Date: November 14th 2012

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AFRIKAMERA 2012: African women on and behind the screen

Das afrikanische Kino trägt seit seinen Anfangstagen in den 1960er Jahren eine weibliche Handschrift.

Schauspielerinnen wie Thérèse Mbissine Diop aus dem Senegal („La Noire de…“, 1966, von Ousmane Sembène) und Zalika Souley aus dem Niger („Le retour de l’aventurier“, 1966, von Moustapha Alassane) prägen als Pionierinnen der afrikanischen Schauspielkunst bis heute das Kino von Subsahara-Afrika. Trotz großer Akzeptanzprobleme in ihrem persönlichen Leben – sie waren stigmatisiert durch ihre Leinwandcharaktere, die oftmals gegen gesellschaftliche Regeln verstießen - waren sie mit Leib und Seele Künstlerinnen und spielten eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des afrikanischen Films.
Regisseurinnen wie Thérèse Sita aus Kamerun, etwa mit ihrem Dokumentarfilm („Tam Tam à Paris“, 1963), und Safi Faye aus dem Senegal („La passante“, 1972) gehören zur ersten Generation von Filmemacherinnen, die in der Frühzeit des afrikanischen Kinos ihre cineastischen Ideen und Visionen umsetzen.
Nicht zuletzt waren Frauen aktiv in den Aufbau einer Film-Infrastruktur auf dem afrikanischen Kontinent in den späten 1960er Jahren involviert, vor allem in die Gründung der beiden legendären panafrikanischen Filmorganisationen FESPACO und FEPACI. Zwar waren die Frauen in den folgenden Jahrzehnten kaum in den Leitungsgremien der Filmorganisationen sichtbar, doch ab Anfang der 1990er Jahre zahlreiche von Frauen gegründete Vereine, die sich bis heute stark engagieren.

Dennoch sind 50 Jahre nach der Entstehung des afrikanischen Kinos und 30 Jahre nach der Einführung des Fernsehens in Afrika in der Vergangenheit weibliche Akteure „on and behind the screen“ noch immer unterrepräsentiert.

Eine junge Generation von afrikanischen Filmemacherinnen, Produzentinnen und Drehbuchautorinnen arbeitet daran, dies zu ändern. Gerade in den letzten Jahren wurden zahlreiche Projekte realisiert, die einen anderen cineastischen Blick auf Themen, Fragestellungen und Herausforderungen in den afrikanischen Gesellschaften vermitteln.

In seiner fünften Ausgabe stellt das vom gemeinnützigen Kulturverein toucouleur e.V. organisierten Festival AFRIKAMERA – AKTUELLES KINO AUS AFRIKA eine Auswahl aktueller Spiel- und Dokumentarfilme der jüngsten Generation der „African Women on and behind the Screen“ vor.
Neben einer Auswahl an Langfilmen präsentiert AFRIKAMERA in Kooperation mit der Heinrich Böll-Stiftung mit „African Sisters of the Screen“ (16.11) eine Auswahl von Kurzfilmen afrikanischer Frauen über Frauen - aus Kenia, Kamerun, Tunesien, Algerien, der Demokratischen Republik Kongo und dem Senegal. Die Regisseurinnen Nadia Rais (Tunesien) und Angèle Diabang (Senegal) sowie die Filmwissenschaftlerin Beti Ellerson (USA) sind bei der Filmvorführung anwesend.

Der Samstag (17.11) öffnet mit einem hochrangig besetzten Panel zum Thema „Female Screens – Filmemacherinnen in Afrika“, das sich mit den Realitäten und Perspektiven weiblicher Filmschaffender in der afrikanischen Film– und Kreativwirtschaft auseinandersetzt. Die Diskussion wird Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) veranstaltet.

Außerhalb des Programmschwerpunkts präsentiert AFRIKAMERA weitere Highlights. Mit den „Mozambique Shorts“ (15.11) knüpft AFRIKAMERA an die Tradition der Vorjahre an, Filmszenen aus bis dato eher weniger bekannten afrikanischen Staaten vorzustellen. Der mosambikanische Regisseur und Produzent Dario „Mickey“ Fonseca präsentiert ein aus vier Kurz- und mittellangen Filmen zusammengestelltes Programm erstmalig in Deutschland.
In Zusammenarbeit mit dem Evangelisches Zentrum für Entwicklungsbezogene Filmarbeit (EZEF) zeigt AFRIKAMERA Robert Mugabe – What happened? (Simbabwe/Südafrika/ Großbritannien 2011 I 16.11). Die Dokumentation verwebt die Biographie des umstrittenen Staatschefs von Simbabwe mit der kolonialen Geschichte des früheren Rhodesiens. Zugleich erzählt der Film die Geschichte des antikolonialen Befreiungskampfes in der Region. Der Regisseur Simon Bright ist zur Filmvorführung anwesend.

In einem festivalbegleitenden Workshop „Wedding ! Afrikanische Spurensuche“ (13.11 – 18.11) lädt AFRIKAMERA die afrikanischen Filmemacherin Angèle Diabang Jugendliche aus Berlin-Wedding ein, mit der Kamera die Kultur der afrikanischen Community in dem wenig beachteten Mitte Bezirk zu erforschen.
Und nicht zuletzt darf gefeiert werden. AFRIKAMERA und interfilm laden am Samstag (17.11) zu einer gemeinsamem FESTIVALPARTY ins BI NUU zum Tanz durch die Kreuzberger Novembernacht.

In 2012 kooperiert AFRIKAMERA mit interfilm Berlin, hier stehen Kurzfilme aus (Subsahara-) Afrika im Fokus. In vier Programmen zeigt interfilm Berlin Kurzfilme aus und über Afrika, außerdem werden die AFRIKAMERA-Kurzfilmprogramme bei interfilm zu Gast sein.

Wir freuen uns auf ein spannendes Festival!

Moussa Sawadogo und das Afrikamera-Team


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