{"id":968,"date":"2016-06-07T10:01:57","date_gmt":"2016-06-07T08:01:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/kunstgewerbemuseum-berlin-2\/"},"modified":"2025-07-17T11:26:54","modified_gmt":"2025-07-17T09:26:54","slug":"c-o-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/c-o-berlin\/","title":{"rendered":"Borrowed Light Talents, c\/o Berlin"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 3226px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" data-attachment-id=\"332\" data-permalink=\"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/weitzel_white_cube_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=3216%2C2448&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"3216,2448\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix S8000fd&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1464962608&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;4.7&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011764705882353&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"weitzel_white_cube_2\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=150%2C114&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?fit=1024%2C779&amp;ssl=1\" class=\"size-full wp-image-332\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=3216%2C2448&#038;ssl=1\" alt=\"World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin\" width=\"3216\" height=\"2448\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3216&amp;ssl=1 3216w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=300%2C228&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=1024%2C779&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=973%2C741&amp;ssl=1 973w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?resize=508%2C387&amp;ssl=1 508w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=2000&amp;ssl=1 2000w, https:\/\/i0.wp.com\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/weitzel_white_cube_2.jpg?w=3000&amp;ssl=1 3000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">World Press Ausstellung 2016 im Willy-Brandt-Haus Berlin<\/p><\/div>\n<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. Juni die Gewinner des diesj\u00e4hrigen Presse Awards im Willy-Brandt-Haus in Berlin anschauen m\u00f6chte, sollte sich dar\u00fcber im Klaren sein. Das was tagt\u00e4glich \u00fcber die unterschiedlichsten Informationskan\u00e4le f\u00fcr einen kurzen Moment unsere Aufmerksamkeit erh\u00e4lt, ger\u00e4t nicht einfach in Vergessenheit, sondern zeigt sich bei der World Press Ausstellung in kuratiertem Gewand und vor allem in geballter Form.<\/p>\n<p>Die sonst stark verstreuten Bildbotschaften werden hier im zweiten Stock der SPD Parteizentrale im White Cube pr\u00e4sentiert. Auf den kargen wei\u00dfen W\u00e4nden, deren Anordnung und Aufteilung im Raum jeglichem \u00e4sthetischen und gestalterischen Empfinden entbehrt, h\u00e4ngen, in acht verschiedene Kategorien aufgeteilt, die gro\u00dfformatigen Fotografien. In beinahe allen Rubriken sind Fotos von gefl\u00fcchteten, verwundeten oder toten Menschen vertreten. Polizeigewalt in den USA, Bandenkriminalit\u00e4t in Honduras, B\u00fcrgerkrieg im Sudan, \u00fcberf\u00fcllte Fl\u00fcchtlingsboote. Und das Thema Nummer eins: Der Syrienkrieg.<\/p>\n<p>Brennende Autos, zerst\u00f6rte H\u00e4user, komplett zerbombte Stra\u00dfenz\u00fcge. Alles ist Schutt und Asche, nichts scheint mehr an seinem Ort zu sein. Zwischen den Ruinen erkennt man schemenhaft eine einsame Person am Ende der H\u00e4userflucht. Nebel &#8211; verzweifelte Gesichter versuchen mit letzter Kraft verwundete Menschen aus der Gefahrenzone zu tragen \u2013 vielleicht sind sie schon l\u00e4ngst tot. Der Blick auf eine Stadt am Abend. Qualm steigt auf. Ist es die untergehende Sonne, oder eine eingeschlagene Bombe, die den Horizont erhellt, w\u00e4hrend der sternenklare Himmel unscheinbar und teilnahmslos dar\u00fcber h\u00e4ngt? Die Bilder des Fotografen Sameer al Doumy zeigen alle einen kurzen Moment w\u00e4hrend des mittlerweile f\u00fcnfj\u00e4hrigen Krieges in Syrien, hier in Douma im S\u00fcdosten des Landes. Die Momente, die hier festgehalten wurden, stellen den Krieg und seine zerst\u00f6rerische Macht in n\u00fcchterner Klarheit aus. Manchmal wirken die Szenen fast wie arrangierte Settings des Kunstfotografen Jeff Wall, der bewusst mit der Unsicherheit des Authentizit\u00e4tsgehalts von Pressefotografien und insbesondere Kriegsfotografien spielt. Hier verschwimmen die Gattungsgrenzen von Presse-und Kunstfotografie auf eindrucksvolle Weise. So liegt den Aufnahmen des aus Douma stammenden al Doumy, eine bestimmte Botschaft zu Grunde, die auf perverse Weise den Wahnsinn und gleichzeitig die \u00c4sthetik des Krieges herausstellt.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Weil ein Mensch mit westeurop\u00e4ischem Hintergrund sich jedoch meist keine Vorstellung dar\u00fcber machen kann, was er da vor sich sieht, stehen wir wie unbeteiligte Beobachter am anderen Ende der Welt und k\u00f6nnen lediglich eine \u201eVerschiebung vom dokumentarischen Sehen zum dokumentarischen F\u00fchlen\u201c wahrnehmen. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Ein Gef\u00fchl der Empathie aber auch der Hilflosigkeit wird evoziert.<\/p>\n<p>Auch die Fotografien von Abd Doumany reihen sich in dieses Gef\u00fchl der Machtlosigkeit ein. Wie in der Pressefotografie \u00fcblich, stehen neben allen ausgestellten Abbildern kurze begleitende Texte mit Informationen zur Entstehung, zum Ort und Datum, die das Bild in einen konkreten Kontext einbinden und eine Art Zeugnis- oder Beweisfunktion innehaben. Doch genau genommen ben\u00f6tigen diese Motive keine Beschriftung oder Erkl\u00e4rung. Der Mann, der den leblosen, toten, blut\u00fcberstr\u00f6mten K\u00f6rper seiner Tochter auf dem Scho\u00df liegen hat und sie mit einem fragenden Blick anschaut, als ob er nicht begreift, was da vor sich geht &#8211; dieses Bild spricht f\u00fcr sich, es bedarf keines Nachweises. In ihm spricht der Wahnsinn des Krieges auf so eindringliche und ersch\u00fctternde Weise, dass das betretende Schweigen im Ausstellungsraum fast schon zu einer Beklemmung wird. Und vielleicht ist genau deshalb der Beweis, dass es sich um authentische Abbilder des Syrienkrieges handelt, nicht notwendig. Diese Fotos scheinen uns eher wie ein Mahnmal zu sein, welches daran erinnern m\u00f6chte, dass der Krieg eine Kraft besitzt, die der Mensch nicht begreifen kann.<\/p>\n<p>Ist es also eine reale oder konstruierte Wirklichkeit, die von den dokumentarischen Bildern erzeugt wird? Glauben wir der Filmemacherin Hito Steyerl, dann ist jede scheinbare Realit\u00e4t in solchen Fotos ein Konstrukt. \u201eDie dokumentarische Form bildet demnach nicht die Realit\u00e4t ab, sondern ihren eignen Willen zur Macht.\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a> Doch welche Macht geht von diesen Fotografien aus? Die Fotografien haben alle den Anspruch, ein m\u00f6glichst authentisches Abbild der Wirklichkeit ins Licht zu setzen. Dabei wird dem Fotografen die Rolle eines Zeugen zugeschrieben. Doch bei genauerer Betrachtung sind auch Pressefotografien nichts anderes als Moment-Inszenierungen. Es werden Wirklichkeitsbilder konstruiert, die auf komprimierte Weise einen komplexen Sachverhalt, in diesem Fall den Krieg in Syrien, in einer Fotografie f\u00fcr die Welt zug\u00e4nglich machen. Sie sollen ein Gef\u00fchl transportieren, welches uns die Grausamkeit des Krieges erahnen l\u00e4sst. Durch das subjektive Auge der Kamera wird ein Bild hervorgebracht, welches die scheinbare Realit\u00e4t von Millionen von Menschen auf die Bildschirme der Nachrichtensender, in die Foren der globalen Social-Media-Communities und auf die wei\u00dfen, kargen W\u00e4nde des Willy-Brandt-Hauses bringt.<\/p>\n<p>Brian O\u2019Doherty h\u00e4tte die H\u00e4ngung in White Cube Manier der 20er Jahre wahrscheinlich mit einem sterilen Krankenhausflur verglichen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> Und angesichts der ungl\u00fccklichen Anordnung der hochwertigen Pressefotos w\u00e4re dieser Vergleich auch angemessen. Ohne jegliche Konzeptualisierung wird auf der einen Seite \u2013 wie eben beschrieben \u2013 der Krieg in allen seinen Facetten gezeigt und an der gegen\u00fcberliegenden Fensterfront h\u00e4ngen wie zum Trotz Sport- und Naturfotografien. Die schwarz-wei\u00dfen Unterwasserbilder von Anuar Patjane Floriuk zeigen eine Tauchercrew um einen riesigen Wal schwimmend. Ein imposantes Bild. Auf den Aufnahmen von Christian Ziegler zeigt sich die Natur von ihrer kuriosesten Seite. Farbenfrohe Cham\u00e4leons in Nahaufnahme. Der Anblick der traumatisierenden Kriegsabbildungen scheint diese Themen jedoch zwangsl\u00e4ufig in den Hintergrund zu dr\u00e4ngen \u2013 so, als w\u00e4ren es belanglose Angelegenheiten, die in der World Press auch noch irgendwo untergebracht werden mussten.<\/p>\n<p>Hier liegt die T\u00fccke der Ausstellungskonzeption. Anstatt die Kategorien f\u00fcr sich sprechen zu lassen, scheinen sie miteinander zu konkurrieren. Zumindest in der konkreten Ausstellungssituation im Willy-Brandt-Haus. Denn die Wanderausstellung wird in insgesamt 45 L\u00e4ndern gezeigt. Es bleibt zu hoffen, dass an den anderen Ausstellungsorten eine gelungenere Pr\u00e4sentation der Fotografien zu sehen sein wird. Eine Pr\u00e4sentationform, die allen Rubriken ihren Platz und auch Themen, wie die Rettung von Orang-Utans in den Regenw\u00e4ldern von Sumatra oder die Synchronschwimmer aus Schweden f\u00fcr sich sprechen l\u00e4sst. Denn diese Informationen treten nicht nur in der World Press Photo Ausstellung in den Hintergrund, sondern gehen auch meistens in der Nachrichtenflut des Alltags unter. Sollten wir diesen Momenten, die auch unser Leben bestimmen, dann nicht gerade bei solch einer Ausstellung ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken? Vor allem sollten wir sie nicht mit dem Krieg konkurrieren lassen, der unsere Sinne \u00fcberfordert und keinen Platz mehr f\u00fcr andere Themen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Auf diesen Grenzgang machte schon Walter Benjamin in seiner medienkritischen Schrift \u201eDas Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit\u201c aufmerksam. F\u00fcr weitere Informationen siehe Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, in: Ders.: Illuminationen, S. 136-169, hier: 168f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Hito Steyerl (2008): Die Farbe der Wahrheit. Dokumentarismen im Kunstfeld, Wien: Turia + Kant, S. 10.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Brian O\u2019Doherty \u00fcber den White Cube: Brian O\u2019Doherty (1996): In der wei\u00dfen Zelle. Inside the White Cube\u201c Berlin: Merve.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>World Press Photo 2016<br \/>\n03. Juni \u2013 26. Juni 2016<\/p>\n<p>Willy-Brandt-Haus Berlin<br \/>\nWilhelmstra\u00dfe 140<br \/>\n10963 Berlin<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.worldpressphoto.org\/collection\/photo\/2016\">www.worldpressphoto.org<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unsere Gegenwart scheint vor allem eines zu sein: gepr\u00e4gt von Krieg, Zerst\u00f6rung, Flucht, Tod und Trauer. Der weltweit gr\u00f6\u00dfte und international anerkannte Wettbewerb f\u00fcr Pressefotografie zeigt dieses unverbl\u00fcmte Abbild unserer Zeit auf sehr eindringliche und radikale Weise. Wer sich noch bis zum 26. 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Dies insbesondere dann, wenn jene Suche nach alternativen Pr\u00e4sentations- und Rezeptionsformaten mit popul\u00e4ren und das bedeutet mittelm\u00e4\u00dfigen Konzepten wie Partizipation, Interaktivit\u00e4t oder Multimedialit\u00e4t ohne kritische Bezugnahme zusammenl\u00e4uft.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Fotografin Bianca Pedrina wirft einen etwas anderen Blick auf den Diskurs des White Cube. Auf verspielte Weise macht sie die architektonischen Grundeigenschaften des Ausstellungsraums mit unerwarteten Gro\u00dfaufnahmen sichtbar und verwandelt so den Ausstellungskubus selbst zu einem ausgestellten Objekt. F\u00fcr die Ausstellung\u00a0<em>Borrowed Light<\/em>\u00a0am Berliner Amerika Haus, C\/O Berlin, hat die K\u00fcnstlerin speziell drei Gro\u00dfaufnahmen installiert, auf denen jeweils willk\u00fcrliche Baudetails des Geb\u00e4udes mit drastischer Vergr\u00f6\u00dferung in den Vordergrund gebracht werden.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 3,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 5,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/ruri1.png\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 0,\r\n      \"colspan\": 6,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 0,\r\n      \"relid\": 984,\r\n      \"attid\": 162,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/ruri1.png\"\r\n      },\r\n      \"w\": 414,\r\n      \"h\": 244,\r\n      \"ar\": 0.5893719806763285,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Installation befindet sich in einer winzigen Ecke im Vorraum einer anderen Fotoausstellung. Es verwundert nicht, dass manche Besucher sogar vers\u00e4umen, den \u00dcbergangsflur als eigenst\u00e4ndigen Ausstellungsraum wahrzunehmen und schnell zur n\u00e4chsten Ausstellung weiterlaufen, ohne dem Raum weitere Beachtung zu schenken. Denn die Ausstellung\u00a0<em>Borrowed Light<\/em>\u00a0wirkt zun\u00e4chst ein wenig wie eine Baustelle: die willk\u00fcrlichen Aufnahmen erscheinen pl\u00f6tzlich im Flur, h\u00e4ngen da ohne Rahmen. Weder eine genaue Markierung noch eine Beschreibung zu den Objekten ist vorhanden. Insgesamt k\u00f6nnte so auf den ersten Blick ein Gef\u00fchl von Unvollst\u00e4ndigkeit entstehen.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 4,\r\n      \"col\": 7,\r\n      \"colspan\": 12,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 985,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Doch dieser Effekt ist in der Arbeit der Fotografin Bianca Pedrina und der Kuratorin Larissa Kikol wohl beabsichtigt: Die Ausstellung sollte nicht im klassischen Raum des White Cube stattfinden, gerade weil sie die Grenzen solcher Ausstellungsr\u00e4umlichkeiten verwischen wollen. Die drei Fotoaufnahme beziehen sich jeweils auf einen bestimmten Bauteil des Ausstellungskubus des Amerika Hauses, der aber in einem v\u00f6lligen anderen Teil des Geb\u00e4udes ausgeh\u00e4ngt wird. So landet eine Fotoaufnahme des Fu\u00dfbodens an einer Wand, oder ein unbekanntes Wandst\u00fcck an einem anderen Teil des Geb\u00e4udes \u2013 ein subtiler Hinweis darauf, dass die Ausstellung Bezug auf die gesamte Architektur des Hauses nimmt. Die spielerische Selbstbez\u00fcglichkeit dieser Installationen erweitert die Wahrnehmung des Ausstellungsraums hinein in eine Dom\u00e4ne jenseits der vier W\u00e4nde des demarkierten Kubus.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Detail auf \u00dcbergr\u00f6\u00dfe \u2013 Fotographie als\u00a0\u201eerotische Entbl\u00f6\u00dfung\u201c\u00a0der Architektur<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Pedrinas Besch\u00e4ftigung mit der Frage, was passiert, wenn nicht die einzelne Arbeit, sondern erst die R\u00e4umlichkeit als Ganzes den Inhalt sowie den Kontext einer k\u00fcnstlerischen Arbeit darstellt, bildet einen zentralen Aspekt der Ausstellungkonzept, wie dem Katalog zur Ausstellung zu entnehmen ist. Und diese ergibt sich auch explizit aus ihrer asketisch minimalistischen Darstellung. Ihre klare und k\u00fchle Zurschaustellung der Baudetails in \u00dcbergr\u00f6\u00dfe ist alles andere als verherrlichende Architekturfotografie. Vielmehr wird der glorifizierte Ort Museum\/Galerie durch einen wilk\u00fcrlichen\u00a0<em>cut-up<\/em>\u00a0zu einem gleichg\u00fcltigen Objekt reduziert, welches, der Kuratorin zufolge, durch die mechanische Gewalt des Fokusses auf zuf\u00e4llige Details die Museumsarchitektur erotisch entbl\u00f6\u00dfen und zur Schau stellen soll.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">F\u00fcr die in Wien und Basel lebende Fotografin geht es bei diesem Medium weniger um die Feststellung eines einzigartigen Moments oder die Abbildung realer\/fiktiver Wirklichkeiten. Sie besch\u00e4ftigt sich immer gerne damit, wie \u201cintime Ecken\u201d einer Architektur \u2013 wie sie selbst es nennt \u2013 \u00fcber das Medium der Fotografie entlarvt werden k\u00f6nnen. So hat sie bereits 2014 bei ihrer Ausstellung\u00a0<em>Intime Architekturphotographie<\/em>\u00a0in Basel versucht, durch detailhafte Nahaufnamen des Basler Stadthauses aus dem 14. Jahrhundert architektonische Alterungsprozesse des Hauses im Bild festzuhalten und als eine Semiotik der Nacktheit darzustellen.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Wie man in der Fotografie Dreidimensionalit\u00e4t erreicht<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Doch ist die Besch\u00e4ftigung mit der Frage nach dem Medium Fotografie eigentlich nichts Neues. Eine Zeitlang haben sich Fotografen intensiv mit der Frage nach dem Wesen des fotografischen Mediums besch\u00e4ftigt, denn sie f\u00fchlten sich im Zeitalter digitaler Reproduzierbarkeit mehr oder weniger verpflichtet, auf dem Wege der Selbstreflexion das Fortleben der Fotografie als k\u00fcnstlerisches Darstellungsmedium zu bewahren. Dies vor allem dort, wo Smartphones und Apps in den letzten Jahren mit ihrer Schnelligkeit und Billigkeit die technischen Voraussetzungen der Fotografie und mit ihnen auch ihre \u00c4sthetik rasant zu ver\u00e4ndern scheinen.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Als Reaktion hat der Begriff der Medienspezifik auch im Diskurs der Fotografie nach wie vor Konjunktur: Viele suchen nach einer neuen Identit\u00e4t \u00fcber die kritische Befragung des Mediums selbst. W\u00e4hrend sich in sozialen Netzwerken noch portraithafte, narrative Bilder h\u00e4ufen, scheint bei Fotoausstellungen die klassische Vorstellung der Fotografie \u2013 das Festhalten des einmaligen Moments f\u00fcr die Ewigkeit \u2013 keinen Ort mehr zu haben. Vielmehr w\u00e4chst das Interesse an konzeptueller Arbeit mit dem Medium selbst, wie etwa in der Fotocollage aus gefundenem Material oder dem Fotografieren einer anderen Fotografie.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 5,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 405,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Was jedoch solche Versuche nach wie vor als Mangel aufweisen ist ihre hartn\u00e4ckige Abh\u00e4ngigkeit von dem architektonischen Rahmen des White Cube. Die Zweidimensionalit\u00e4t der Fotografie setzt immerhin einen Ausstellungsraum voraus. Sie bleibt das Objekt einer Ausstellung und bleibt so immer allein in Form eines auszustellenden Objekts verf\u00fcgbar.<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">Die Fotoinstallation von Bianca Pedrina wird in dieser Hinsicht noch interessanter, gerade weil sie diese zu den medialen Voraussetzungen z\u00e4hlende Zweidimensionalit\u00e4t der Fotografie im Sinne von Clement Greenberg unterbricht und auf eine ganz andere Weise die Horizonte des Mediums Fotografie erweitert. Das Resultat sind Aufnahmen, die selbst zum Bestandteil der Architektur werden.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 13,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 858\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"img\",\r\n      \"cont\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/ruri2.png\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 6,\r\n      \"col\": 15,\r\n      \"colspan\": 5,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 1511,\r\n      \"attid\": 163,\r\n      \"sizes\": {\r\n        \"full\": \"\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/ruri2.png\"\r\n      },\r\n      \"w\": 242,\r\n      \"h\": 182,\r\n      \"ar\": 0.7520661157024794,\r\n      \"alt\": \"\",\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 20px;\\\">W\u00e4hrend ihre Gro\u00dfaufnahmen spielerisch die \u201cintime Ecke\u201d des Ausstellungsgeb\u00e4udes offenbaren, stellen sie gleichzeitig die r\u00e4umlichen Voraussetzungen einer Ausstellung kritisch in Frage. Die haptischen Details in Verbindung mit selbstbez\u00fcglicher Medialit\u00e4t machen die Einzigartigkeit ihrer Arbeit aus. Doch am Ende bleibt\u00a0<em>Borrowed Light<\/em>\u00a0gegen\u00fcber jedem Urteil gleichg\u00fcltig. Egal ob es sich um die Neugestaltung des White Cube handelt oder um Erweiterung der Fotografie \u2013 ihren Arbeiten ist keine feste Interpretation eingeschrieben. Auf beides wirft sie einen unpers\u00f6nlichen Blick aus der Ferne.<\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 7,\r\n      \"col\": 1,\r\n      \"colspan\": 18,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 1,\r\n      \"relid\": 8,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    },\r\n    {\r\n      \"type\": \"text\",\r\n      \"cont\": \"<p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\"><em>Borrowed Light<\/em>\u00a0Talents 37, Bianca Pedrina\/Larissa Kikol<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">30. April bis 10. Juli 2016<\/span><\/p><p style=\\\"line-height: 1;\\\"><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">C\/O Berlin Amerika Haus<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">Hardenbergstra\u00dfe 22-24<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\">10623 Berlin<\/span><br \/><span style=\\\"font-size: 15px;\\\"><a href=\\\"http:\/\/www.co-berlin.org\/\\\">www.co-berlin.org\/<\/a><\/span><\/p>\",\r\n      \"align\": \"top\",\r\n      \"row\": 8,\r\n      \"col\": 5,\r\n      \"colspan\": 10,\r\n      \"offsetx\": 0,\r\n      \"offsety\": 0,\r\n      \"spaceabove\": 0,\r\n      \"spacebelow\": 0,\r\n      \"yvel\": 1,\r\n      \"push\": 5,\r\n      \"relid\": 621,\r\n      \"frameOverflow\": \"\"\r\n    }\r\n  ]\r\n}","phonegrid":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7ChHw-fC","jetpack-related-posts":[{"id":331,"url":"https:\/\/www2.hu-berlin.de\/ausstellungskritik\/worldpressphoto\/","url_meta":{"origin":968,"position":0},"title":"World Press Photo 2016, Willy-Brandt-Haus Berlin","author":"Die Redaktion","date":"3. 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