Verhandlungen des Europäischen Parlaments
SITZUNG AM MITTWOCH, DEN 27. OKTOBER 1999
Programm "Jugend"
Zissener (PPE).
Herr Präsident,
zunächst einmal möchte ich der Berichterstatterin für ihre Arbeit danken. Zur Erinnerung
möchte ich noch einmal ganz kurz das neue Aktionsprogramm im Bereich Jugend für den
Zeitraum 2000 bis 2007 umreißen. Das Aktionsprogramm soll zur Verwirklichung eines
europäischen Bildungsraums beitragen, der das lebenslange Lernen fördert und eine
uneingeschränkte Ausübung der Bürgerrechte ermöglicht. Mit diesem Aktionsprogramm
sollen die bisherigen verschiedenen Programme im
Jugendbereich gebündelt und konzentriert werden, wie die Berichterstatterin eben schon
sagte.
Obwohl das neue Aktionsprogramm die bisherigen verschiedenen Programme im Jugendbereich
bündelt und konzentriert, wird kein einzelnes Programm bevorzugt. Das Parlament hat
gegenüber der Kommission ja schon darauf geachtet, daß das Verhältnis der einzelnen
Programme untereinander ausgewogen ist, wodurch eine bessere Verteilung der finanziellen
Mittel gewährleistet ist. Dadurch
ist das neue Aktionsprogramm um einiges übersichtlicher und damit auch bürgerfreundlicher
als die verschiedenen allzu weit verstreuten Jugendprogramme.
Ein weiterer Vorteil für die Bürger ist die starke Dezentralisierung des Programms
"Jugend &lsquo, das somit auch Jugendlichen in ihrem Heimatkreis die Teilnahme an
dem Programm ermöglicht.
Diesen Punkt finde ich sehr wichtig, denn er bietet auch den Jugendlichen eine Gelegenheit,
mit Europa in Kontakt zu kommen, denen von zu Hause aus kein Interesse auf diesem
Gebiet mitgegeben wurde. Je früher Jugendliche mit anderen europäischen Nationalitäten zusammenkommen, desto eher nehmen sie aktiv an der Integration Europas teil.
Das Aktionsprogramm Jugend fördert auch noch in einem weiteren Sinne die Integration
Europas, indem es die Bewerberländer im Osten, Zypern, Malta und die Türkei miteinbezieht.
Dadurch haben die Jugendlichen die Möglichkeit, die kulturelle Vielfalt nicht nur der Staaten kennenzulernen, die bereits Mitglied in der Europäischen Gemeinschaft
sind, sondern auch derer, die noch an den Grenzen dieser Gemeinschaft leben, von
denen jedoch schon eine große Bevölkerungsgruppe in verschiedenen Mitgliedstaaten
lebt. Dieser Umstand wirkt sich wiederum positiv auf den Kampf für die Achtung der Menschenrechte
und gegen Rassismus, übertriebenen Nationalismus und Antisemitismus aus. Dadurch
leisten die Jugendlichen einen aktiven Beitrag zum Aufbau und zur Integration Europas.
Durch die Mitwirkung an Programmen mit Teilnehmern aus verschiedenen Mitgliedstaaten
entdecken die Jugendlichen die europäische Wirklichkeit in ihrer sozialen und kulturellen
Vielfalt und öffnen sich für neue Umgebungen, was den Anreiz zum Erlernen einer Fremdsprache ungemein erhöht. Der Ausschuß für Kultur, Jugend und Erziehung fordert
für eine Programmdauer von sieben Jahren einen
Gesamtfinanzrahmen von 980 Millionen Euro. Der Rat ist jedoch nur bereit, gerade mal
die Hälfte des von uns beantragten Betrages zu genehmigen. Ich glaube, an dieser
Stelle nicht nochmal extra wiederholen zu müssen, daß sich diese Summe ja auf sieben
Jahre verteilt, was einen jährlichen Betrag von 140 Millionen Euro bedeutet. Dieses Geld
wird, wie Frau Gröner schon richtig sagte, nicht in irgendetwas investiert, sondern
in die Zukunft Europas, und diese Zukunft liegt in der Jugend Europas!
Die Bildung der europäischen Jugend ist kein Bereich für Sparmaßnahmen. Es ist deshalb
wichtig, daß das Parlament mit einer großen Mehrheit dem Programm zustimmt, damit
wir mit sicherem Rückhalt in die Verhandlungen mit dem Rat gehen können.
(Beifall
)
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