sondern auch inhaltlich ansprechende Werke, die das Potenzial haben, besondere, situationsabh\u00e4ngige Emotionen hervorzurufen. Trotz des schwer verst\u00e4ndlichen Konzepts schafft die Galerie K\u00f6nig einen Raum, in dem jede Person auch ohne Hintergrundwissen einen individuellen Zugang zur Ausstellung finden kann.<\/span><\/p><p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\"> <a name=\\\"_ftn1\\\" href=\\\"#_ftnref1\\\">[1]<\/a> Ausstellungstext \u201eMachine Hallucinations: Nature Dreams\u201c K\u00f6nig Galerie, Berlin 2021<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 9,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 15px;\\\">\u201eMachine Hallucinations: Nature Dreams\u201c \u2013 Refik Anadol<br \/>6.11.\u201317.12.2021<br \/><\/span><\/p><p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 15px;\\\">K\u00f6nig Galerie<br \/><span>Alexandrinenstra\u00dfe 118-121<br \/>10969 Berlin<br \/><br \/><\/span><\/span><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 15px;\\\"><a href=\\\"https:\/\/www.koeniggalerie.com\\\"><span class=\\\"s2\\\">https:\/\/www.koeniggalerie.com<\/span><\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 8,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-gx","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":1025,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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