Date: June 6th 2011
Border Border Express - Zeitgenössischer Tanz aus Burkina Faso, Kenia, Südafrika und Kongo, 07. bis 12.06.2011, HAU Berlin, Institut Français
Hat sich der Blick der Europäer auf die Afrikaner seit Frantz Fanons Essay Schwarze Haut, weiße Masken aus dem Jahr 1952 verändert? Sind die Vorstellungen und Vorurteile der Weißen gegenüber den Schwarzen verschwunden? Es scheint, als hätten sich die Vorstellungen und Vorurteile lediglich dem heutigen Geschmack angepasst. Schwarze Tänzer spüren bis heute, dass der Blick auf ihre Körper von Klischees und Phantasievorstellungen geprägt ist.
Das Festival Border Border Express versucht, diesen faszinierten Blick auf den afrikanischen Körper und seine traditionellen Bewegungen zu verändern. Es ist eine einmalige Plattform des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes in Deutschland. Von Paris über Brüssel und London bis hin nach New York hat sich der zeitgenössische afrikanische Tanz als fester Bestandteil der Programme namhafter Bühnen etabliert. In Berlin und anderen deutschen Städten ist die Sichtbarkeit des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes dagegen noch immer gering. Mit Tanzperformances, einer flankierenden Fotoausstellung im Institut Français und einem Workshop soll der zeitgenössische afrikanische Tanz aus seiner Nische geholt und die unterschiedlichen Entwicklungen und Stile präsentiert werden.
Bilder des Fotografen Antoine Tempé zeigen einen Abriss dieser Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes in Afrika; aktuelle Produktionen afrikanischer Choreographen erwecken diese Bilder zum Leben.
Programm:
Di, 07.06. 19.00 Uhr
Mi, 08.06. 20.00 Uhr
HAU2
Compagnie Baninga/DeLaVallet Bidiefono (Kongo)
Empreintes/On posera les mots après (55 min)
Das stimmungsgeladenes Stück Empreintes/On posera les mots après spielt in der nächtlichen Atmosphäre von Brazzaville und gibt den kongolesischen Jugendlichen, die im Bürgerkrieg aufgewachsen sind, eine Stimme. Sie haben das Bedürfnis, ihr Leben trotz des erfahrenen Leids in den Griff zu bekommen, etwas Prägendes zu tun, Spuren zu hinterlassen. Dafür muss nicht geredet, sondern gehandelt werden.
Konzept und Choreographie: DeLaVallet Bidiefono
Künstlerische Mitarbeit: Salia Sanou und Cynthia Barthélemy
Mit: Dimitri Aubin Babakila, Nalone Bayimissa, DeLaVallet Bidiefono, Ella Ganga
Di, 07.06. 20.30 Uhr
HAU1
Salia Sanou/Compagnie Salia Nï Seydou (Burkina Faso)
Dambë (45 min)
UND
Opiyo Okach (Kenia)
Border Border Express (35 min)
anschl. Konzert mit Musikern der Cie Baninga im WAU
Salia Sanou/Compagnie Salia Nï Seydou Dambë
In seinem intimen Solo Dambë zeichnet Salia Sanou die Atmosphäre seines Geburtsortes Léguéma nach. Zu den Klängen von Kalebassen, Vogelgezwitscher und Frauenstimmen, zu den Geräuschen von Schrotthändlern und Scherenschleifern sowie von Rasseln der Kinder spürt Salia Sanou den Sinneseindrücken seiner Kindheit nach. Begleitet und angetrieben wird er dabei von der Stimme der Sängerin Maaté Keita.
Choreographie: Salia Sanou, Gesang: Maaté Keita
Opiyo Okach Border Border Express
Opiyo Okach war künstlerischer Leiter der ersten kenianischen Kompanie für zeitgenössischen Tanz und zählt zu den Pionieren der zweiten Generation afrikanischer Choreographen. Sein Duett Border Border Express mit dem Musiker Alejandro Olarte spielt in Busia an der Grenze zwischen Kenia und Uganda. Dort überqueren jeden Tag hunderte von Händlern auf Fahrrädern die Grenze, um ihre Waren auf die andere Seite zu transportieren.
Choreographie und Interpretation: Opiyo Okach, Live-Musik: Alejandro Olarte
Licht: Maryse Gautier, Bühnenbild: Jean-Christophe Lanquetin
Fr, 10.06. 19.30 Uhr
HAU1
Nelisiwe Xaba (Südafrika)
Sakhozi says NON to the Venus & They look at me and thats all they think
(je 30 min)
Im Zentrum von Nelisiwe Xabas beiden Soli steht die 1789 geborene Sarah Baartman, die so genannte südafrikanische Hottentotten-Venus. 1810 wurde sie nach London gebracht und dort wegen ihrer ausgeprägten Geschlechtsmerkmale als Kuriosität zur Schau gestellt. Baartman gilt als Symbol für die Unterdrückung afrikanischer Frauen durch die Kolonialherren und dient Xaba als Allegorie für ihre eigene Reise von Soweto in die eurozentrische Kunstwelt samt des dazugehörigen exotisierenden Voyeurismus.
Choreographie und Tanz: Nelisiwe Xaba , Musik: Mocke J Van Veuren, Video: Lukasz Pater
Mit Unterstützung des Musée du quai Branly und ifas
Sa, 11.06. 20.00 Uhr
Foyer HAU2
Movement (R)evolution Africa (a story of an art form in four acts) (65 min)
Film von Joan Forsch und Alla Kovgan
Der Dokumentarfilm Movement (R)evolution Africa präsentiert neun afrikanische Choreografen und mit ihnen ein sehr differenziertes Bild der zeitgenössischen afrikanischen Tanzszene. Porträtiert werden u.a. die Compagnie Kongo Ba Téria (Burkina Faso), Faustin Linyekula/Studios Kabako (Kongo), die Compagnie Rary (Madagaskar), Sello Pesa (Südafrika), Compagnie TchéTché (Elfenbeinküste), Compagnie Raiz di Polon (Kapverden), Compagnie Jant Bi (Senegal) und Nora Chipaumire (Zimbabwe).
So, 12.06. 20.00 Uhr
HAU2
Seydou Boro/Compagnie Salia Nï Seydou (Burkina Faso)
Concert dun homme décousu (60 min)
anschl. Konzert mit Musikern der Compagnie Salia Nï Seydou im WAU
Seydou Boros Solo ist ein Konzert für einen innerlich zerrissenen Mann. Begleitet von fünf Musikern tanzt sich Boro durch die Komplexität einer menschlichen Persönlichkeit. Dabei steht jedes Instrument für eine bestimmte Eigenschaft: die Bassgitarre für Solidität, die Sologitarre für Instabilität, das Tamani für den Zweifel, die Kalebasse für die Anforderung, die Stimme für die Inkarnation des Menschen.
Choreographie, Musik und Tanz: Seydou Boro, Choreographische Assistenz: Ousseni Sako, Mit: Seydou Boro und den Musikern Ibrahima Boro, Sylvain Dando Paré, Adama Dembelé, Dramane Diabaté, Issouf Diabaté
05.05. bis 22.06.2011
Tänzer aus Afrika Tanzfotos von Antoine Tempé (Frankreich)
im Institut Français
Finissage: 06.06. in Anwesenheit von Antoine Tempé, Choreografen und Tänzern
Im Vorfeld des Festivals ist im Institut Français eine Fotoausstellung mit Tanzfotos von Antoine Tempé zu sehen. Tempés quadratische, gestochen scharfen Schwarz-Weiß-Bilder kommen den Gesichtern und Körpern der afrikanischen Tänzer ganz nahe und erinnern so an die Werke der großen afrikanischen Fotografen der 1950er Jahre. Sie zeigen die Energie und Lebenskraft der Tänzer, aber geben auch Einblick in das heutige Afrika, das modern ist und zugleich in seinen kulturellen Traditionen ruht.
Weitere Infos: www.borderborderexpress.de
HEBBEL AM UFER HAU 1: Stresemannstr. 29 / 10963 Berlin
HEBBEL AM UFER HAU 2: Hallesches Ufer 32 / 10963 Berlin
Karten
tickets@hebbel-am-ufer.de
;
Tel. 030 259004 27
Institut Français de Berlin, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin, Tel.: 030 885 902 0,
U-Bhf. Uhlandstr. (U1),
Eintritt frei
Künstlerische Leitung: Alex Moussa Sawadogo
Eine Kooperation des Kulturbrauerei e.V., HAU Berlin und dem Institut Français
Gefördert aus den Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und dem Goethe Institut
--
Vous avez, à tout moment, la possibilité de modifier cette adresse ou de la désactiver si
vous souhaitez ne plus figurer dans ce fichier. Pour valider l'une de ces rectifications, envoyez un courrier grâce à ce lien :
http://www2.hu-berlin.de/francopolis/cgi-bin/dada/mail.cgi/u/lingua/
|
<< Previous: Einladung zur Peru-Veranstaltung am 16.06.2011 |
| Archive Index | |
Next: EU-Botschafter an der HU gesucht >> |
Lettre d'information de Linguapolis.net.
Linguapolist n'a d'autre ambition que de vous fournir de précieuses informations concernant nos conférences, l'évolution de Linguapolis.net, les projets du Crédol et accessoirement des tuyaux sur vos études, les métiers des langues, les offres d'emploi...
Subscribe to LinguapoList:
Powered by Dada Mail 2.10.12
Copyright © 1999-2006, Simoni Creative.