{"id":940,"date":"2016-06-07T20:04:38","date_gmt":"2016-06-07T18:04:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/kunst-aus-dem-holocaust-3\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:43","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:43","slug":"ichthyologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/ichthyologie\/","title":{"rendered":"Ichthyologie-Sammlung, Museum f\u00fcr Naturkunde Berlin"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Er befindet sich in einem von der allgemeinen Ausstellungsfl\u00e4che separaten Raum. Kalt und d\u00fcster ist es hier. Ein leicht s\u00fc\u00dflicher Geruch liegt in der Luft. Die W\u00e4nde sind dunkel wie die Untiefen des Meeres. Nur einzelne Lichtquellen im Inneren des Glaskastens geben Orientierung und lassen die aufgestellten Objekte in kunstvollem Licht erscheinen.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">\u201eIiiiihhh, was ist das denn?\u201c ert\u00f6nt es aus der einen Ecke, \u201eWow, schau mal ein Hammerhai, wie cool!\u201c aus der anderen. Hier ist also die Nasssammlung des Museums, oder zumindest ein kleiner Teil davon. Denn wie die Wissbegierigen vor dem Durchschreiten der Glast\u00fcr zum Ausstellungsbereich erfahren, werden Insekten, Spinnen, W\u00fcrmer, Krebse, Schnecken und Echsen in insgesamt 233.000 gl\u00e4sernen Beh\u00e4ltern aufbewahrt. Den sogenannten \u201eArchiven des Lebens\u201c stehen 12,6 km Regall\u00e4nge in dem kompletten Seitenfl\u00fcgel des Museums bereit. F\u00fcr die BesucherInnen zug\u00e4nglich ist von der Nasssammlung also nur der untere Teil, der mit den Fischen, 133.490 Exemplare.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_1.jpg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 6,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 984,\r\n      \"attid\": 173,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_1.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 1772,\r\n      \"h\": 1180,\r\n      \"ar\": 0.6659142212189616,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">In dem eingebauten gl\u00e4sernen Kubus sind von der Decke bis zum Boden gut sortiert scheinbar unz\u00e4hlige gro\u00dfe und kleine Gl\u00e4ser aufgestellt. Manchmal klebt auch ein vergilbtes Etikett darauf oder es schwimmt ein verblichenes Papier in der bernsteinfarbenen Fl\u00fcssigkeit. Wer sich schon mal mit der Ichthyologie (gr. Ichthyos = Fisch, logos = Kunde) besch\u00e4ftigt hat, dem werden die Beschriftungen auch Auskunft \u00fcber den Inhalt der Beh\u00e4ltnisse geben k\u00f6nnen. \u201eChimaera monstrosa\u201c, \u201eLepidosiren paradoxa\u201c, \u201eAmmodytidae\u201c. Dem Laien hingegen sagen die lateinischen Bezeichnungen wahrscheinlich sehr wenig.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Es wird deutlich, dass dieser Ausstellungsbereich mit den unf\u00f6rmigen bleichen Wesen in den gl\u00e4sernen Zylindern einen besonderen Raum markiert, der sich vom Rest der Ausstellung abhebt. Dieses nach modernsten Konservierungsmethoden errichtete Glashaus soll die BesucherInnen zu allererst zum Staunen bringen und dann zum Nachdenken. Durch diese Pr\u00e4sentationsform wird eine bestimmte Geste des Zeigens deutlich, die den Raum und die darin aufbewahrte Ichthyologie-Sammlung erst auf den zweiten Blick zum Ort der Erkenntnis werden l\u00e4sst. \u201e[A]uch Bilder und Objektarrangements haben das Potenzial, Geschichten zu erz\u00e4hlen\u201c.<a href=\\\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/171\/#_ftn1\\\">[1]<\/a>\u00a0<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 7,\r\n      \"colspan\": 12,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 405,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">So werden den BesucherInnen weder detaillierte Informationen \u00fcber die ausgestellten Fischarten vermittelt, noch soll ihnen die Artenvielfalt in globalen Gew\u00e4ssern verdeutlicht werden. An dieser Stelle und in dieser Form dient die Sammlung der Darbietung eines wissenschaftshistorischen Interesses, als Ansammlung von Epistemologica, die heute f\u00fcr die Erforschung der Biodiversit\u00e4t wieder enorm bedeutungsvoll werden. Erst durch die Umordnung der Objekte werden Aspekte zum Vorschein gebracht, die sonst im Hintergrund und vielleicht unbeachtet geblieben w\u00e4ren. \u201eEs wird auf diese Weise Sinn in sie investiert, sie werden durch Umstellung zu epistemischen Objekten, zu Erkenntnisdingen\u201c.<a href=\\\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/171\/#_ftn2\\\">[2]<\/a>\u00a0Zugleich wird aber den neugierigen BetrachterInnen ein Bild pr\u00e4sentiert, welches \u00fcber diese rein wissenschaftliche Ebene hinausgeht. Die sinnliche Erfahrung und eigene Fantasie sorgt daf\u00fcr, dass die Objekte der Betrachtung, die bereits ihren nat\u00fcrlichen Zusammenh\u00e4ngen entzogen wurden, ein weiteres Mal einen Bedeutungswandel erfahren.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Dieser Neukontextualisierung des eigenen Wissens begegnen die BesucherInnen immer wieder. Bereits zu Beginn des Museumsrundgangs werden einzelne Nasspr\u00e4parate in Zusammenhang mit der Unterwasserwelt pr\u00e4sentiert. Im Raum \u201eSystem Erde\u201c fallen sofort die drei hohen Glaszylinder mit den Lungenfischen ins Auge. Da schwimmen sie in ihrer Alkoholl\u00f6sung, diese unscheinbar wirkenden Fische. Weil es diese recht merkw\u00fcrdig anmutenden Tiere bereits seit ca. 400 Millionen Jahren gibt, werden sie auch als \u201elebende Fossilien\u201c bezeichnet. Das Besondere und absolut Faszinierende an den \u201eFleischflossern\u201c ist die F\u00e4higkeit zur Lungenatmung. Wenn beispielsweise zur Trockenzeit das Wasser knapp wird, k\u00f6nnen manche Arten \u00fcberleben, indem sie sich im Schlamm einbuddeln \u2013 eine Besonderheit, die es ihnen erm\u00f6glicht, bei extremen Umweltver\u00e4nderungen ihr \u00dcberleben zu sichern. Den Lungenfischen wird au\u00dferdem ein besonderer Status zugewiesen, weil ihr innerer Aufbau dem von landlebenden Wirbeltieren extrem \u00e4hnlich ist. Sie scheinen stumme Zeugen einer Wandlung zu sein. Eine Wandlung, die den \u00dcbergang von wasser- zu landlebenden Wirbeltieren markiert. Doch hier im Museum liegen sie leblos in ihren kunstvoll beleuchteten Beh\u00e4ltern; wie die toten Zeichen einer ungekannten Vorzeit.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 406,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Aller Erwartung zum Trotz machen die BetrachterInnen im Verlauf der Ausstellung Bekanntschaft mit einem nicht unbedingt lebendigen, aber zumindest lebenden \u201eLebenden Fossil\u201c. Der Lungenfisch liegt steif in seinem Aquarium auf dem kieseligen Boden. Aus der N\u00e4he betrachtet, geht eine Millionen Jahre alte Ruhe und Gelassenheit von ihm aus, unbek\u00fcmmert von dem, was um ihn herum passiert. Tagein tagaus, Tausende von Besuchern, die an seine Behausung klopfen. Und pl\u00f6tzlich bewegt er sich, schl\u00e4ngelt sich elegant von der einen Seite zur anderen, um nach k\u00fcrzester Zeit wieder in eine reglose Starre zu verfallen. Auf erschreckende und makabre Weise erinnert der Lungenfisch an die zuvor betrachteten Nasspr\u00e4parate. Wie ein Stein liegt er da in seinem bernsteinfarbenen Wasser.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 15,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 858,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563.jpg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 17,\r\n      \"colspan\": 3,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 2026,\r\n      \"attid\": 172,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563.jpg\",\r\n        \"_3200\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563-3200x4526.jpg\",\r\n        \"_2560\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563-2560x3621.jpg\",\r\n        \"_1920\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563-1920x2715.jpg\",\r\n        \"_1280\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563-1280x1810.jpg\",\r\n        \"_1024\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563-1024x1448.jpg\",\r\n        \"_768\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563-768x1086.jpg\",\r\n        \"_512\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563-512x724.jpg\",\r\n        \"_265\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Weitzel_3_lungenfisch-e1642446599563-265x375.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 3507,\r\n      \"h\": 4960,\r\n      \"ar\": 1.4143142286854862,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/weitzel_2.jpg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 3,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 2550,\r\n      \"attid\": 174,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/weitzel_2.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 3507,\r\n      \"h\": 4960,\r\n      \"ar\": 1.4143142286854862,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Der Drang wird geweckt, noch einmal die Ichthyologie-Sammlung mit ihrer szenischen und bewusst \u00e4sthetisch aufgeladenen Darbietung aufzusuchen. Der Ort des Zeigens, der Erfahrung und der Erkenntnis. Fasziniert und neugierig bewegen sich die BesucherInnen an der Glasscheibe entlang und betrachten die in Alkohol und Wasser eingelegten Tiere. \u201eWas ist das wohl f\u00fcr ein Fisch?\u201c, \u201eWar das \u00fcberhaupt mal ein Fisch?\u201c. Eine Flosse, ein Auge, das Maul. Doch im n\u00e4chsten Moment wird aus dem Wassertier ein Fabelwesen mit spitzen Z\u00e4hnen und riesigen Glubschaugen. Die Fantasie wird angeregt und ein leichter Schauer f\u00e4hrt in die Glieder. Schnell weiter. Der Blick wandert von den toten vernebelten Fischaugen in die neugierigen und zugleich erschrockenen Gesichter der BesucherInnen. Zwischen Faszination und Ekel, zwischen Ahnungslosigkeit und Erkenntnis bewegen sie sich um den gl\u00e4sernen Kubus.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 4,\r\n      \"colspan\": 15,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 1389,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><a href=\\\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/171\/#_ftnref1\\\">[1]<\/a>\u00a0Muttenthaler, Roswitha; Wonisch, Regina (2006): Gesten des Zeigens. Zur Repr\u00e4sentation von Gender und Race in Ausstellungen, Bielefeld, S. 35.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\"><a href=\\\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/171\/#_ftnref2\\\">[2]<\/a>\u00a0Rheinberger, Hans-J\u00f6rg: Epistemologica: Pr\u00e4parate, in: te Heesen, Anke; Lutz, Petra (Hg.): Dingwelten. Das Museum als Erkenntnisort, S. 65.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 8,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 936,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Dauerausstellung Ichthyologie-Sammlung<br \/><\/span><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Museum f\u00fcr Naturkunde<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Invalidenstr. 43<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10115 Berlin<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\"><a href=\\\"http:\/\/www.naturkundemuseum.berlin\/\\\">www.naturkundemuseum.berlin<\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 9,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-fa","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":940,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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