{"id":1102,"date":"2022-02-16T23:33:38","date_gmt":"2017-02-05T07:15:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/helmut-newton-museum-fuer-fotografie-2\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:52","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:52","slug":"johann-erdmann-hummel-alte-nationalgalerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/johann-erdmann-hummel-alte-nationalgalerie\/","title":{"rendered":"Johann Erdmann Hummel, Alte Nationalgalerie"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Nicht nur der rote Teppich, der \u00fcber die Steintreppen f\u00fchrt, sondern auch die hohen S\u00e4ulen und die mit Stuck verzierten Steinw\u00e4nde lassen die Eingangshalle glanzvoll und eindrucksvoll wirken. In dieser befinden sich ebenso Informationen \u00fcber kommende und laufende Ausstellungen.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Da in der Alten Nationalgalerie mehrere Ausstellungen gleichzeitig stattfinden, ist die Wahl nach letzterer nicht auf eine einzige beschr\u00e4nkt. Doch eine Ausstellung erweckte ein besonderes Interesse: \u201eMagische Spiegelungen\u201c, die vom 22.10.2021-20.02.2022 gezeigt wird - pr\u00e4sentiert von Johann Erdmann Hummel gemalte Bilder, Skizzen und Portraits auf der dritten Etage der Nationalgalerie. Bevor man die Ausstellung \u00fcberhaupt betritt, trifft man im Vorraum auf ein zum Thema der Ausstellung passendes Objekt: Ein gro\u00dfer f\u00fcnf-eckiger Klotz, der von Spiegel umh\u00fcllt ist und in der Mitte des Raumes steht, spiegelt den gesamten Vorraum und leitet somit schon einmal das Thema der gesamten Ausstellung ein. Die eigenst\u00e4ndig im Raum stehende k\u00fcnstlerische Installation, leitet das Thema zwar ein, verr\u00e4t dennoch nicht zu viel, so dass man die n\u00e4chsten R\u00e4ume mit Neugierde betritt. An den gegen\u00fcberliegenden hohen Steinw\u00e4nden sind gigantische Plakate mit biographischen Hintergr\u00fcnden des Malers befestigt. Der Vorraum bildet also eine passende Einleitung bez\u00fcglich des Themas der Spiegelungen und liefert ebenso schon einmal biographische und malerische Hintergrundinformationen zum K\u00fcnstler. Auch im ausf\u00fchrlichen Ausstellungskatalog wird die M\u00f6glichkeit gegeben, sich \u00fcber den Maler zu belesen: \u201eJohann Erdmann Hummels k\u00fcnstlerisches Schaffen war in seiner Zeit einzigartig. N\u00fcchterne Sachlichkeit einerseits und eine bis ins transzendente gehende Detailfreudigkeit andererseits zeichnen sein Werk aus. Kein anderer zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler hatten raffinierten Spiegelungen, r\u00e4umlichen Verschachtelungen und magischen Beleuchtungen ein solches Interesse entgegengebracht wie Hummel.\u201c Im ersten Ausstellungsraum erkennt man sofort jene ,raffinierten Spiegelungen\u2019. Motive wie Glocken und Brunnen weise Spiegelun<\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">gen auf ihren glatten Oberfl\u00e4chen auf, das Gem\u00e4lde wirkt dadurch noch realistischer. Sie wirken gar \u00fcberrealistisch und beeindrucken durch ihre zeichnerische Klarheit. Johann Erdmann Hummel erhielt 1809 eine Professur f\u00fcr Perspektive, Optik und Architektur an der Berliner Akademie der K\u00fcnste. Die Perspektive ver\u00e4ndert sich von Werk zu Werk: Mal steht man als Betrachter weiter weg vom Geschehen und mal erscheinen Personen, Objekte oder die Natur enorm nah und gro\u00df. Das Spiel mit Licht und Spiegelungen spielt da- bei eine relevante Rolle, denn diese kreieren die Raumverh\u00e4ltnisse im Bild. Die Thematik der Werke erstreckt sich auch auf Naturbilder, in denen nicht nur das Licht eine zentrale Rolle erh\u00e4lt, das sich \u00fcber Regenb\u00f6gen, Sonnen-und Mondstrahlen erkennen l\u00e4sst, sondern auch Spiegelungen, die sich -manchmal mehr oder weniger auff\u00e4llig - in Fl\u00fcssen oder Seen erkennen lassen. Des Weiteren zeigt der Maler \u00fcberwiegend Architektur, unter anderem H\u00e4user und Innenr\u00e4ume. In den Innenr\u00e4umen, in denen sich meist auch Personen befinden, lassen sich Spiegelungen ausmachen, die entweder \u00fcber einen Spiegel oder \u00fcber Fenster bei Nacht entstehen. Manche Spiegelungen in den R\u00e4umen sind so realistisch gezeichnet, dass man sie erst nach genauem und wiederholtem Hinschauen entdecken kann:<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Zeichnungen der Spiegelungen ordnen sich fehlerlos in die Licht-und Raumverh\u00e4lt<\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">nisse ein, so dass sie sich in das Bild einbetten und unauff\u00e4llig erscheinen. Dennoch bleiben diese vor dem Betrachter nicht vollends versteckt und unentdeckt: Das R\u00e4tselhafte in den Gem\u00e4lden spornt den Betrachter dazu an, neues zu sichten und Spiegelungen zu finden.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">In weiteren Ausstellungsr\u00e4umen befinden sich ebenso Skizzen, die die Entwicklung einzelner Werke darstellen sollen. Dies ist \u00e4u\u00dferst interessant, jedoch aus rezeptions\u00e4sthetischer Perspektive etwas unvorteilhaft kuriert. Da manche Gem\u00e4lde in anderen R\u00e4umen gezeigt werden, durch welche der Betrachter schon gegangen ist, wird der Bezug zu dem endg\u00fcltigen ausgestellten Werk und dem der Skizzen unterbrochen. Als Betrachter kann man den gew\u00fcnschten Effekt des Werdegangs von der Skizze zum vollendeten Werk, nicht komplett nachvollziehen.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Ausstellung liefert sowohl Einblicke in Johann Erdmann Hummels Leben als auch Eindr\u00fccke seines k\u00fcnstlerischen Schaffens. Die Thematik der Ausstellung wird durch spezifisch ausgew\u00e4hlten Gem\u00e4lden von Hummel umgesetzt und pr\u00e4sentiert. Das r\u00e4tselhafte Suchen nach Spiegelungen und die sch\u00f6nen Lichter-und Naturdarstellungen zeigen seine facettenreiche und \u00fcberaus realistische Malerei. Das Magische in seinen Bildern, das sich auch im Titel der Ausstellung \u201eMagische Spiegelungen\u201c wiederfindet, wird also zum einen durch die Naturmotive (der Regenbogen, Sonne, Mond und W\u00e4lder) als auch durch die <\/span><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">versteckten, immer wieder auftretenden Spiegelungen (durch Spiegel, Gew\u00e4sser und Fenster) bewirkt.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Ein Durchgang der gesamten Ausstellung dauert h\u00f6chstens drei\u00dfig Minuten. Ein Besuch ist sehr lohnenswert, da man in den kurzen drei\u00dfig Minuten auch viel entdecken kann: Das Magische in den Portraits, Skizzen und anderen Gem\u00e4lden erkennt man anhand verschiedener Motive und des \u00fcberraschenden Auffinden von Spiegelungen in ihnen. Das Magische entsteht also sowohl in den Gem\u00e4lden als auch bei dem Betrachter selbst: Die magischen Spiegelungen und das Suchen nach ihnen versetzt den Besucher der Ausstellung nicht in eine blo\u00dfe passive Rolle eines anwesenden Betrachters, sondern bewirkt stattdessen Interaktion mit den Gem\u00e4lden.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<div><div><p class=\\\"_Default\\\" style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Johann Erdmann Hummel - Magische Spiegelungen<br \/>22.10.2021 bis 20.02.2022<\/span><\/p><\/div><\/div><div><p style=\\\"line-height: 0.8;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Alte Nationalgalerie<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Bodestra\u00dfe 1-3<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10178\u00a0\u00a0Berlin<\/span><\/p><\/div>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 8,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-hM","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":1102,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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