Ethnografisch-anthropologische Forschung in, zu und mit Unternehmen

Skepsis-Spirale und mögliche Fluchtpfade

Autor/innen

  • Ruzana Liburkina Goethe-Universität Frankfurt am Main

Abstract

Im Zuge methodologischer Diskussionen zur Zusammenarbeit zwischen Ethnograf*innen und Feld werden Unternehmen für gewöhnlich nicht als potentielle Partner und Ko-Diskutanten in Betracht gezogen. Ausgehend von einer Beleuchtung der sozialtheoretisch begründeten und forschungspraktisch verstärkten Gründe für diese Skepsis, fokussiert dieser Beitrag die Bedingungen für solche Kollaborationsbeziehungen. Dazu werden im ersten Schritt drei etablierte Formen ethnografischer Forschung erörtert, die sich inmitten privatwirtschaftlicher Kontexte entfaltet: eingebettete Ethnografie im Auftrag der Unternehmen selbst, akademisch situierte Organisationsethnografie sowie ethnografisch-anthropologische Untersuchungen von Phänomenen, die das zeitgenössische Zusammenleben und Wirtschaften ordnen. Die darin sichtbar werdenden methodologischen Besonderheiten und Herausforderungen werden anschließend am konkreten Beispiel einer multi-stationären ethnografischen Studie in der Lebensmittelbranche diskutiert. Daraus abgeleitete Überlegungen und Vorschläge komplettieren ein Plädoyer für dezidierte ethnografisch-anthropologische Aufmerksamkeit gegenüber privatwirtschaftlichen Akteuren als ethnografischen Gegenübern und möglichen Forschungspartnern.

Autor/innen-Biografie

Ruzana Liburkina, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Ruzana Liburkina ist seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsschwerpunkt „Biotechnologie, Natur und Gesellschaft“ am Institut für Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Zuvor arbeitete sie am Institut für Europäische Ethnologie und am Integrative Research Institute on Transformations of Human-Environment Systems (IRI THESys) an der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort hat sie mit einer Dissertation zur Realisierung, Aneignung und Ablehnung von Verantwortung und Wachstum entlang von Lebensmittellieferketten promoviert. Zu Ihren Forschungsschwerpunkten zählen Wissenschafts- und Technikforschung, Wirtschaftsanthropologie und ökologische Anthropologie.

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Veröffentlicht

01. Februar 2021

Zitationsvorschlag

Liburkina, R. (2021). Ethnografisch-anthropologische Forschung in, zu und mit Unternehmen: Skepsis-Spirale und mögliche Fluchtpfade. Berliner Blätter, 83, 29–47. Abgerufen von https://www2.hu-berlin.de/ifeeojs/index.php/blaetter/article/view/1099

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