{"id":1083,"date":"2022-02-16T16:43:06","date_gmt":"2017-02-05T07:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/helmut-newton-museum-fuer-fotografie-2\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:53","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:53","slug":"mit-dem-sandmann-auf-zeitreise-filmmuseum-potsdam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/mit-dem-sandmann-auf-zeitreise-filmmuseum-potsdam\/","title":{"rendered":"Mit dem Sandmann auf Zeitreise, Filmmuseum Potsdam"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Die kleinen Geschichten guckte man als Kind immer gerne im Fernsehen, bevor man ins Bett musste. Doch wer kennt eigentlich den Ursprung und die Geschichte des Sandm\u00e4nnchens?<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">In der Ausstellung \u201eMit dem Sandmann auf Zeitreise\u201c im Filmmuseum Potsdam, die noch bis zum 21.08.2022 l\u00e4uft, kann man das Sandm\u00e4nnchen von seinem ersten Auftritt im Fernsehen im DFF bis heute begleiten. Die Familienausstellung wurde anl\u00e4sslich des 60. Jubil\u00e4ums des Sandm\u00e4nnchens in Zusammenarbeit mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg gestaltet.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Besonders einpr\u00e4gsam sind in der Ausstellung die vielen originalen Puppen und Requisiten, die teilweise schon vor Jahrzehnten bei dem Dreh verwendet wurden. Damals liefen die kleinen Modelle mit Drahtskeletten durch das Bild und f\u00fcllten Clips aus, in dem jede Bewegung analog fotografiert wurde, ganz ohne die digitalen Mittel, die heute in Zeichentrickfilmen verwendet werden.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Informationstafeln und Exponate der Ausstellung sind chronologisch geordnet, sodass man wie in einer \u201eZeitreise\u201c durch die 60 Jahre Geschichte des Sandmanns gef\u00fchrt wird. Mit einem etwas kleineren und einem etwas \u201el\u00e4ngeren\u201c Ausstellungsraum ist die Ausstellung eher \u00fcbersichtlich. Hierbei tr\u00e4gt jeder Raum abweichend von der generellen Thematik bzw. Geschichte des Sandm\u00e4nnchens ein eigenes Motto: der erste Raum ist wie ein Weltall gestaltet. Der etwas l\u00e4ngere, zweite Raum l\u00e4dt dazu ein durch einen mystischen M\u00e4rchenwald zu spazieren.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Zu Beginn bekommen die G\u00e4ste anstelle eines begleitenden Ausstellungsflyers eine Brille, die zwischen den einzelnen Ausstellungsr\u00e4umen aufgesetzt werden soll. Diese ruft in den tunnelartigen Durchg\u00e4ngen zwischen den R\u00e4umen einen Effekt hervor, der das Gef\u00fchl geben soll, in eine andere Zeit zu reisen. Wenn die Brille aufgesetzt wird, w\u00e4hrend man durch die Tunnel zwischen den R\u00e4umen l\u00e4uft, werden an den W\u00e4nden angebrachte Lichter durch die Brille gefiltert, sodass vor dem Auge viele bunte Lichtpunkte erscheinen und man sich so f\u00fchlt, als w\u00fcrde man durch den Weltraum fliegen. Dies ist eine interessante M\u00f6glichkeit, den Besuchenden die Reise zur\u00fcck zu den Anf\u00e4ngen des Sandm\u00e4nnchens zu vermitteln.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Besonders f\u00fcr Kinder ist diese Idee spannend. Doch auch f\u00fcr Erwachsene h\u00e4lt die Ausstellung interessante Exponate bereit. Das Filmmuseum betont auf der Webseite, dass die Ausstellung <\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">dazu einladen soll, auf eigene Kindheitserinnerungen zur\u00fcckzublicken und \u00fcber die Geschichte mit den kleineren Besuchenden in Austausch zu kommen.<sup>1<\/sup><\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Zu Beginn wird der Ursprung der Idee des Sandmanns pr\u00e4sentiert; schon vor 1900 hat man Kindern vor dem zu Bett gehen von einem mystischen Mann mit Schlafsand erz\u00e4hlt. Weiter geht es mit den ersten Ideen zu der Fernsehsendung, die um 1959 entstanden sind. Obwohl der Sandmann zu dieser Zeit f\u00fcr propagandistische Zwecke innerhalb der DDR dienen sollte, schaffte es das Sandm\u00e4nnchen \u00fcber die Wende hinaus, bis in unsere heutige Zeit. Urspr\u00fcnglich entstand die Idee des Sandm\u00e4nnchens im ehemaligen Osten Deutschlands aufgrund eines Wettlaufs mit dem westlichen Fernsehprogramm. Im Westen wurde zu dieser Zeit abends ein Abendgru\u00df in Form des West-Sandm\u00e4nnchen ausgestrahlt, im Osten hingegen folgte darauf ein Ost-Sandm\u00e4nnchen. Gelegentlich wurde das Sandm\u00e4nnchen in seinen Geschichten innerhalb der DDR nun beispielsweise in ein Pionierferienlager geschickt. Als Deutschland wiedervereinigt wurde, wurde das beliebte Ost-Sandm\u00e4nnchen weiter ausgestrahlt, w\u00e4hrend das Sandm\u00e4nnchen des Westens nicht weiter produziert wurde.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Weitergehend s\u00e4umen viele verschiedene K\u00e4stchen die W\u00e4nde der Ausstellung, in denen man verschiedenste Modelle f\u00fcr die einzelnen Clips der vergangen Jahrzehnte bewundern kann. Von dem ersten Modell bis zu der digitalen Produktion des Sandm\u00e4nnchens begleiten die Besuchende das Sandm\u00e4nnchen durch viele Welten, die einmal einer Gutenachtgeschichte erz\u00e4hlten. Beispielsweise der Kasten mit den Requisiten f\u00fcr den \u201ePlanet Gugel\u201c hinterl\u00e4sst einen bleibenden Eindruck. Hier kann man ein Modell des Sandm\u00e4nnchens auf einem fiktionalen Planeten zwischen vielen kleinen Aliens beobachten, die damals mit viel Pr\u00e4zision und Kreativit\u00e4t per Hand geformt wurden.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Zwischendurch k\u00f6nnen die Besuchenden sich an multimedialen Erlebnisboards ausprobieren, welche Hintergrundinformationen zu der Produktion des Sandm\u00e4nnchens liefern. Beispielsweise k\u00f6nnen verschiedene Kn\u00f6pfe gedr\u00fcckt werden, sodass gezielte Informationen zu einem Thema in einem Kasten erscheinen. Damit zeigt die Ausstellung neben den Exponaten aus Archiven des Drehs eine sehr bunte Welt, die sich um die Exponate herum gestaltet. <\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Da die Ausstellung wie ein einzelner langer Gang aufgebaut ist, kehrt man am Ende der Ausstellung noch einmal zu allen R\u00e4umen zur\u00fcck, um zu dem Eingang bzw. Ausgang der <\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Ausstellung zu gelangen. Hierbei kann man m\u00f6glicherweise noch einmal die \u201eZeitreise\u201c rekapitulieren oder entdeckt weitere interessante Exponate, die auf dem Hinweg untergingen. Als ich pers\u00f6nlich schlussendlich aus der Ausstellung rausgehe, ist mir von den vielen Farben, Effekten und Lichtern etwas schwindelig. Doch trotz der etwas ausgefallen Lichteffekten, die durch die Zeitreise-Brille entstehen, konnte ich viel neues dar\u00fcber lernen, wie das Sandm\u00e4nnchen, das in meiner Kindheit ganz selbstverst\u00e4ndlich jeden Abend auf der Bildfl\u00e4che des Fernsehers erschien, \u00fcberhaupt ins Leben gerufen wurde. R\u00fcckblickend zeichnet sich die Ausstellung gerade dadurch aus, dass sie rund um die Informationen und ehemaligen Requisiten einen komplexen Erlebnisraum schafft, der sowohl f\u00fcr Kinder als auch f\u00fcr Erwachsene attraktiv ist.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\">\u00a0<\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\">\u00a0<\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><sup>1<\/sup> Vgl. <em>Ausstellung im Filmmuseum Potsdam zum 60. Jubil\u00e4um. <\/em>Online: https:\/\/www.filmmuseum- potsdam.de\/Mit_dem_Sandmann_auf_Zeitreise.html. Letzter Zugriff: 29.01.2021.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 12px;\\\">\\\"Mit dem Sandmann auf Zeitreise\\\"<br \/>Verl\u00e4ngert bis zum 21. August 2022<br \/><\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 12px;\\\">Ausstellung im Filmmuseum Potsdam zum 60. Jubil\u00e4um<br \/>In Zusammenarbeit mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg<br \/>Breite Stra\u00dfe 1A<br \/>14467 Potsdam<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 12px;\\\"><br \/>\u00d6ffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr von Dienstag bis Sonntag <br \/>Eintrittspreis: regul\u00e4r 5 Euro, erm\u00e4\u00dfigt 3 Euro<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 8,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-ht","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":1083,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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