{"id":1347,"date":"2025-12-01T14:03:47","date_gmt":"2025-12-01T13:03:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/musafiri-of-travellers-and-guests-haus-der-kulturen-der-welt-copy\/"},"modified":"2025-12-01T14:10:00","modified_gmt":"2025-12-01T13:10:00","slug":"musafiri-von-reisenden-und-gaesten-haus-der-kulturen-der-welt-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/musafiri-von-reisenden-und-gaesten-haus-der-kulturen-der-welt-3\/","title":{"rendered":"Musafiri: Von Reisenden und G\u00e4sten, Haus der Kulturen der Welt"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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In verschiedenen Ausf\u00fchrungen kommt das Wort in vielen Regionen der Welt vor und wird in einem \u00e4hnlichen Kontext verstanden \u2013 der Reisende, der Gast. In einigen Zusammenh\u00e4ngen steht dies auch f\u00fcr das Willkommensein. Nach diesem Konzept ist die Ausstellung <em>Musafiri: Von Reisenden und G\u00e4sten <\/em>des Haus der Kulturen der Welt benannt, das zudem im Sinne der Bedeutung des Wortes fungieren soll: Im Anblick gegenw\u00e4rtiger und historischer Einstellungen und Politiken zur Migration will die Ausstellung eine andere Perspektive darbieten: Von Menschen, die ankommen, von Menschen, die reisen, ihre Heimat verlassen und Heimat suchen. Das Haus der Kulturen der Welt steht \u2013 wie auch der Name suggeriert \u2013 f\u00fcr das Zusammenleben, die Koexistenz und den Austausch zwischen verschiedenen Kulturen und menschlichen Geschichten. Es l\u00e4sst sich also durchaus annehmen, das Ausstellungskonzept sei typisch f\u00fcr diese Einrichtung und repr\u00e4sentiere ihre Werte und Themenbereiche.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px; letter-spacing: 0.1em;\\\">Die Ausstellung<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 13,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><em>Musafiri: Von Reisenden und G\u00e4sten <\/em>war eine Ausstellung des HKW, welche vom 8. M\u00e4rz bis zum 16. Juni 2025 stattfand und insgesamt 42 Einheiten von Kunstwerken und Objekten von insgesamt 41 K\u00fcnstler:innen und Forscher:innen repr\u00e4sentierte. Die teilnehmenden Personen vertraten ein breites Spektrum von Disziplinen, Hintergr\u00fcnden, Herkunfts- und Heimatsorten sowie Narrativen. Dem Kurator Cosmin Costina\u015f zufolge war das Ziel der Ausstellung, den Fokus auf Erz\u00e4hlungen zu setzten, die im Zuge der Globalisierung unsichtbar geblieben sind: die Geschichten von Reisenden, gefl\u00fcchteten Personen und Arbeiter:innen, die den globalen Fluss der Migration ausmachen und Handel und Kollaboration erst erm\u00f6glichen.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Mit einem Fokus auf Materialien und das Materielle bot M<em>usafiri <\/em>einen neuen Blickwinkel auf Handelsrouten, Arbeitsbedingungen, Transportwege, Ausbeutung und Arbeitsverteilung im Kontext des postkolonialen Kapitalismus. Die K\u00fcnstler:innen w\u00e4hlten ein weites Spektrum an diversen Forschungskonzepten, Techniken, Medien und Pr\u00e4sentationsm\u00f6glichkeiten, um ihre Geschichten zu erz\u00e4hlen und ihre Stimmen h\u00f6rbar werden zu lassen.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Der Gro\u00dfteil der Werke ist in einem Saal aufgestellt \u2013 der Mrinalini Mukherjee Halle. Einige Teile der Ausstellung wurden jedoch auch \u00fcber die restliche Fl\u00e4che des HKWs verteilt, etwa die Textilarbeiten von Ena de Silva. Sogar auf der Dachterrasse sind Flaggen von Lawrence Lemaona gehisst, die auch Passant:innen bewundern k\u00f6nnen, ohne dass das Geb\u00e4ude \u00fcberhaupt betreten werden muss. Einige Objekte k\u00f6nnen also erlebt werden, ohne ein Ticket f\u00fcr die Ausstellung zu kaufen, was diese Werke zug\u00e4nglicher f\u00fcr alle macht. Es muss aber auch erw\u00e4hnt werden, dass in diesem Fall der Kontext der Arbeiten nicht gegeben ist, da das Ausstellungskonzept nicht mit Beschreibungen direkt am Werk arbeitet. Stattdessen gibt es einen Katalog, der beim Besuch kostenlos mitgenommen werden kann. Er enth\u00e4lt Orientierungshilfen, einen Essay der Kurator:innen und alle Werke mit Infos zu den K\u00fcnstler:innen. Wenn man nun aber ohne Katalog vor dem Werk steht, kann es schwer sein, dessen Bedeutung zu begreifen.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Das Programm der Ausstellung demonstriert jedoch trotzdem das Bem\u00fchen, ihre Inhalte allen zug\u00e4nglich zu machen: Es gibt regelm\u00e4\u00dfig F\u00fchrungen, Vortr\u00e4ge und Gespr\u00e4che. Auch ein Kinderprogramm mit interaktiven F\u00fchrungen f\u00fcr Kindergartengruppen existiert. Jeden Montag ist der Einlass frei.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 9,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px; letter-spacing: 0.1em;\\\">Besuch<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 9,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 10,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Der Hauptraum der Ausstellung ist kaum mit einem typischen musealen Konzept zu vergleichen: Links und rechts von der Eingangst\u00fcr stehen die Namen der teilnehmenden K\u00fcnstler:innen. Eine kurze Treppe f\u00fchrt hinunter in eine Nische, in der ein Kunstwerk pr\u00e4sentiert wird: Von der Decke h\u00e4ngen Banner, Papierbl\u00e4tter und Torsi aus Stoff. Eine lange Rampe f\u00fchrt im Zickzack durch den Raum und hinab auf den Boden. Beim Hinabgehen dieser Rampe lassen sich einige Kunstwerke entlang des Weges aus der N\u00e4he betrachten \u2013 darunter unter anderem Holzschnitte, Videoinstallationen, gewebte Teppiche und eine Wachsskulptur, die auf dem Gel\u00e4nder thront. Von oben herab werden auch die unz\u00e4hligen anderen Werke im Saal sichtbar \u2013 jeder einzelne Punkt im Raum wurde genutzt und scheint perfekt auf das jeweilige Werk abgestimmt zu sein. Dennoch wirkt die Halle nicht \u00fcberf\u00fcllt, jedem Werk ist durch Installation und Inszenierung genug Raum geboten.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Einf\u00fchrung in den Raum \u00fcber die Rampe erm\u00f6glicht einen \u00dcberblick. Besuchende werden langsam in das Konzept der Einstellung eingef\u00fchrt, bevor sie sich auf dem Boden frei bewegen k\u00f6nnen. Durch diese Raumaufteilung lassen sich viele Werke aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, die sonst m\u00f6glicherweise verborgen geblieben w\u00e4ren. <em>Musafiri<\/em> ist eine sinnliche Erfahrung. Das Auge wird durch all die verschiedenen Farben und Formen im Raum angesprochen, durch die Gesichter auf den Bildern, die einem entgegenblicken, die vertrauten und nicht vertrauten Motive. Die verschiedenen Videoinstallationen erm\u00f6glichen es, den Reisen und k\u00fcnstlerischen Prozessen der einzelnen Kulturschaffenden zu folgen. Auch die Vielfalt an Mustern und Materialien ist ansprechend f\u00fcr das Auge \u2013 ebenso sind es die Gesichter, die einem aus den Fotos, Videos und Gem\u00e4lden entgegenblicken und die einen einfachen, direkten Zugang in das Pr\u00e4sentierte darbieten.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Beim Hinh\u00f6ren lassen sich Stimmen und leise Musik aus verschiedenen Ecken des Raumes vernehmen \u2013 die Videoinstallationen funktionieren mit Sound, zwischendurch erklingt auch Musik. An einer Wand h\u00e4ngt der Phonoschrank von Sophia E. Barrett samt Teppichschonern, die sich wie Fl\u00fcgel von dem Objekt ausbreiten. Gegen\u00fcber ist eine Wand voll Alben auf Schallplatten aufgebaut, zusammen mit zwei Schallplattenspielern und Sitzgelegenheiten. Die Besuchenden sind dazu aufgefordert, eine Schallplatte auszuw\u00e4hlen und diese \u00fcber Kopfh\u00f6rer f\u00fcr sich selbst zu erleben.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Auch f\u00fcr die Nase hat <em>Musafiri<\/em> etwas zu bieten: Auf der Rampe riecht es nach Wachs. Der Brunnen \u2013 <em>Fountain<\/em> (2025) \u2013 von Bekhbaatar Enkhtur, der sich am Gel\u00e4nder entlangschl\u00e4ngelt, ist aus Bienenwachs geformt. Und in einer anderen Ecke des Raumes verstr\u00f6mt <em>Eventual return; what to take back <\/em>von Robel Temesgen den Duft von Leder, Weihrauch und Kaffee. Auf einem aufgespannten Netz liegen geflochtene K\u00f6rbe, gef\u00fcllt mit Repr\u00e4sentationen von Handelswaren und Gep\u00e4ck, die \u00e4thiopische Reisende mit sich gef\u00fchrt hatten.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Im Gegensatz zum klassischen Museums- und Ausstellungskonzept bietet <em>Musafiri <\/em>auch einen taktilen Aspekt: Bei genauem Hinschauen l\u00e4sst sich die Vielzahl an unterschiedlichen Materialien erkennen, aus denen die Skulpturen bestehen. Eine Menge unterschiedlicher Techniken ist repr\u00e4sentiert: vom Sticken zum Weben, Malen, Modellieren, Kalligraphieren, N\u00e4hen, Zeichnen und so fort. Mit der interaktiven Videospielstation von Simon Soon und Chong Yan Chuah werden die Besucher:innen auch aufgefordert, selbst Hand anzulegen und mit den Werken zu interagieren, genau wie bei der eigenen Auswahl der Schallplatten.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Bei der genaueren Betrachtung lassen sich die genutzten Materialien entziffern und vertraute Muster erkennen: Die Webarbeiten von Zoarinivo Razakaratrimo zum Beispiel bestehen aus Alltagsobjekten, die ihrem urspr\u00fcnglichen Kontext entrissen wurden: Krawatten, Filmspulen, Verpackungsmaterial, alte Elektroteile. Viele der Werke in <em>Musafiri<\/em> spielen mit Materialien, ihrem sozialen und kulturellen Kontext und ihrer eigenen Migrationsgeschichte.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Durch all diese Aspekte sind Besuchende nicht nur Betrachtende, sondern auch aktive Teilnehmer:innen. Dies bricht die Konstellation Werk \u2013 K\u00fcnstler:in \u2013 Betrachter:in auf und lockert die Grenzen zwischen den einzelnen Komponenten. Oft hatte ich w\u00e4hrend meines Besuches aus Gewohnheit angenommen, ich m\u00fcsse einen gewissen Abstand zu den Objekten und Kunstwerken halten und diese aus der Ferne betrachten. Im Ausstellungsraum hindert jedoch nichts daran, an die Objekte heranzutreten, sie aus der N\u00e4he zu betrachten und \u2013 etwa in den genannten F\u00e4llen \u2013 selbst mit ihnen zu interagieren und sie taktisch zu erleben. \u00a0<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><em>Musafiri <\/em>ist als Ausstellung eine tiefgreifende Repr\u00e4sentation diverser migrantischer Stimmen, die globale Strukturen von Ungerechtigkeit aufdeckt und zum Reflektieren unseres Umfelds anregt.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 16,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Musafiri: Von Reisenden und G\u00e4sten<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">1. M\u00e4rz 2025 bis 16. Juni 2025<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\">\u00a0<\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Haus der Kulturen der Welt<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">John-Foster-Dulles-Allee 10<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10557 Berlin<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\">\u00a0<\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">\u00d6ffnungszeiten: Mittwoch bis Montag 12-19 Uhr, Dienstag geschlossen<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Eintritt: Erwachsene 8\u20ac, erm\u00e4\u00dfigt 5\u20ac, montags und jeden ersten Sonntag im Monat frei<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">https:\/\/www.hkw.de\/programme\/musafiri<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 8,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"textAnimation\": {\r\n        \"enableTextAnimation\": false\r\n      },\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-lJ","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":1347,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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