{"id":1052,"date":"2022-02-06T09:32:48","date_gmt":"2017-02-05T07:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/schrecklich-schoen-humboldt-forum-3\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:50","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:50","slug":"schrecklich-schoen-humboldt-forum-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/schrecklich-schoen-humboldt-forum-3\/","title":{"rendered":"schrecklich sch\u00f6n, Humboldt Forum"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Eine Ausstellung der Gegens\u00e4tze<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 0,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 620,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 30px;\\\"><em>Schrecklich sch\u00f6n. Elefant \u2013 Mensch \u2013 Elfenbein <\/em>im Humboldt Forum Berlin<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 1,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 7,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Alicia Dengel<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 2,\r\n      \"col\": 3,\r\n      \"colspan\": 13,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 3,\r\n      \"relid\": 6,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/SHF_eb00108311-480x720-1.jpeg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 7,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 1145,\r\n      \"attid\": 1010,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/SHF_eb00108311-480x720-1.jpeg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 213,\r\n      \"h\": 320,\r\n      \"ar\": 1.5023474178403755,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"caption\": \"<div class=\\\"\\\" style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Afrikanischer Elefant (Loxodonta africana) mit abgebrochenem Sto\u00dfzahn, Chobe-Nationalpark, Botswana<\/span><\/div><div class=\\\"insignificant\\\" style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">\u00a9 Okapia \/ imageBROKER \/ Marc Rasmu<\/span><\/div>\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Montagabend - ein nahezu leeres Humboldt-Forum. Eine Triggerwarnung vor dem Einlass in die Ausstellung. Der Raum \u00fcberraschend klein. Dunkel. Hohe Decken. Ein lautes, leidvolles St\u00f6hnen, dessen Quelle noch g\u00e4nzlich unsichtbar ist.<\/span><\/p><p class=\\\"p4\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Bereits im Moment des Eintritts wird eine gewisse Spannung sp\u00fcrbar. Die Frage, woher dieses unangenehme, dauerhaft wahrzunehmende Ger\u00e4usch kommt, l\u00e4sst mich nicht los. In Verbindung mit eindrucksvollen Exponaten, wie Sch\u00e4del- und Kieferknochen von Flusspferden, Walrossen und Pottwalen, dem gigantischen Sto\u00dfzahn eines \u00fcber 10.000 Jahre ausgestorbenen Mammuts und der Replik einer vor ca. 40.000 Jahren aus Mammutelfenbein gefertigten, winzigen Mammutfigur, gelingt der Einstieg in das Thema Elfenbein und die damit verbundenen Paradoxien, die auch schon im Titel der Ausstellung anklingen. Die Au\u00dfenwelt ist vergessen, der Kopf sofort voll und ganz bei der Sache. Das Humboldt-Forum wagt sich unter dem Titel \u201eSchrecklich sch\u00f6n. Elefant - Mensch - Elfenbein\u201c an ein heikles Thema, das f\u00fcr Ausbeutung und Tierqu\u00e4lerei steht.<\/span><\/p><p class=\\\"p4\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Nachdem die Besucher*innen durch den ausgestellten Elefantensto\u00dfzahn schlie\u00dflich auf den besonderen Fokus der Ausstellung, Elefantenelfenbein, hingewiesen werden, k\u00f6nnen sie sich nun, von schwarzen Markierungen auf dem Boden geleitet, durch den Raum bewegen und verschiedene historische, kultur- und gesellschaftswissenschaftliche, politische aber auch medizinische Aspekte der komplexen, gewaltvollen Beziehung zwischen Menschen und Elefanten betrachten.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 8,\r\n      \"colspan\": 11,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 917,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die meisten Ausstellungsst\u00fccke sind, anders als die Tiersch\u00e4del und -z\u00e4hne zu Beginn, in Glask\u00e4sten pr\u00e4sentiert, was leider der genaueren Betrachtung feiner Verzierungen von Schmuckdosen oder Figuren aus Elfenbein entgegenwirkt. Eine abwechslungsreiche Auswahl an Exponaten aus verschiedenen Bereichen wie Kunst, Naturwissenschaft, Medizin aber auch Fotografie und Design erf\u00fcllt die n\u00f6tigen Vorraussetzungen, ein solch vielschichtiges Thema in angebrachter Tiefe er\u00f6rtern zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem h\u00e4lt sie das Interesse der Besucher*innen durch die gesamte Ausstellung hinweg aufrecht. Unterst\u00fctzt wird dies auch durch die angemessene Mischung aus Informationstexten und interaktiven, multidimensionalen Wegen der Wissensvermittlung in Form von Audiobeitr\u00e4gen, Selbstexperimenten, anschaulichen Videos, Grafiken und Spielen. <\/span><\/p><p class=\\\"p4\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Besonders aufschlussreich ist die Installation \u201eVoices of Ivory\u201c, bei der verschiedene Akteur*innen von verschiedenen Kontinenten, wie auch aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen zu Wort kommen: Vom Zollbeamten in Berlin, \u00fcber den Professor am Indian Institute of Science in Bangalore und einen ehemaligen illegalen Wildj\u00e4ger aus Sambia, bis zur Rangerin eines kenianischen Nationalparks. Den Personen wurde eine Auswahl an Fragen zum Thema Elfenbein gestellt. Die Besucher*innen k\u00f6nnen selbst ausw\u00e4hlen wessen Antworten auf welche Fragen sie besonders interessieren. Im Anschluss besteht die M\u00f6glichkeit \u00fcber die eigene Meinung zur Thematik zu reflektieren und sich auf einem Touchpad selbst zu Fragen wie \u201eFinden Sie Elfenbein sch\u00f6n?\u201c oder \u201eSollte man Elfenbein ausstellen d\u00fcrfen?\u201c zu positionieren, wie auch die Antworten anderer Besucher*innen einzusehen. Die Installationen schult das eigenst\u00e4ndige Reflektieren und Einordnen von Informationen, sodass Besucher*innen dabei an die Hand genommen werden, sich eine differenzierte eigene Meinung zu einer komplexen Thematik wie Elfenbein bilden zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem werden die Besucher*innen dazu angeregt ihre eigenen Vorannahmen zu hinterfragen. <\/span><\/p><p class=\\\"p4\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Frage nach dem Ursprung des leidvollen Atmens, von der die gesamte bisherige Ausstellung begleitet wurde, wird in einem dunklen, abgetrennten, kleinen Raum beantwortet. Die Video- und Soundinstallation \u201eA Sporadic\u201c, aufgenommen von der K\u00fcnstlerin Liesel Burisch, zeigt den qualvollen Tod einer Elefantenkuh, dessen Ursache unbekannt, jedoch nicht gewaltvollen Ursprungs ist. Das Betrachten der Installation l\u00f6st ein zutiefst bedr\u00fcckendes Gef\u00fchl aus, was ihre unbegreiflich starke Aussagekraft deutlich macht. Dennoch bleibt es extrem geschmacklos, nahezu widerlich, den grausamen Tod eines Lebewesens \u00f6ffentlich zur Schau zu stellen, unabh\u00e4ngig davon, welchen eindrucksvollen oder lehrreichen Effekt dies auch haben kann. Die Frage nach der Gesamtproblematik rund um das Ausstellen von Artefakten und Installationen, die auf gewaltt\u00e4tigen Handlungen, wie Tod, Armut und Ausbeutung , aufbauen, zieht sich durch die gesamte Ausstellung.<\/span><\/p><p class=\\\"p4\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Der Titel \u201eSchrecklich sch\u00f6n\u201c beschreibt Ambivalenz, eine Beziehung, die von Gegens\u00e4tzen gepr\u00e4gt ist. Dieses Verh\u00e4ltnis l\u00e4sst sich auch auf die Umsetzung der Ausstellung \u00fcbertragen. Die Aufarbeitung der Thematik gelingt den Kurator*innen zumindest auf inhaltlicher Ebene. Auch die farbliche Gestaltung des Raumes, der mit der roten Wandfarbe eindr\u00fccklich auf die blutr\u00fcnstigen Taten von uns Menschen verweist, kann zugleich beeindrucken und schockieren. Einige praktische M\u00e4ngel lassen sich jedoch leider nicht ausblenden: V\u00f6llig unkommentiert fehlt ein Teil der interaktiven Installation \u201eWunderkammer\u201c. Die schwache, punktuelle Beleuchtung der Ausstellungsst\u00fccke f\u00fchrt zu erheblichen Schwierigkeiten der Lesbarkeit von Textschildern, welche teils auf Knieh\u00f6he angebracht und somit nur geb\u00fcckt oder kniend lesbar sind. Die Abbildung \u201eVerbreitungsgebiete von Elefanten\u201c ist aufgrund der schwarzen F\u00e4rbung Europas und Australiens in der Miniaturkarte oben rechts, die der Legende nach die aktuellen Verbreitungsgebiete des afrikanischen Savannenelefanten aufzeigen soll, unklar und irref\u00fchrend. Auch das Thema Raubkunst findet, vor allem in Anbetracht der Kontroverse um das Humboldt-Forum und dessen, oft als unzureichend kritisierte, Transparenz im Bezug auf die Herkunft von Objekten, die in der Kolonialzeit unrechtm\u00e4\u00dfig erworben wurden, leider nur halbherzig Beachtung. So lassen sich an einigen Stellen Schubladen aus den W\u00e4nden ziehen, die mit dem, einigen Besucher*innen wom\u00f6glich unbekannten, Schlagwort \u201eProvenienz\u201c gekennzeichnet sind und in denen Unklarheiten im Bezug auf die Herkunft ausgew\u00e4hlter Exponate genauer erkl\u00e4rt werden sollen. Doch m\u00fcsste diese brisante Problematik, unter deren Schatten die Er\u00f6ffnung des Humboldt-Forums noch immer steht, nicht besser f\u00fcr jeden auf den ersten Blick sichtbar, statt in einer Schublade versteckt, thematisiert werden ?<\/span><\/p><p class=\\\"p4\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Ausstellung weist barrierearme Aspekte auf, sie ist ebenerdig, besitzt einen Fahrstuhl am Ausgang und verf\u00fcgt \u00fcber einen Guide, der sich mit einem QR-Code \u00f6ffnen und in Form eines Audioguides oder eines Guides in Geb\u00e4rdensprache nutzen l\u00e4sst. Auf die Bem\u00fchungen, die Ausstellung barrierearm zu gestalten, l\u00e4sst sich wohl auch die niedrige Anbringung einiger Textschilder zur\u00fcckf\u00fchren. Mithilfe von herausnehmbaren Textkarten sollte umgangen werden, dass Besucher*innen sich b\u00fccken m\u00fcssen um diese Texte lesen zu k\u00f6nnen, doch dies scheitert an der Unauff\u00e4lligkeit und Unvollst\u00e4ndigkeit jener Textkarten. Eine Auswahl an Kinderb\u00fcchern und kindgerecht erz\u00e4hlter Geschichten \u00fcber Elefanten am Ende der Ausstellung, soll wohl den Eindruck erwecken, man habe versucht, diese familienfreundlich zu gestalten, was sich im gesamten Rest der Ausstellung allerdings wenig bemerkbar macht. Das gewisse Fingerspitzengef\u00fchl fehlt letztlich auch bei der Auswahl des Ausstellungsraumes: Eine Ausstellung, die sich unter anderem mit Themen wie Ausbeutung auseinandersetzt, in dem einzigen Raum des Humboldt-Forums einzurichten, dessen Ausgang unmittelbar an den Museumsshop anschlie\u00dft, ist einfach nur taktlos.<\/span><\/p><p class=\\\"p1\\\" style=\\\"line-height: 1;\\\"><span class=\\\"s1\\\" style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Kurator*innen haben sich mit Elfenbein an ein brisantes Thema gewagt. Aus einer breiten Auswahl an Blickrichtungen betrachtet, gelingt es ihnen, der Thematik die n\u00f6tige Multiperspektivit\u00e4t zu geben, der es bedarf, um solch komplexe Gegenst\u00e4nde aufzuarbeiten. Leider wirkt die praktische Umsetzung an einigen Stellen nachl\u00e4ssig, vor allem im Bezug auf die r\u00e4umliche Gestaltung, wie den unbefriedigenden Umfang der Auseinandersetzung mit \u201eProvenienz\u201c. Sie kann der aufschlussreichen und vielseitigen inhaltlichen Arbeit und Sorgfalt praktisch nicht gerecht werden.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"bottom\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 757,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Schrecklich sch\u00f6n. Elefant - Mensch - Elfenbein<br \/>20.07.2021 bis 23.01.2022<br \/><br \/>Humboldt Forum<br \/><span>Schlo\u00dfplatz<\/span><br \/><span>10178 Berlin<\/span><br \/><\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\"><a href=\\\"https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/programm\/laufzeitangebot\/ausstellung\/schrecklich-schoen-elefant-mensch-elfenbein-21232\/\\\">https:\/\/www.humboldtforum.org\/de\/programm\/laufzeitangebot\/ausstellung\/schrecklich-schoen-elefant-mensch-elfenbein-21232\/<\/a><br \/><br \/><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 8,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-gY","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":1052,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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