{"id":1290,"date":"2025-09-22T10:29:30","date_gmt":"2025-09-22T08:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/sung-tieu-1992-2025-kw-institute-for-contemporary-art-copy\/"},"modified":"2025-09-22T10:59:18","modified_gmt":"2025-09-22T08:59:18","slug":"musafiri-of-travellers-and-guests-haus-der-kulturen-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/musafiri-of-travellers-and-guests-haus-der-kulturen-der-welt\/","title":{"rendered":"Musafiri: Of Travellers and Guests, Haus der Kulturen der Welt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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In Ena de Silva\u2019s Fauna- und Flora-Motiven verbinden sich buddhistische, hinduistische und europ\u00e4ische Einfl\u00fcsse, eine Erinnerung an die gewaltvolle Kolonialgeschichte Sri Lankas \u2013 und so stehe ich schon mitten in <em>Musafiri: Of Travellers and Guests. <\/em>Die Ausstellung erstreckt sich \u00fcber das ganze, an der Spree liegende Geb\u00e4ude und tritt mit der Architektur des HKW in einen Dialog.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Marius-Le-Prince_Bild-1.jpeg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 3,\r\n      \"colspan\": 7,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 3,\r\n      \"relid\": 24,\r\n      \"attid\": 1294,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Marius-Le-Prince_Bild-1.jpeg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Marius-Le-Prince_Bild-1-265x176.jpeg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 320,\r\n      \"h\": 213,\r\n      \"ar\": 0.665625,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"caption\": \"<p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Installationsansicht der Ausstellung\u00a0Musafiri: Von Reisenden und G\u00e4sten, Haus der Kulturen der Welt (2025), Foto: Hanna Wiedemann\/HKW<\/span><\/p>\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Mit dem Titel beklebte Glast\u00fcren f\u00fchren in den Hauptausstellungsraum, dahinter tauche ich in ein Meer voller Farben, unterschiedlichster Materialien und verschiedenster Formen. Die Ausstellung lebt von einer Vielfalt an Perspektiven, welche sich in den Werken von \u00fcber 40 K\u00fcnstler:innen manifestieren. Ausgestellt ist ein Sammelsurium aus Malereien, Videoinstallationen, Fotografien, Skulpturen, Textilien. In vielen Werken sind pr\u00e4zises Handwerk und freies k\u00fcnstlerisches Arbeiten eng miteinander verflochten. Auch wenn historische Begebenheiten viel thematisiert werden, ergibt sich keine klassische geschichtliche Dokumentation. Gleichzeitig beeinflussen Geschichte und Geschichten von Wanderung, freien und erzwungenen Reisen das k\u00fcnstlerische Schaffen in einem komplexen Wechselspiel.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">W\u00e4hrend meiner eigenen Reise durch die Welt der <em>Musafiri<\/em> habe ich stets die Worte von Bonaventure Soh Bejeng Ndikung im Ohr: \u201eReisen, Wanderung, Migration, und andere Formen der physischen Bewegung oder psychologischen Verschiebungen von A nach B sind in der Tat das \u00e4lteste Kontinuum in der Geschichte der Menschheit, ja in der Geschichten aller Wesen.\u201c Diese auf den ersten Seiten des Begleitbuches zu lesenden Worte des Intendanten und Chefkurators des HKW bilden den roten Faden der Ausstellung \u2013 sie schweben wie ein Mantra \u00fcber allem und sind zugleich wohl das wichtigste Statement in pers\u00f6nlicher wie auch politischer Dimension.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Ausstellung erz\u00e4hlt Geschichten von freiwilligen Reisenden auf der Suche nach einem besseren Leben und unfreiwilligen, gewaltvoll verschleppten Individuen sowie vom Ankommen, vom Empfangenwerden und der Macht der Personen, die entscheiden, wer willkommen ist und wer nicht. Es werden k\u00fcnstlerische Begegnungen beleuchtet und verfolgt, die entstehen, wenn man die Grenzen des Vertrauten hinter sich l\u00e4sst. Die Ausstellung entspringt dem Wunsch, eine Welt zu erschaffen, in der Reisende ankommen und als G\u00e4ste empfangen werden k\u00f6nnen. Daher auch der Titel<em> musafiri,<\/em> ein arabisches Wort das so viel bedeutet wie Reisende. Es existiert mit einer erstaunlichen phonetischen \u00c4hnlichkeit in vielen anderen Sprachen, darunter Hindi, Urdu, T\u00fcrkisch, Swahili, Farsi und Rum\u00e4nisch, in dem es eine besondere Form des Gastseins beschreibt.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Eine wichtige kuratorische Entscheidung liegt in dem vollst\u00e4ndigen Verzicht auf Beschriftungen. Stattdessen liefert der Reader Informationen zur Ausstellung, zu den K\u00fcnstler:innen und deren Werken. Das Handbuch kann in deutscher oder englischer Ausgabe am Empfang entgegengenommen werden. Das Fehlen der Informationstexte regt besonders intensiv zum eigenen Wahrnehmen an. Es ist spannend zu beobachten, welche Werke mich anziehen und welche von mir \u00fcbersehen werden. Ich merke schnell, dass das Ziel der Kuration, mit allen Sinnen in Ber\u00fchrung zu kommen und den Ausstellungsbesuch selbst als eine sinnliche und k\u00f6rperliche Art der Wissensaneignung zu verstehen, bei mir von Beginn an fruchtet.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 9,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Marius-Le-Prince_Bild-2.jpeg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 4,\r\n      \"colspan\": 11,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 4,\r\n      \"relid\": 25,\r\n      \"attid\": 1293,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Marius-Le-Prince_Bild-2.jpeg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Marius-Le-Prince_Bild-2-265x176.jpeg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 320,\r\n      \"h\": 213,\r\n      \"ar\": 0.665625,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"caption\": \"<p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Installationsansicht der Ausstellung\u00a0Musafiri: Von Reisenden und G\u00e4sten, Haus der Kulturen der Welt (2025), Foto: Hanna Wiedemann\/HKW<\/span><\/p>\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Es wird auf eine Chronologie verzichtet und so entsteht ein hierarchieloser Raum der Begegnung zwischen den Werken. Das einzige Element, welches f\u00fcr Besucher:innen eine leitende Rolle einnimmt, ist ein farbiger Steg. Dieser fungiert sowohl als barrierefreier, demokratischer Einstieg f\u00fcr alle, als auch als Podest, welches einen Ausblickspunkt schafft. Es entstehen mehrere Ebenen und verschiedene Blickachsen, die den Perspektivwechsel innerhalb der Ausstellung erm\u00f6glichen. Das Aufeinandertreffen der vielen Welten und die F\u00fclle an Informationen, Wissen und Perspektiven erscheinen zeitweise auch \u00fcberfordernd. Gerade die Freiheit, den eigenen Weg durch die Ausstellung zu w\u00e4hlen, st\u00f6\u00dft im Hauptausstellungsraum an Grenzen \u2013 die visuelle \u00dcberfrachtung kann zu einem Gef\u00fchl von Haltlosigkeit f\u00fchren. In der \u00dcberforderung klingt die Erinnerung an \u00e4hnliche Reiz\u00fcberflutungen nach, wie sie bei tats\u00e4chlichen Reisen, ob freiwillig oder unfreiwillig, erlebt werden.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><em>Musafiri: Of Travellers and Guests <\/em>schafft in der gastgebenden Rolle den Spagat zwischen einer intimen, pers\u00f6nlichen und farbenfrohen \u00c4sthetik des Reisens und der Geste der Gastfreundschaft als einem politischen Akt, der die Relevanz und Ernsthaftigkeit des Themas nicht aus den Augen verliert. Der klassische Museumsbesuch wird durchbrochen. Hier wird ein Ort der Begegnung und des Austauschs geschaffen, in dem wir alle ein St\u00fcck weit zu Reisenden und G\u00e4st:innen werden. Am Ende steht f\u00fcr mich die Frage: Wird es irgendwann einen Tag geben, an dem die <em>Musafiri<\/em> ankommen \u2013 in einer Welt, in der das Recht zu entscheiden, wer bleibt und wer geht, allen selbst geh\u00f6rt?<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 16,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Musafiri: Of Travellers and Guests<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">1. M\u00e4rz 2025 bis 16. Juni 2025<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\">\u00a0<\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Haus der Kulturen der Welt<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">John-Foster-Dulles-Allee 10<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10557 Berlin<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\">\u00a0<\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">\u00d6ffnungszeiten: Mittwoch bis Montag 12-19 Uhr, Dienstag geschlossen<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Eintritt: Erwachsene 8\u20ac, erm\u00e4\u00dfigt 5\u20ac, montags und jeden ersten Sonntag im Monat frei<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">https:\/\/www.hkw.de\/programme\/musafiri<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 8,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"textAnimation\": {\r\n        \"enableTextAnimation\": false\r\n      },\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-kO","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":1290,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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