{"id":1219,"date":"2025-08-16T11:00:48","date_gmt":"2025-08-16T09:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/church-for-sale-hamburger-bahnhof-copy-copy-6-copy\/"},"modified":"2025-09-17T13:59:16","modified_gmt":"2025-09-17T11:59:16","slug":"grenzturm-nieder-neuendorf-stadt-hennigsdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/grenzturm-nieder-neuendorf-stadt-hennigsdorf\/","title":{"rendered":"Grenzturm Nieder Neuendorf, Stadt Hennigsdorf"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Der Turm wurde 1987 als F\u00fchrungsstelle des Grenzregiments 38 Clara Zetkin errichtet und diente zur \u00dcberwachung eines Grenzabschnitts, der 18 weitere Grenzt\u00fcrme umfasste. In dem ehemaligen DDR-Wachturm befindet sich heute eine Dauerausstellung, die den Weg von der Teilung Deutschlands bis hin zum Grenzabbau dokumentiert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Migration der DDR-B\u00fcrger:innen in die BRD, auf der Struktur der Grenz\u00fcberwachung und dem Alltag der Grenzbeamt:innen im Grenzturm.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Diese eindr\u00fcckliche Gegen\u00fcberstellung ist nur einer mehrerer Gegens\u00e4tze, \u00fcber die sich Besuchende im Grenzturm Nieder Neuendorf informieren k\u00f6nnen. Die Ausstellung thematisiert ausf\u00fchrlich und multimedial auf drei Etagen die Grenzschlie\u00dfung, das Leben im Grenzgebiet, die Geschichte der Grenztruppen, die sogenannte Republikflucht und deren Folgen, Geschichten von Neuanf\u00e4ngen im Westen, den Tod an der Mauer, den Volksaufstand am 17. Juni 1953, den Marsch aus Hennigsdorf, die Opposition in der DDR, Antr\u00e4ge auf st\u00e4ndige Ausreise aus der DDR sowie die Friedliche Revolution und Wiedervereinigung. Damit vermittelt die Dauerausstellung wichtige Hintergrundinformationen zur Lebensrealit\u00e4t in der Region um Hennigsdorf zu Zeiten der Teilung Deutschlands. Mit Bildern, Filmen, Texten, einem Audioguide, einer Brosch\u00fcre und einigen Ausstellungsobjekten spricht sie mehrere Sinne der Besuchenden an. Der Audioguide und die Texte in der Ausstellung selbst sind auf Deutsch und Englisch auch online verf\u00fcgbar.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Doch nicht nur zum Informieren, sondern auch zum Gedenken l\u00e4dt der Grenzturm ein: an seinem historisch-authentischen Ort (wie sich die Ausstellung selbst betitelt), steht der Grenzturm als Mahnmal. Ihn umgeben ein Gedenkstein aus Granitblock, der 2005 von der K\u00fcnstlerin Heike Becker gestaltet worden ist, und eine Gedenkstele aus Beton, die an ein Bruchst\u00fcck der Mauer erinnern soll. Die Ausstellung im Grenzturm wurde am 9. November 1999 zum zehnj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Mauerfalls er\u00f6ffnet, 2014 wurde sie zum bisher letzten Mal \u00fcberarbeitet.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"bottom\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 757,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_3.jpg\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 3,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 3,\r\n      \"relid\": 13,\r\n      \"attid\": 1221,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_3.jpg\",\r\n        \"_1280\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_3-1280x854.jpg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_3-1024x684.jpg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_3-768x513.jpg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_3-512x342.jpg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_3-265x177.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 1600,\r\n      \"h\": 1068,\r\n      \"ar\": 0.6675,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"caption\": \"<p><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Copyright: Stadtarchiv Hennigsdorf, Fotograf: Frank Liebke<\/span><\/p>\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Bedeutung der Mauer und der N\u00e4he zur Grenze f\u00fcr die Region rund um Hennigsdorf spielt ebenfalls eine wichtige Rolle in der Ausstellung. Besonders eindr\u00fccklich ist der Zeugenbericht einer Person, die als Kind zusammen mit Verwandten regelm\u00e4\u00dfig mit der S-Bahn die Grenze nach West-Berlin \u00fcberquert hat. Diese pers\u00f6nlichen Zeitzeugenberichte ziehen sich wie ein Muster durch die Ausstellung. Es wird in der ersten Person erz\u00e4hlt, oder es finden sich Informationstafeln zu Bewohner:innen der Stadt Hennigsdorf, die zum Beispiel sogenannte Republikfl\u00fcchtige waren. Wegen mangelnder Informationen zum Schicksal einiger Betroffener m\u00fcssen in den Infotexten auch Leerstellen gelassen werden. Diese Leerstellen und fehlenden Informationen werden deutlich benannt. So liest man beispielsweise auf einer Tafel, dass nicht Weiteres \u00fcber das Leben zweier Hennigsdorfer B\u00fcrger bekannt ist, die sich offen SED-kritisch ge\u00e4u\u00dfert haben. Anzumerken ist aber, dass die Perspektiven der Grenzangestellten in der Dauerausstellung nicht pr\u00e4sent sind. Es werden nur Teile ihrer Uniformen ausgestellt. Die Person des Grenzbeamten wird dadurch verfremdet.<\/span><\/p><p>\u00a0<\/p>\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 15,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2.jpg\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 3,\r\n      \"colspan\": 11,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 3,\r\n      \"relid\": 17,\r\n      \"attid\": 1222,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2.jpg\",\r\n        \"_3840\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-3840x2562.jpg\",\r\n        \"_3200\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-3200x2135.jpg\",\r\n        \"_2560\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-2560x1708.jpg\",\r\n        \"_1920\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-1920x1281.jpg\",\r\n        \"_1280\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-1280x854.jpg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-1024x683.jpg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-768x512.jpg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-512x342.jpg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_2-265x177.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 3871,\r\n      \"h\": 2583,\r\n      \"ar\": 0.6672694394213382,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"caption\": \"<p><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Copyright: Stadtarchiv Hennigsdorf, Fotograf: Frank Liebke<\/span><\/p>\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Durch die Zeugenberichte werden in der Ausstellung im Grenzturm die regionale, nationale und die Geschichte einzelner Personen miteinander verbunden. Mit der Ausstellung von Originalobjekten und -dokumenten, der der Einbindung von Zeitzeugenberichten und dem historisch-authentischen Standort der Dauerausstellung entsteht ein realer Bezugspunkt der Besuchenden zur Geschichte der Teilung Deutschlands, der durch die eben genannten Faktoren authentisiert wird.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 10,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1.jpg\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 8,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 7,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 20,\r\n      \"attid\": 1223,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1.jpg\",\r\n        \"_3840\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-3840x2562.jpg\",\r\n        \"_3200\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-3200x2135.jpg\",\r\n        \"_2560\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-2560x1708.jpg\",\r\n        \"_1920\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-1920x1281.jpg\",\r\n        \"_1280\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-1280x854.jpg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-1024x683.jpg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-768x512.jpg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-512x342.jpg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Haska_1-265x177.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 3871,\r\n      \"h\": 2583,\r\n      \"ar\": 0.6672694394213382,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"caption\": \"<p><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Copyright: Stadtarchiv Hennigsdorf, Fotograf: Frank Liebke<\/span><\/p>\",\r\n      \"textAnimation\": {\r\n        \"enableTextAnimation\": false\r\n      }\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">In der Ausstellung, in der Infotafeln den gr\u00f6\u00dften Teil der Ausstellungselemente ausmachen, springt besonders ein interaktives Ausstellungsobjekt ins Auge: Besucher:innen k\u00f6nnen durch das das Teleskop Blicken und dadurch den ehemaligen Grenzstreifen und die Wasseroberfl\u00e4che beobachten. So schl\u00fcpfen sie f\u00fcr einen Augenblick in die Rolle der Grenzbeamten, die mit dem Teleskop vor rund 30 Jahren nach sogenannten Republikfl\u00fcchtigen Ausschau gehalten haben. Heutzutage finden wir aber nur einen sch\u00f6nen Ausblick auf die idyllische Landschaft vor. Dieser Ausblick auf den fr\u00fcheren Grenzstreifen regt auch zum Reflektieren \u00fcber die Zug\u00e4nglichkeit des Ortes an \u2013 ein weiterer Gegensatz, auf den Besucher:innen des Grenzturms Nieder Neuendorf sto\u00dfen. Der Ort, dessen Betreten fr\u00fcher schlimmstenfalls sogar t\u00f6dlich enden konnte, l\u00e4dt heute ein, inne zu halten und sich der Gedenkst\u00e4tte zu n\u00e4hern oder eine Ruhepause einzulegen, wenn man schon eine gute Strecke auf dem Mauerradweg hinter sich gebracht hat. Die fr\u00fcher beschr\u00e4nkte Zug\u00e4nglichkeit des Ortes steht in starkem Kontrast zur freien Zug\u00e4nglichkeit heute.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 8,\r\n      \"col\": 9,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 22,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"textAnimation\": {\r\n        \"enableTextAnimation\": false\r\n      },\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Spannend ist auch die Perspektive der Berichterstattung in der Ausstellung: Sie wurde vom Stadtarchiv und der Stadt Hennigsdorf konzipiert, wodurch eine Art Metaebene der Erz\u00e4hlperspektive entsteht, da die Stadt Hennigsdorf \u00fcber sich selbst berichtet. Die Geschichte der Stadt und der Region wird also aus eigener Perspektive wiedergegeben. Da die Ausstellungsetagen im Grenzturm durch schmale Treppen verbunden sind, ist der Zugang bedauerlicherweise nicht barrierefrei. Die Anbindung an den \u00f6ffentlichen Nahverkehr k\u00f6nnte eine Herausforderung f\u00fcr einige Besuchende darstellen, da die Ausstellung nur mit einer Busverbindung zu erreichen ist.\u00a0 F\u00fcr Reisende, die zum Beispiel sowieso auf dem Mauerradweg unterwegs sind, bietet die Ausstellung aber eine gut zu erreichende Abwechslung und einen interessanten Zwischenstopp.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 9,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Grenzturm Nieder Neuendorf<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Uferpromenade, 176761 Hennigsdorf<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\">\u00a0<\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">\u00d6ffnungszeiten: 6. April bis 3. Oktober, Dienstag - Sonntag <\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\"><a href=\\\"https:\/\/www.hennigsdorf.de\/Stadtleben\/Kunst-und-Kultur\/Grenzturm-Nieder-Neuendorf\/index.php\\\">Grenzturm Nieder Neuendorf \/ Stadt Hennigsdorf<\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 10,\r\n      \"col\": 4,\r\n      \"colspan\": 13,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 4,\r\n      \"relid\": 1349,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-jF","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":1219,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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