{"id":1355,"date":"2025-12-10T13:02:17","date_gmt":"2025-12-10T12:02:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/sung-tieu-1992-2025-kw-institute-for-contemporary-art-copy\/"},"modified":"2025-12-10T13:41:59","modified_gmt":"2025-12-10T12:41:59","slug":"dokumentationszentrum-flucht-vertreibung-versoehnung-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/dokumentationszentrum-flucht-vertreibung-versoehnung-in-berlin\/","title":{"rendered":"Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung in Berlin"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Die Ablehnung der Einheimischen gegen\u00fcber den Neuank\u00f6mmlingen ist gro\u00df, ihre Sprache, Kultur, Religion und Herkunft lassen sie fremd wirken. Au\u00dferdem f\u00f6rdert die eigene Not Neid und Missgunst \u2013 der Zugang zu Grundbed\u00fcrfnissen, wie z.B., zu Unterk\u00fcnften und Versorgungen, fehlt oft oder wird Vertriebenen bewusst verweigert.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung in Berlin ist ein Ort der Erinnerung sowie der Aufkl\u00e4rung, des Dialogs und der Migration. Es widmet sich den gewaltsamen Vertreibungen und Fluchtbewegungen des 20. Jahrhunderts, insbesondere im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge und \u00dcberlebende. Die Dauerausstellung thematisiert historische wie aktuelle Formen der Flucht und Vertreibung mit besonderem Fokus auf das 20. Jahrhundert und die Zeit nach 1945. In der zweiten Etage findet man die Bibliothek. Diese bietet viele unterschiedliche Dokumente, B\u00fccher und Berichte mit dem Fokus auf das Thema Migration. Au\u00dferdem umfasst das Dokumentationszentrum Veranstaltungs- und Workshopr\u00e4ume, in denen es unterschiedliche Angebote gibt, die zu Diskussionen anregen soll.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 15,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-1.jpg\",\r\n      \"align\": \"middle\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 13,\r\n      \"colspan\": 7,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 18,\r\n      \"attid\": 1357,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-1.jpg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-1-1024x1448.jpg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-1-768x1086.jpg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-1-512x724.jpg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-1-265x375.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 1190,\r\n      \"h\": 1683,\r\n      \"ar\": 1.4142857142857144,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"caption\": \"<h1 style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Stiftung Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung, Ansicht der Ausstellung, Foto: Markus Gr\u00f6teke\u00a0<\/span><\/h1>\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 19px;\\\">Die Dauerausstellung zeigt, wie Millionen von Menschen aufgrund von Krieg, ethnischer Verfolgung oder politischen Umbr\u00fcchen ihre Heimat verloren, was ihr Schicksal pr\u00e4gte und bis heute nachwirkt. Ihre Geschichten werden nicht nur aus deutscher Perspektive erz\u00e4hlt, sondern in einen gesamteurop\u00e4ischen Kontext gestellt. Die Darstellung soll uns an das Leid der Betroffenen erinnern, ohne dass die historischen Ursachen und Verantwortlichkeiten ausgeblendet werden.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 20,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">\u00a0Die Ausstellung verfolgt einen gro\u00dfen dreiteiligen Ansatz:<\/span><\/p><ol><li><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">die historische Aufarbeitung: die wichtigsten Fakten, Zahlen und die Hintergr\u00fcnde zu Flucht und Vertreibung.<\/span><\/li><li><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">die menschlichen Schicksale: pers\u00f6nliche Erinnerungen, Briefe, Fotos und Objekte von Zeitzeug:innen und \u00dcberlebenden<\/span><\/li><li><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Vers\u00f6hnung und Gegenwartsbezug: Es wird die Frage gestellt, wie Gesellschaften heute mit Vertreibung und Migration umgehen.<\/span><\/li><\/ol><p>\u00a0<\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Das Dokumentationszentrum dient nicht nur als Museum, sondern auch als ein Ort der Begegnung: als ein Ort, der zum Nachdenken und zur eingehenden Besch\u00e4ftigung mit dem Thema anregt und der Raum bieten soll, sich mit Frieden und Menschenrechten auseinanderzusetzen.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Dauerausstellung gliedert sich in mehrere thematische Bereiche. Der historische Abschnitt beleuchtet die Ursachen und Folgen von Zwangsmigration, insbesondere die Vertreibungen der Deutschen aus Ost- und Mitteleuropa nach 1945. Doch andere Vertreibungen, wie in der Sowjetunion, auf dem Balkan oder in Asien werden ebenfalls thematisiert. Zum anderen thematisiert die Dauerausstellung die menschlichen Schicksale in Bezug auf Zwangsmigration und Vertreibung. Mit Gegenst\u00e4nden, etwa pers\u00f6nlichen Erinnerungen, Briefen und Fotos, wird eine N\u00e4he zu den Betrachter:innen geschaffen. Im Mittelpunkt des Dokumentationszentrum stehen die pers\u00f6nlichen Erz\u00e4hlungen, wie zum Beispiel Tageb\u00fccher, Audioaufnahmen und Videointerviews mit den Zeitzeug:innen, die die emotionale Ebene von Heimatverlust und Neuanfang vermitteln. Im \u201eRaum der Stille\u201c kann man innehalten und sich diesen widmen.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 9,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayeb_Bild-2.jpg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 7,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 24,\r\n      \"attid\": 1358,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayeb_Bild-2.jpg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayeb_Bild-2-1024x1448.jpg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayeb_Bild-2-768x1086.jpg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayeb_Bild-2-512x724.jpg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayeb_Bild-2-265x375.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 1190,\r\n      \"h\": 1683,\r\n      \"ar\": 1.4142857142857144,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"caption\": \"<p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Gegenst\u00e4nde aus einer sudetendeutschen Heimatstube, Foto: Markus Gr\u00f6teke<\/span><\/p>\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-3.jpg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 11,\r\n      \"colspan\": 7,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 25,\r\n      \"attid\": 1359,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-3.jpg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-3-1024x1448.jpg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-3-768x1086.jpg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-3-512x724.jpg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/Aldeiab-Kayed_Bild-3-265x375.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 1190,\r\n      \"h\": 1683,\r\n      \"ar\": 1.4142857142857144,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"caption\": \"<p style=\\\"line-height: 0.6;\\\"><span style=\\\"font-size: 10px;\\\">Raum der Stille, Entwurf: K\u00f6nigs Architekten (K\u00f6ln), Foto: Markus Gr\u00f6teke\u00a0<\/span><\/p>\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Das Dokumentationszentrum versucht vielf\u00e4ltig zu repr\u00e4sentieren, jedoch l\u00e4sst sich auch Kritik formulieren. Es legt den Schwerpunkt auf die Vertreibungen nach 1945. Zwar werden fr\u00fchere Formen von Zwangsmigration erw\u00e4hnt, doch bleiben diese untergeordnet. Die nationalsozialistische Umsiedlungspolitik vor 1945 sowie die Verfolgung und Vertreibung von J\u00fcdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich werden nicht vertiefend behandelt. Die Ausstellung tendiert damit zu einer einseitigen Opferperspektive auf die deutsche Geschichte.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Zum Schluss m\u00f6chten wir kurz erl\u00e4utern, warum solche Orte \u2013 auch wenn sie nicht alle Perspektiven abdecken k\u00f6nnen \u2013 wichtig f\u00fcr das soziale und gesellschaftliches Leben sein k\u00f6nnen. Flucht und Vertreibung sind kein Thema der Vergangenheit, sie betreffen Millionen von Menschen weltweit. Das Dokumentationszentrum leistet einen Beitrag dazu, solche Erfahrungen sichtbar zu machen und eine Kultur des Erinnerns und der Verst\u00e4ndigung zu f\u00f6rdern. Kritisch sehen wir jedoch, dass viele der Vertriebenen Teil von einer Gesellschaft waren, die zuvor selbst T\u00e4terrollen innehatte. Diese Ambivalenz wird zwar erw\u00e4hnt, aber nicht konsequent problematisiert. Die Darstellung bewegt sich damit in einem Spannungsfeld zwischen Erinnerung und nationaler Selbstvergewisserung.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Unser Standpunkt: Das Zentrum ist ein notwendiger Ort des Erinnerns, muss aber deutlicher aufzeigen, dass ein Teil der Vertriebenen nicht nur Opfer war, sondern auch aus T\u00e4tergesellschaften kam. Au\u00dferdem fehlt die Frage, welche historischen Geschehnisse vor 1945 zu Zwangsmigration f\u00fchrten. Eine st\u00e4rker transnationale, selbstkritische Perspektive w\u00fcrde einseitigen Opfernarrativen entgegenwirken.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 8,\r\n      \"col\": 2,\r\n      \"colspan\": 17,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 2,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"frameOverflow\": \"\",\r\n      \"absolute_position\": false\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Ort: Stresemannstra\u00dfe 90, 10963 Berlin<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">\u00d6ffnungszeiten: Di \u2013 So, 10 \u201319 Uhr<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Eintritt: frei (Spenden sind willkommen)<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Barrierefreiheit: Das Geb\u00e4ude ist rollstuhlgerecht ausgestattet.<\/span><\/p><p><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Webseite: <a href=\\\"https:\/\/www.flucht-vertreibung-versoehnung.de\/de\/home\\\">https:\/\/www.flucht-vertreibung-versoehnung.de\/de\/home<\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 9,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"absolute_position\": false,\r\n      \"textAnimation\": {\r\n        \"enableTextAnimation\": false\r\n      },\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-lR","jetpack-related-posts":[{"id":1191,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/der-treck-fotografien-einer-flucht-1945-dokumentationszentrum-flucht-vertreibung-versoehnung\/","url_meta":{"origin":1355,"position":0},"title":"Der Treck \u2013 Fotografien einer Flucht 1945, Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Vers\u00f6hnung","author":"Die Redaktion","date":"11. 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