{"id":821,"date":"2016-07-19T10:13:24","date_gmt":"2016-07-19T08:13:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/systemerde-2\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:33","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:33","slug":"technikmuseum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/technikmuseum\/","title":{"rendered":"Dauerausstellung Faszination des Augenblicks, Deutsches Technikmuseum"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Sie k\u00f6nnen aber auch zum Mitmachen einladen, durch Kl\u00e4nge und Ger\u00e4usche Dinge h\u00f6rbar machen oder unser haptisches Interesse wecken. Zu erleben ist diese Art des Museumsbesuches und der Wissensvermittlung im Technikmuseum Berlin.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">\u00a0Das Technikmuseum scheint ein wahres Kinderparadies zu schein. \u00dcberall tummeln sich die kleinen BesucherInnen in den verschiedensten Ecken und Winkeln des Museums und ziehen ihre Gro\u00dfeltern, Eltern oder ErzieherInnen hinter sich her. Schon im Eingangsbereich, den man \u00fcber eine gro\u00dfe Treppe erreicht, bekommt man einen Eindruck von unterschiedlichen Ausstellungstechniken. Im ersten Stock des Altbaus werden nicht einfach nur Themenbereiche pr\u00e4sentiert. Vielmehr wird auf die Art und Weise, wie man Museumsobjekte wahrnehmen und verstehen kann, eingegangen. So wird den BesucherInnen die M\u00f6glichkeit gegeben, kleine Figuren, die symbolisch f\u00fcr jeden Ausstellungsbereich stehen, anzufassen und mit Hilfe eines Knopfs passende Ger\u00e4usche zum jeweiligen Thema zu h\u00f6ren. Ausgerichtet ist diese Einf\u00fchrung vornehmlich auf Kinder, da sich die Figuren zum einen auf einer niedrigen H\u00f6he befinden und so leicht zug\u00e4nglich sind. Zum anderen weist diese Art der Pr\u00e4sentation von Objekten einen eher spielerischen Charakter auf, der allerdings auch Erwachsene nicht vom Ausprobieren abh\u00e4lt. Was deutlich auff\u00e4llt, ist die fast vollst\u00e4ndige Barrierefreiheit in Form von Brailleschrift, Fahrst\u00fchlen, Rampen und etlichen H\u00f6rm\u00f6glichkeiten im Museumsbau. Die Zug\u00e4nglichkeit von Wissen ist somit auf mehreren Ebenen gegeben und auf alle BesucherInnen gleicherma\u00dfen ausgerichtet.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Nach diesem ersten Eindruck f\u00fchrt mich mein Weg zur Ausstellung \u201eFaszination des Augenblicks \u2013 Eine Technikgeschichte der Fotografie\u201c, die sich im ersten Stockwerk des sogenannten Beamtenhauses befindet. Vorbei an Lokomotiven und Schienen gelangt man \u00fcber eine Wendeltreppe in einen schmalen Flur, von dem aus mehrere R\u00e4ume abgehen. Mit dem Betreten des holzvert\u00e4felten Raumes zur Linken taucht man buchst\u00e4blich in die Historie der Fotografie ein: Camera obscurae in den unterschiedlichsten Ausf\u00fchrungen, Fotoverfahren von der Daguerreotypie bis zur Talbotypie sowie zahlreiche Anwendungsbereiche der Fotografie sind hier ausgestellt. Durch Vitrinen lassen sich diverse Kameras und deren Entwicklungsstufen begutachten. Zentral im Raum platziert findet sich zudem eine alte massive Reproduktionskamera aus Holz. Hinter Glas sind, wie in einer Passage, verschiedene Fotografien und passende Requisiten thematisch sortiert. Hier reihen sich Werbe- und Pressefotografie, Unterwasser- und Sofortbildkameras neben fotografische Spionagetechniken. Etwas \u00fcberladen und vollgestopft wirken die Vitrinen in diesem Raum, so als wolle man alles Wissen auf so wenig Raum wie nur m\u00f6glich festhalten. Die konventionelle Ausstellungstechnik der Glasvitrine beh\u00e4lt hier ihre eingeschr\u00e4nkte Darstellungsweise bei und l\u00e4sst die Objekte, die ausschlie\u00dflich \u00fcber den Sehsinn wahrgenommen werden k\u00f6nnen, eher einseitig und ausdruckslos wirken.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Auf der anderen Seite des Flures wird es, was unsere Sinne angeht, deutlich spannender. Dort warten raumbildgebende Verfahren darauf, entdeckt und ausprobiert zu werden. Tim, der Avatar, spricht sobald man in seine N\u00e4he tritt. Als Avatar ist er eine k\u00fcnstliche Person, der man buchst\u00e4blich auf Augenh\u00f6he begegnen kann, in dem man auf das Podest vor der Installation tritt. Zun\u00e4chst erschrickt man, denn die Reaktion einer animierten Pers\u00f6nlichkeit kommt unerwartet pl\u00f6tzlich und laut daher. Es bleibt aber bei einer Reaktion; eine Interaktion oder gar Kommunikation zwischen Avatar und BesucherIn fehlt, wodurch die Grenzen der Technik deutlich zu werden scheinen. Gleich neben Avatar Tim widmet sich die Ausstellung einer weiteren interessanten Technik: der Holografie. Gegenst\u00e4nde oder Personen, die dreidimensional im Raum abgebildet werden hei\u00dfen Hologramme. Diese werden durch die Bestrahlung mit gleichf\u00f6rmigen Wellen, und den daraus entstehenden Reflexionen und \u00dcberlagerungen, erzeugt. Letztendlich entwickelt sich so ein Bild, dass zwar zum Anfassen \u201eeinl\u00e4dt\u201c aber in Wirklichkeit nur virtuell erscheint. Ein weiteres interaktives Element stellt das Gesichtsmorphing dar, bei welchem die BesucherInnen ihr eigenes Portrait unter anderem mit dem von ber\u00fchmten Pers\u00f6nlichkeiten verschmelzen lassen k\u00f6nnen. Bei allen drei Ausstellungsobjekten spielen die subjektiven Erlebnisse der BesucherInnen eine gro\u00dfe Rolle in der Vermittlung von Wissen. Hierzu k\u00f6nnen \u201eabstrahierende Raumbilder\u201c genutzt werden, wie sie beispielsweise die Kunstwissenschaftlerin Brigitte Kaiser in ihrer Dissertation beschreibt. Mit abstrahierenden Raumbildern sind visuelle Inszenierungen innerhalb von Ausstellungen gemeint, bei welchen die subjektive Wahrnehmung und Beteiligung der BesucherInnen bei der Wissensvermittlung unerl\u00e4sslich wird:<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><em>\u201eEs geht um die Frage, wie die Objekte zum Betrachter in Bezug gesetzt werden k\u00f6nnen. Die Aufmerksamkeit wird nicht mehr so sehr dem ausgestellten Objekt gewidmet, sondern einer allumfassenden Idee, bei der das Objekt nur noch eine komplement\u00e4re Aufgabe erf\u00fcllt. Ein Hauptanliegen besteht darin, ein Verst\u00e4ndnis beim Betrachter zu erreichen. Es geht nicht ausschlie\u00dflich darum, dem Betrachter Sachinformation zu liefern und etwas zu zeigen, sondern ihn an Erfahrungen teilhaben zu lassen.\u201c<\/em><a href=\\\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/517\/#_ftn1\\\">[1]<\/a><\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Diese Idee findet sich nicht nur in der Fototechnik-Ausstellung wieder, sondern durchzieht das gesamte Konzept des Museums. Die sinnliche Wahrnehmung, Erfahrung und Vermittlung von Wissen steht bei allen Ausstellungen des Technikmuseums im Vordergrund obgleich die Interaktion der BesucherInnen ebenfalls eine wesentliche, aber dennoch unbefangene Rolle spielt. So wird der Museumsbesuch zu einem spielerischen Erlebnis, bei welchem Ausstellungsobjekte mit den Sinnen erforscht werden k\u00f6nnen. Letztendlich bleibt das Erlebnis aber ein vorgegebenes, da eindeutig festgelegt ist, wie, wo und wann Wissen erfahrbar gemacht werden soll. Die BesucherInnen sind demnach schon zu Beginn in ihrer Wahrnehmung eingeschr\u00e4nkt und an das Objekt gebunden, welches es \u201ezu erleben\u201c gilt. Nichtsdestotrotz stellt die Technik der abstrahierenden Raumbilder eine moderne sowie interessante Art und Weise der Wissensvermittlung dar. So wird zum Beispiel bei Tim, dem Avatar, die virtuelle Figur selbst zum Wissenden, der den BesucherInnen auf einer pers\u00f6nlichen Ebene begegnet. Solche interaktiven Elemente und Formen der Wissenschaft werden sicherlich auch in Zukunft bei der Gestaltung von kulturhistorischen und vor allem technischen Ausstellungen eine Rolle spielen und die Sinne der BesucherInnen herausfordern.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><a href=\\\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/517\/#_ftnref1\\\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0Brigitte Kaiser:\u00a0<em>Inszenierung und Erlebnis in kulturhistorischen Ausstellungen.\u00a0Museale Kommunikation in kunstp\u00e4dagogischer Perspektive,\u00a0<\/em>Bielefeld 2006, S. 46.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Dauerausstellung<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Faszination des Augenblicks \u2013 Eine Technikgeschichte der Fotografie<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Deutsches Technikmuseum<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Trebbiner Stra\u00dfe 9<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10963 Berlin<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\"><a href=\\\"http:\/\/www.sdtb.de\/index.php?id=63\\\">www.sdtb.de<\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-df","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":821,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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