{"id":963,"date":"2016-06-08T09:22:20","date_gmt":"2016-06-08T07:22:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/couleurs-desert-2-2-2\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:55","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:55","slug":"demopolis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/demopolis\/","title":{"rendered":"DEMO:POLIS: Das Recht auf \u00f6ffentlichen Raum, Akademie der K\u00fcnste"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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M\u00e4rz bis 31. Mai 2016 in der Berliner Akademie der K\u00fcnste am Hanseatenweg statt. Kuratiert wurde die Ausstellung von Wilfried Wang.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 5\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Heine_Bild1.jpg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 9,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 412,\r\n      \"attid\": 199,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Heine_Bild1.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 5184,\r\n      \"h\": 3456,\r\n      \"ar\": 0.6666666666666666,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Der \u00f6ffentliche Raum hat sich ver\u00e4ndert und die Transformationen sind nicht nur physischer Natur. Er ist Austragungsort gesellschaftlicher wie politischer Debatten und befindet sich somit im Kreuzfeuer der Interessen. F\u00fcr die Macher von DEMO:POLIS ist jedoch ganz klar: Der \u00f6ffentliche Raum geh\u00f6rt der Allgemeinheit und ist Repr\u00e4sentant derselben. Die Forderung: In Zukunft soll der \u00f6ffentliche Raum von der Zivilgesellschaft gestaltet werden. So wird die Ausstellung selbst zum politischen Programm.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Doch was ist das eigentlich, \u00f6ffentlicher Raum? Hier entsteht bereits im Eingangsbereich eine massive Diskrepanz zwischen dem Physischen und Abstrakten.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 10,\r\n      \"colspan\": 9,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 988,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Geht man nach Giambattista Nolli, dessen Planwerk \u201eLa Nuova Topografia di Roma\u201c von 1748 als erster Schwarzplan \u00fcberhaupt gilt, dann ist das \u00d6ffentliche zun\u00e4chst einmal das Wei\u00dfe im Gegensatz zum Schwarzen.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Dass dieses Wei\u00dfe aber \u00fcberhaupt nichts mit Leere zu tun hat, zeigen Studierende der TU Berlin mit ihrer Arbeit \u201eDie Mitte ist nicht leer\u201c. Hier wird eine abgewandelte Version des klassischen Schwarzplans pr\u00e4sentiert, der Orte kennzeichnet, an denen sich \u00f6ffentlicher Raum durch Handlungen und Erinnerungen \u2013 also als Ort an dem Geschichten kulminieren \u2013 manifestiert. Und der kuratorische Wandtext erg\u00e4nzt diese These: Der \u00f6ffentliche Raum erm\u00f6gliche es dem Einzelnen, sich zu jeder Zeit ungehindert in ihm zu bewegen und zu sprechen. Er ist ein zusammenh\u00e4ngendes r\u00e4umliches Gef\u00fcge, das die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen erlaubt. Das macht ihn zu einem Kommunikationsmedium.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Wie kommt man nun von einer wei\u00dfen Fl\u00e4che zu solch einer bedeutungsschwangeren These, wie sie Kurator Wilfried Wang aufstellt? Im Falle von DEMO:POLIS theoretisch durch die Gliederung in drei gro\u00dfe Themenbl\u00f6cke \u2013\u00a0<em>Transformationen<\/em>,\u00a0<em>Paradigmen<\/em>\u00a0und\u00a0<em>Visionen<\/em>\u00a0\u00ad\u2013 praktisch durch quadratmeterweise Polyphonie in Form von k\u00fcnstlerischen, politischen, architektonischen und stadtplanerischen Ans\u00e4tzen und Aussagen. Am Hanseatenweg ist so ein Konglomerat aus Ideen, Idealen und Realit\u00e4ten entstanden, mit Hilfe dessen man versucht sich eines Themas anzun\u00e4hern, das sich vor allem durch seine Vielschichtigkeit auszuzeichnen scheint \u2013 dies macht nicht zuletzt eine filmische Arbeit, ebenfalls von TU-Studierenden entwickelt, deutlich. In \u201eRita Sch\u00e4fer gibt nicht auf\u201c wird auf unterhaltsame Weise dargestellt, dass \u00fcber den Begriff des \u00f6ffentlichen Raums anhaltende Verwirrung herrscht. Theoretisch er\u00f6ffnen diese Ungereimtheiten ein weites M\u00f6glichkeitsfeld, welches praktisch allerdings nur bedingt bespielt wird. Statt zu versuchen, das Urbane und den \u00f6ffentlichen Raum erlebbar zu machen, greift DEMO:POLIS vielerorts auf reine Repr\u00e4sentationen zur\u00fcck: auf Modelle, Pl\u00e4ne sowie filmische und fotografische Dokumentation. Das gestaltet es nicht nur schwierig, architektonisch und stadtplanerisch weniger versierte Besucher bei Laune zu halten, sondern erzeugt auch eine stark informative Atmosph\u00e4re. Der Versuch, sich dem Thema auf abstraktere Weise zu n\u00e4hern, wurde im Teilbereich\u00a0<em>Visionen<\/em>\u00a0prim\u00e4r universit\u00e4ren Projekten \u00fcberlassen. Deren Ergebnisse sind mehrheitlich im letzten Raum der Ausstellung zu finden \u2013 der vorausgegangenen Beispielflut k\u00f6nnen sie allerdings kaum standhalten.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 405,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Wenn ein abstrakter Ausstellungsgegenstand mit einer konkreten politischen Forderung verbunden wird, kommt man hinsichtlich der Darstellbarkeit wohl zwangsweise ins Schwimmen. Es ist schwer m\u00f6glich, beiden Anliegen \u2013 der Umschreibung eines ungreifbaren Gegenstandes und dem politischen Programm \u2013 gleichsam ausreichend Rechnung zu tragen. Im Falle von DEMO:POLIS gelingt der Balanceakt nicht. Hier hat man sich gegen das Erfahrbarmachen des Urbanen und seiner Uneindeutigkeit entschieden, zugunsten einer Ausstellung, die ganz Debatte und wenig sinnliche Darstellung ist. Ihr Kern ist eine Forderung, die es zu illustrieren gilt und so m\u00f6chte sie vor allem eines: Aufmerksam machen. Aufmerksam darauf, dass der \u00f6ffentliche Raum schon immer Transformationen unterworfen war und vor allem darauf, inwiefern sich deren Bedingungen ver\u00e4ndert haben, beziehungsweise wer diese ver\u00e4ndert.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 9,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 858,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Heine_Bild2.jpg\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 11,\r\n      \"colspan\": 9,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 640,\r\n      \"attid\": 200,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Heine_Bild2.jpg\"\r\n      },\r\n      \"w\": 5184,\r\n      \"h\": 3456,\r\n      \"ar\": 0.6666666666666666,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Beispielhaft werden Interventionen und Nutzungsweisen von ArchitektInnen, StadtplanerInnen, K\u00fcnstlerInnen und der B\u00fcrgerschaft vorgestellt. Die vorgestellten Aktionen sind umfangreich und ihre Dimension reicht von solchen mit internationaler Wirkmacht und Medienpr\u00e4senz \u2013 wie Occupy Wallstreet oder den Protesten auf dem Taksim-Platz \u2013 zu lokalen Projekten. Der Kollhoff Plan zur Neugestaltung des Berliner Alexanderplatzes findet dabei genauso Beachtung wie der Volksentscheid zum Tempelhofer Feld. Theoretisch stehen diese Elemente gleichberechtigt nebeneinander, doch die St\u00e4rkung des Volksentscheids, das die Ausstellung bereits zu Beginn vornimmt, macht deutlich, dass man hier nicht unbedingt Fan von Privatisierung und Spekulation ist. Somit handelt es sich bei DEMO:POLIS um eine meinungsstarke, zielgerichtete Ausstellung, die auf den Status Quo aufmerksam machen und diesen hinterfragen will. Es geht darum, Diskussionen anzuregen, Handlungsspielr\u00e4ume aufzuzeigen und so zum eigenst\u00e4ndigen Agieren zu animieren.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Dabei geht dieser Prozess \u00fcber die eigentliche Ausstellung hinaus. Symposien, Diskussionen und das sogenannte \u201eUrban Parliament\u201c \u2013 dessen Sitzungen man dienstagabends beiwohnen kann \u2013 bieten eine Plattform f\u00fcr Debatten. So wird die Akademie der K\u00fcnste ihrem Leitbild, St\u00e4tte der Begegnung und des \u00f6ffentlichen Austauschs zu sein, gerecht. Allerdings w\u00e4re auch zu \u00fcberlegen, ob die Akademie, die Wangs Definition von \u00f6ffentlichem Raum keineswegs gerecht wird, \u00fcberhaupt der richtige Ort f\u00fcr eine Ausstellung dieser Art ist. W\u00e4re es nicht konsequenter und vielleicht auch dem Anliegen der Schau zutr\u00e4glich gewesen, sie aus der Institution hinaus in den Stadtraum zu verlagern? Dann w\u00e4re eventuell auch der Balanceakt zwischen Information und Erfahrbarkeit besser gegl\u00fcckt. Denn wenn man den \u00f6ffentlichen Raum schon nicht ins Museum holen kann, dann doch vielleicht das Museum in den \u00f6ffentlichen Raum.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 1311,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">DEMO:POLIS: Das Recht auf \u00f6ffentlichen Raum<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">12.03. bis 29.05.2016<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Akademie der K\u00fcnste<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Hanseatenweg 10<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10557 Berlin<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\"><a href=\\\"http:\/\/www.adk.de\/\\\">www.adk.de\/<\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 8,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-fx","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":963,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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