{"id":781,"date":"2016-06-16T21:34:43","date_gmt":"2016-06-16T19:34:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/michelverjux-2\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:28","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:28","slug":"augustkopisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/augustkopisch\/","title":{"rendered":"August Kopisch, Alte Nationalgalerie Berlin"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Das pomp\u00f6se, antike Geb\u00e4ude, welches bereits selbst als Kunstobjekt betrachtet werden kann, wird zu dieser Sonderausstellung mit einem Ausschnitt des Gem\u00e4ldes\u00a0 \u201eKrater des Vesuvs\u201c geschm\u00fcckt und man kann bereits erahnen, welch farbenfrohes Spiel einen erwartet.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Alte Nationalgalerie ist ein 1876 fertiggestelltes Kunstmuseum, welches zum Ensemble der Berliner Museumsinsel geh\u00f6rt. Die \u00e4u\u00dfere Erscheinung ist stilistisch zwischen Sp\u00e4tklassizismus und angehender Neorenaissance einzuordnen, w\u00e4hrend die Innenr\u00e4ume im Verlauf der Jahre durch mehrfache Renovierung und Optimierung ver\u00e4ndert wurden. In der Alten Nationalgalerie werden Werke des Klassizismus, der Romantik, des Biedermeier, des Impressionismus und der beginnenden Moderne ausgestellt. August Kopisch (1799 \u2013 1853) f\u00e4llt hierbei weitestgehend in die Kategorie der Romantik. Die Ausstellung der Werke Kopischs besetzt allerdings nur einen sehr kleinen Teil des Museums und so handelt es sich um lediglich f\u00fcnf R\u00e4ume im dritten Gescho\u00df des Geb\u00e4udes. Zu Beginn wird die Entdeckung der Blauen Grotte von Capri durch zahlreiche Gem\u00e4lde von Kopisch und seinen Zeitgenossen inszeniert. Der Rundgang setzt sich fort mit seiner Studienzeit, seinem Aufenthalt in Italien, seinem malerischen Werk und seinen Dichtungen und endet mit einer medialen Installation, die den Besucher eine fiktive Bootsfahrt entlang der K\u00fcste Neapels nachempfinden l\u00e4sst. Gerade bei dieser Ausstellung ist es besonders auff\u00e4llig, wie die ausgestellte Kunst sich in den Kontext ihrer R\u00e4umlichkeit eingliedert. Ein Gef\u00fchl des Historischen, der Nostalgie, des Vergangenen ist omnipr\u00e4sent und so stimmt das Geb\u00e4ude den Besucher nicht nur thematisch ein, sondern bettet die ausgew\u00e4hlten Exponate in seine Architektur ein. Wei\u00dfer W\u00e4nde und diskreter Beleuchtung zum Trotz \u2014 die Aura der R\u00e4umlichkeiten alleine schon kann als eine Erfahrung besonderer Art gelten.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Ist man in den dritten Stock des Geb\u00e4udes empor gestiegen, \u00fcber den roten Samt der zahllosen Stufen und den aufwendigen Marmor der Eingangsflure, geht es hinein in eine Ausstellung mit drei verschiedenen Schwerpunkten: Zun\u00e4chst wird informiert, unterrichtet, eingewiesen. Allerhand Informatives aus Kopischs Leben wird an mehreren Tafeln in sorgsam ausformulierten Texten zur Schau gestellt und es l\u00e4sst sich somit der geschichtliche Verlauf des k\u00fcnstlerischen Schaffens nachvollziehen. Unterschiedliche Stationen seines Werkes werden geb\u00fcndelt ausgestellt und in Beziehung zu seinen sozialen Kontakten und r\u00e4umlichen Stationen gebracht.<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Des weiteren wird alleine schon durch den Titel der Ausstellung\u00a0 \u2014 Maler, Dichter, Entdecker, Erfinder \u2014\u00a0 die unglaubliche Breite seiner Interessensgebiete thematisiert und ein Einblick in sein \u201eGesamtkunstwerk\u201c gew\u00e4hrt. Was bei Dichtungen \u00fcber Heinzelm\u00e4nnchen anf\u00e4ngt h\u00f6rt bei Hoch\u00f6fen auf und so deutet auch ein eigens erstellte Trailer zur Einf\u00fchrung in die Ausstellung an, dass Kopisch keinen gesetzten Schwerpunkt seines Schaffens hatte, sondern \u00e4u\u00dfert vielseitig interessiert zutage trat. Von au\u00dferordentlicher Neugierde wird gesprochen und so besteht die Ausstellung neben den rund 40 Gem\u00e4lden und Zeichnungen aus ca. 80 weiteren Exponaten unterschiedlichster Gegenst\u00e4nde und Schriftst\u00fccke, die Zeugnis von Kopischs mannigfaltigem Schaffen ablegen.<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Der dritte Schwerpunkt der Ausstellung ist jedoch mit Sicherheit Kopischs Malerei mit dem Ziel ein \u00e4sthetisches Moment zug\u00e4nglich zu machen. Hierzu ist nicht nur etwa die Beleuchtung bewusst gesetzt, sondern durch die Weite der R\u00e4umlichkeiten auch genug Freiraum gew\u00e4hrt zum Schwelgen im sinnlichen.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">K\u00fchn und mutig schien Kopisch zu sein und ein Entdeckergeist trieb ihn offensichtlich auch an. Der \u201eForschergeist des Malers\u201c tritt hier besonders stark hervor. Bei aller Begeisterung schien ihn jedoch eine Thematik besonders zu besch\u00e4ftigen: Licht und Farbe in seiner denkbar wundervollsten Komposition innerhalb der Natur. Gerade die \u00dcbergangslichter, also vom Tag in die Nacht und umgekehrt, werden dargestellt. Durch Kopischs langen Aufenthalt in Neapel und weiten Teilen S\u00fcditaliens gepr\u00e4gt, versuchen einige seiner Werke genau diesen magischen Moment des blutroten Sonnenuntergangs einzufangen. Der Farbcholorit ist hierbei von einer ganz besondern Intensit\u00e4t wie er nur bei deutlich j\u00fcngeren Werken der Kunstgeschichte des 19Jh. zu sehen ist und so wirken die Lichtph\u00e4nomene teils fabelhaft, was einen jedoch nur umso mehr den italienischen Sommer nahe bringt. Fast erahnt man einen impressionistisch oder expressionistischen Zug.<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Eine zweite Auff\u00e4lligkeit ist die Vielzahl der Abbildungen der \u201eBlauen Grotte von Capri\u201c. Hierzu ist zu sagen, dass Kopisch selbst als Entdecker der beliebten Sehensw\u00fcrdigkeit z\u00e4hlt, wodurch er sich schon zu Lebzeiten einen Namen machte.<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Mit dieser Ausstellung wird August Kopisch erstmalig in den Mittelpunkt gesetzt und sein vergleichsweise kleines Werk konnte fast vollst\u00e4ndig vom Verein der Freunde der Nationalgalerie zusammengetragen werden. Hierbei scheint gerade die informative Erg\u00e4nzung der Exponate besonders gut gelungen, obwohl ein kunsthistorischer Zusammenhang fehlt. Ob ob er nun als vorausgesetzt gilt oder bewusst Freiraum einger\u00e4umt wurde bleibt offen. Tats\u00e4chlich \u00e4ndert dies aber nichts an dem unmittelbar aufkommenden Wunsch eines Italienurlaubes.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Film zur Ausstellung:<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><a href=\\\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=RN6cHIu1XVs\\\">www.youtube.com\/watch?v=RN6cHIu1XVs<\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">August Kopisch \u2013 Maler, Dichter, Entdecker, Erfinder<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">19.03.2016 bis 17.07.2016<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Alte Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Bodestra\u00dfe 1-3<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10178 Berlin<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\"><a href=\\\"http:\/\/www.smb.museum\/museen-und-einrichtungen\/alte-nationalgalerie\/home.html\\\">http:\/\/www.smb.museum.de<\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-cB","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":781,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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