Interdisziplinäre Zentren
Hinweise zum hochschulinternen Antragsverfahren


Inhaltsverzeichnis


ein Pfeil Rechtliche Grundlagen

Die rechtliche Grundlage für die Einrichtung Interdisziplinärer Zentren ist im § 25 der Vorläufigen Verfassung der Humboldt-Universität zu Berlin festgeschrieben (Fassung vom 08.03.2002).

§ 25 Interdisziplinäre Zentren

(1) Interdisziplinäre Projekte in Lehre, Forschung, Nachwuchsförderung und wissenschaftlicher Weiterbildung können in Zentren durchgeführt werden. Die Zentren können neben Fakultäten, Instituten, Zentralinstituten und zentralen Einrichtungen eingerichtet werden.

(2) Einem Zentrum können Professoren und Professorinnen, akademische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Studierende und sonstige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen angehören. Die Zugehörigkeit ist freiwillig und lässt die Mitgliedschaft in den Herkunftseinrichtungen unberührt. Der Geschäftsführende Direktor oder die Geschäftsführende Direktorin muss Mitglied der Humboldt-Universität sein. Die Bestellung erfolgt durch den Akademischen Senat. Das Zentrum bildet einen Zentrumsrat, dem der Geschäftsführende Direktor oder die Geschäftsführende Direktorin und mindestens drei weitere Mitglieder der Universität angehören. In dem Zentrumsrat sind alle beteiligten Mitgliedergruppen gemäß § 45 Abs. 1 BerlHG vertreten. Die Mitglieder des Zentrumsrats werden innerhalb ihrer Gruppen von den Angehörigen des Zentrums gewählt. Die Organisation eines Zentrums wird durch interne Satzung geregelt, die der Zustimmung des Akademischen Senats bedarf.

(3) Über die Einrichtung, Veränderung, Verlängerung oder Aufhebung eines Zentrums entscheidet das Kuratorium auf Antrag des Akademischen Senats. Die Einrichtung ist zunächst auf höchstens fünf Jahre zu befristen. Sie kann nach Überprüfung verlängert werden.

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ein schwarzer Pfeil Grundsatzpapier (beschlossen vom  Akademischen Senates am 17.02.2004)

Grundsätze zur Einrichtung von Interdisziplinären Zentren
an der Humboldt-Universität


Intention von Zentren

Mit der Einrichtung von interdisziplinären Zentren an der Humboldt-Universität soll zum einen der Versäulung der Universität durch die starre Strukturierung in Institute und Fakultäten entgegengewirkt werden. Zum anderen sollen diese Zentren der sichtbaren Profilbildung der Universität dienen und damit inhaltliche Schwerpunkte statt fachlicher Zersplitterung schaffen.

Das Prinzip der „Klassischen Volluniversität“ soll mit der Einrichtung von Profil bildenden Zentren für die Humboldt-Universität nicht in Frage gestellt werden, auf eine Bündelung der Kräfte in Forschung und Lehre kann jedoch in Zukunft auch bei einer Universität unserer Größe nicht verzichtet werden. Zum einen erfordert die zunehmende Konkurrenz der Universitäten untereinander - um Forschungsmittel, aber auch um Studierende und die besten Wissenschaftler - eine deutlichere Schwerpunktsetzung, zum anderen machen die knappen Mittel eine Konzentration der Forschungsressourcen unausweichlich, sollen hohe internationale Standards gehalten oder erreicht werden.


Dauer, Anzahl und Bedeutung von Zentren

Interdisziplinäre Zentren sind temporär - in der Regel auf fünf Jahre - angelegt. Eine zeitliche Befristung ist zwingend. Eine bis zu zweimalige Verlängerung ist möglich, allerdings muss das Zentrum sich hierfür jeweils einer erfolgreichen wissenschaftlichen Evaluation unterzogen haben. Die Gesamtlaufzeit von Zentren ist also befristet. Aus Zentren können Institute und Fakultäten erwachsen.

Die Gesamtzahl der interdisziplinären Zentren an der Humboldt-Universität soll in der Regel 12 nicht übersteigen. Obwohl eine solche Beschränkung auf den ersten Blick unnatürlich erscheint, ist sie zum einen sinnvoll, um eine tatsächliche Profilbildung zu gewährleisten und Zentrenbildung nicht der Beliebigkeit auszusetzen. Eine Fixierung einer Obergrenze der Anzahl der Zentren befördert aber zum anderen auch eine Konkurrenz der Zentren untereinander und erleichtert das „Sterben“ weniger konkurrenzfähiger Zentren.

Zentren sollen eine Mindestgröße haben, ähnlich wie Sonderforschungsbereiche, und es sollen Zugangsbarrieren für die Teilnahme (zum Beispiel begutachtungsfähige Forschungsvorhaben) vorgesehen und dokumentiert werden. Es kann eine a priori Evaluation von Zentren durchgeführt werden.

Mit der Einrichtung eines Zentrums wird vergleichbar einem Gütesiegel die Qualität und Bedeutung eines Forschungsschwerpunkts der Humboldt-Universität testiert und der Wille der Universität dokumentiert, mit diesem Schwerpunkt zu ihrer Profilbildung beizutragen.


Zentren versus Fakultäten

Einem Zentrum können Professorinnen und Professoren verschiedener Institute und Fakultäten angehören. Die Zugehörigkeit zu einem Zentrum oder mehreren Zentren lässt die Mitgliedschaft in den Instituten und Fakultäten unberührt. Professorinnen und Professoren können nur in Institute und Fakultäten berufen werden, nicht jedoch in Zentren.

Die Zentren müssen aber angemessen bei der Ausschreibung und Besetzung der für sie relevanten Stellen beteiligt werden. Die Ausrichtung von Stellen soll den Entscheidungen über Profil bildende Forschungsschwerpunkte durch strategische und interdisziplinäre Berufungen folgen.

Die zugrunde liegenden dauerhaften Ordnungsprinzipien von Instituten und Fakultäten werden also durch eine temporäre Struktur von interdisziplinären Zentren überlagert (Matrix-Struktur).


Aufgaben von Zentren

  1. Zentren dienen der Förderung der Profilbildung im Zeichen der Exzellenz in der Forschung und der Lehre.
  2. Zentren sollen die Grundlage für die Einwerbung von Struktur bildenden Projekten (zum Beispiel Graduiertenkollegs, Forschergruppen, Sonderforschungsbereiche, BMBF- und EU-Projekte) sein. Der Mehrwert eines Zentrums für solche Projekte muss sichtbar werden.
  3. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist eine wesentliche Aufgabe eines Zentrums und muss sich im Antrag und den Vorhaben des Zentrums entsprechend niederschlagen.
  4. Zentren der Humboldt-Universität sollen über die Humboldt-Universität hinaus wirken. Dies sollte neben Forschungskooperationen mit anderen Universitäten auch durch eine Einbindung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Museen, Kontakte zu Schulen und Einrichtung von Praktikumsbörsen, Industriekooperationen und Maßnahmen zum Technologietransfer, etc. sichtbar werden.
  5. Zentren sollen der Stärkung der interdisziplinären Forschung dienen.


Lehre in Zentren

Zentren sollen in der Regel grundständige Studiengänge nicht allein anbieten, sondern sich auf die Master- und Promotionsebene konzentrieren. Es wird jedoch erwartet, dass Zentren entsprechende interdisziplinäre Programme auf Master- beziehungsweise Promotionsebene anbieten.

Vorlesungen und Veranstaltungen, die im Rahmen eines Zentrums angeboten werden, sollen in der Regel auf das Lehrdeputat angerechnet werden. Die Modalitäten der Anrechenbarkeit müssen jedoch mit den betroffenen Fakultäten geklärt werden.

Da Zentren befristet sind, muss sichergestellt werden, dass die in Zentren etablierten Studiengänge mit Auslauffristen nach Beendigung des Zentrums versehen werden. Eine Regelung, wie sie bei der Nichtverlängerung von Graduiertenkollegs üblich ist, erscheint sinnvoll.


Einrichtung und Organisation von Zentren

Die Rechtliche Grundlage zur Bildung von Zentren an der Humboldt-Universität ist § 25a der vorläufigen Verfassung. Über die Einrichtung, Verlängerung oder Aufhebung eines Zentrums entscheidet das Kuratorium auf Antrag des Akademischen Senats.

Zentren haben einen Sprecher (Geschäftsführenden Direktor), der durch den Akademischen Senat bestellt wird, und einen Vorstand (Zentrumsrat), der von den Mitgliedern des Zentrums gewählt wird. Näheres regeln die jeweiligen Satzungen der Zentren.

Zentren geben sich einen wissenschaftlichen Beirat, der sich aus international anerkannten Persönlichkeiten zusammensetzt.


Ausstattung und Anschubfinanzierung von Zentren

Interdisziplinäre Zentren sollen in der Regel eine kleine Grundausstattung für die Zeit ihrer Existenz und darüber hinaus eine Anschubfinanzierung erhalten. Dies soll zum einen als Anreiz geschehen, interdisziplinäre Zentren zu bilden und damit erfolgreich die disziplinären Strukturen aufbrechen. Zum anderen muss den Zentren eine vernünftige Entwicklungsbasis gegeben werden. Rein virtuelle Zentren sind als Struktur bildende Maßnahmen unattraktiv und nicht Erfolg versprechend.

Konkret benötigen Zentren zumindest eine Geschäftsstelle und ein Kommunikationszentrum als personelle und räumliche Grundausstattung für die Zeit ihrer Existenz. Weiter sollte den Zentren - in Abhängigkeit von der Größe und den Vorhaben des Zentrums und in Abhängigkeit von den Ressourcen, die von den Instituten bzw. beteiligten Professorinnen und Professoren in das Zentrum eingebracht werden - eine finanzielle und personelle Anschubfinanzierung zur Verfügung gestellt werden.

Wenn die Humboldt-Universität also dazu übergeht, systematisch Zentren zur Profilbildung einzurichten, ist die Einrichtung eines zentralen Stellenpools und eines Innovationsfonds zur Förderung der Zentren unerlässlich. Dafür werden 2% des universitären Etats für wissenschaftliche Mitarbeiter in einen Pool für Zentrenbildung umgeschichtet.

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ein schwarzer Pfeil Leitfaden 09.09.2004

Leitfaden für Interdisziplinäre Zentren der Humboldt-Universität


Der akademische Senat der Humboldt-Universität zu Berlin hat am 17.02.2004 die Einrichtung von Interdisziplinären Zentren beschlossen. Dieser Leitfaden soll die Grundsätze, die dem Beschluss zur Einrichtung zugrunde lagen, ergänzen.

1. Einrichtung von Interdisziplinären Zentren

a) Zeitpunkt für die Antragstellung

Die Gesamtzahl der interdisziplinären Zentren an der Humboldt-Universität soll in der Regel zwölf nicht übersteigen. Um den akademischen Gremien eine vergleichende Diskussion von Einrichtungsanträgen zu ermöglichen, sollen ab dem Jahr 2005 Einrichtungsanträge nur jeweils zum 01.03. und zum 01.10. eingereicht werden. Sobald zwölf Zentren an der Humboldt-Universität eingerichtet sind, wird in der Regel ein Neuantrag nur dann positiv beschieden, wenn ein anderes Zentrum nicht positiv evaluiert wurde oder aus anderen Gründen nicht fortgeführt wird.


b) Anforderungen an den Einrichtungsantrag

Der Einrichtungsantrag (etwa 10-15 Seiten) soll eine begutachtungsfähige Vorhabensbeschreibung der wissenschaftlichen Zielsetzung des Zentrums sein, der insbesondere eingeht auf

Dem Einrichtungsantrag beizufügen sind


c) Beteiligung der zentralen Gremien

Der designierte Geschäftsführende Direktor bzw. die designierte Geschäftsführende Direktorin reicht den Antrag auf Einrichtung eines Zentrums beim Vizepräsidenten für Forschung ein. Dieser leitet den Antrag an die Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (FNK) zur Beratung weiter. Die FNK ist verpflichtet, bei ihrer Entscheidungsfindung die Entwicklungs- und Planungskommission (EPK) in angemessener Weise einzubeziehen. Sobald das Votum der FNK vorliegt, legt der Vizepräsident für Forschung den Antrag auf Einrichtung des Zentrums dem Akademischen Senat (AS) vor. Bei einer entsprechenden Beschlussfassung des AS schlägt dieser gemäß § 3 Abs. 1 Satz 3 der Vorläufigen Verfassung dem Kuratorium die Einrichtung des Zentrums vor.


2. Dauer der Einrichtung und Evaluierung

Zentren werden für maximal fünf Jahre eingerichtet und müssen vor einem Beschluss über ihre Weiterführung evaluiert werden. Zentren können maximal zweimal verlängert werden Die Kriterien für die Evaluierung orientieren sich an der Forschungsevaluierung der Fakultäten unter Berücksichtigung der besonderen Zielsetzung für Zentren. Die Evaluierung wird vom Zentrum organisiert und durchgeführt. Der Leiter oder die Leiterin der Evaluierungskommission wird vom Präsidenten in Absprache mit dem Direktor oder der Direktorin des Zentrums eingesetzt.


3. Finanzierung von Interdisziplinären Zentren

a) Zentren finanzieren sich grundsätzlich über Beiträge ihrer Mitglieder und über Drittmittel. Eine Teilnahme an der leistungsbezogenen Mittelausstattung der Fakultäten erfolgt nicht, da auf Zentren aufgrund ihrer spezifischen Aufgaben nicht die gleichen Kriterien wie auf Fakultäten angewandt werden können. Die Leistungen von Zentrumsmitgliedern werden ihrer jeweiligen Einrichtung (Fakultät/ Institut) angerechnet.

b) Die Universitätsleitung stellt eine Anschubfinanzierung für Zentren bereit. Diese beträgt im Jahr seiner Gründung, in Abhängigkeit von der Größe des Zentrums, bis zu 25.000 €. In den folgenden Jahren werden jedem Zentrum bis zu 10.000 € als Grundfinanzierung zur Verfügung gestellt und weiterhin die jährlichen Mitgliedsbeiträge von Zentrumsmitgliedern bis einer Höhe von 15.000 € im Verhältnis 1:1 durch die Universitätsleitung komplimentiert.

c) Für die Geschäftsstelle des Zentrums besteht in der Regel Anspruch auf mindestens einen angemessenen Raum. Dieser soll, wenn möglich, in räumlicher Nähe zum Direktor oder der Direktorin des Zentrums zur Verfügung gestellt werden. Eine Anrechnung des Raums auf das Flächenkontingent der wissenschaftlichen Einrichtung, der der Direktor angehört, findet nicht statt.

4. Organisatorisches

a) Ordnungskennziffer (OKZ)
Zentren erhalten eine eigene Ordnungskennziffer (OKZ), unter der auch die Verwaltung der Mitgliedsbeiträge erfolgt.

b) Drittmittelprojekte
Drittmittelprojekte von Zentrenmitgliedern werden unter der OKZ des jeweiligen (Teil-) Projektleiters geführt. Um das Profil und die Leistungsfähigkeit des Zentrums zu dokumentieren, wird bei den im Zentrum verankerten Projekten dem Kurznamen des Projektes die Kurzbezeichnung des Zentrums voran gestellt. Dies geschieht bei den im Einrichtungsantrag angegebenen Drittmittelprojekten automatisch, bei neu ein geworbenen Projekten auf Antrag des jeweiligen (Teil-)Projektleiters.


5. Übergangsregelung für bestehende interdisziplinäre Zentren

Für die Zentren der Humboldt-Universität, die vor der Verabschiedung der "Grundsätze zur Einrichtung von Interdisziplinären Zentren der Humboldt-Universität" durch den Akademischen Senat am 17.02.2004 bereits anerkannt waren, gilt dieser Leitfaden nicht. Sie können jedoch nach positiver Evaluierung auf Behandlung nach dieser Regelung votieren.

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