I. Konstitutive Perspekitve

Sportphilosophie in Deutschland nach 1945
Elk Franke

In: G. Bäumler et.al. (Hrsg.) Sportmedizin und Sportwissenschaft. Historisch systematische Fascetten. (S. 461 – 496) St. Augustin 2001: Academia

Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die damit verbundene Beseitigung der NS- Herrschaft machte sehr bald deutlich, daß nicht nur Millionen Menschen sinnlos getötet, hunderttausende Häuser zerstört und ein großer Teil der Landschaften verwüstet worden waren, sondern daß auch viele Begriffe ihre Bedeutung verloren bzw. eine folgenreiche Neubewertung erfahren hatten. Insbesondere die Tatsache, daß die bis dahin im bildungsbürgerlichen Denken dominierende Geisteswissenschaften jenen Umwertungsprozeß im Land von KANT, GOETHE und SCHILLER nicht verhindern konnten, ja daß sie zum Teil sogar Schützenhilfe bei der Neuordnung der Welt im Dritten Reich geleistet hatten, verunsicherte viele, die sich um einen echten Neuanfang nach 1945 bemühen.

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Sportphilosophie

Franz Bockrath/ Volker Schürmann

In: K. Willimczik (Hrsg.) Sportwissenschaft interdisziplinär. Ein wissenschaftstheoretischer Dialog Bd.4 Die sportwissenschaftlichen Teildisziplinen in ihrer Stellung zur Sportwissenschaft.(S. 25 – 55) Hamburg 2011: Feldhaus

Im Rahmen eines Dialogs werden im vorliegenden Beitrag die Besonderheiten der Sportphilosophie in ihrem Verhältnis zur (primär empirisch ausgerichteten) Sportwissenschaft erörtert. Thematisiert werden in diesem Zusammenhang die Rolle der Erfahrung und der transzendentalen Bedingungen ihrer Möglichkeit sowie die reflexive Bedeutung der Sportphilosophie als notwendiges Korrektiv für (sport-)wissenschaftliches Arbeiten.

Sportphilosophie als traditionelle oder als kritische Theorie des Körpers?

Franz Bockrath

In: Philokles. Zeitschrift für populäre Philosophie (1) 2002, (S. 20 -24)

Versuche, die Faszination sportlicher Ereignisse zu erklären sind vielfältig. Dabei überwiegen Beschreibungen der Veränderungen mit Verweisen auf die Motivation der Akteure und Zuschauer. Unklar bleibt häufig, warum der Sport in Bezug zu anderen Großveranstaltungen in den letzten Jahren eine solche Dynamik entwickelt hat. Im Beitrag wird gezeigt, dass es unverzichtbar ist, die traditionelle Deutung, die nach dem Menschen im Handlungsfeld Sport fragt zu erweitern um eine Sicht, in der die spezifischen (semiotischen) Bedeutungsstrukturen dieses Handlungsfeldes berücksichtigt werden.

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Das Bild vom Menschen durch die Brille des Sports – kulturanthropologische Anmerkungen.

Tele-Akademie. Studium im Fernsehen. (3sat/SÜDWESTfernsehen 19.9.2004)

Elk Franke

Versuche, die Faszination sportlicher Ereignisse zu erklären sind vielfältig. Dabei überwiegen Beschreibungen der Veränderungen mit Verweisen auf die Motivation der Akteure und Zuschauer. Unklar bleibt häufig, warum der Sport in Bezug zu anderen Großveranstaltungen in den letzten Jahren eine solche Dynamik entwickelt hat. Im Beitrag wird gezeigt, dass es unverzichtbar ist, die traditionelle Deutung, die nach dem Menschen im Handlungsfeld Sport fragt zu erweitern um eine Sicht, in der die spezifischen (semiotischen) Bedeutungsstrukturen dieses Handlungsfeldes berücksichtigt werden.

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Raum – Zeit – Erfahrungen als Problem der Basisphänomene bei der Konstitution von Subjektivität

In: F. Bockrath/E. Franke (Hrsg.) Vom sinnlichen Eindruck zum symbolischen Ausdruck – im Sport.(S.61- 74 ) Hamburg 2001 : Czwalina

Elk Franke  

Die Frage der Subjektivität gehört zu den klassischen Problemen der Philosophie. Dabei erweist sich insbesondere das von Kant vorgezeichnete Problem, nach dem das Ich aus einem Selbstbewusstsein abgeleitet werden muss, dass das Ich immer schon als voraus-und zugrundeliegend annimmt, als ein Dilemma. Einen Versuch, den Argumentationszirkel zu vermeiden bzw. ihn nicht als einen prinzipiellen, sondern eher hermeneutischen Zirkel anzusehen, lassen zeitgemäße Subjekttheorien der Sozialphilosophie erkennen. Durch eine Neubestimmung von Wahrnehmungs-Erkenntnis und Reflexionsprozessen im Mensch-Welt-Verhältnis ergeben sich anschlussfähige Deutungsmöglichkeiten aus kulturanthropologischer Sicht.

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Raum – Bewegung – Rhythmus. Zu den Grundlagen einer Erkenntnis durch den Körper

In: F. Bockrath/ B.Boschert /E. Franke (Hrsg.) Körperliche Erkenntnis. Formen reflexiver Erfahrung   (S. 15 -40). Bielefeld 2008: transcript

Elk Franke

Das Verhältnis des Menschen zur Welt wird u.a. wesentlich geprägt durch raum-zeitliche Bedingungen. Sie gelten in der Regel als Rahmenbedingungen, denen sich der menschliche Körper unterordnen und anpassen muss. Erst die moderne Sozialwissenschaft hat auf den wechselseitigen Prozess von Strukturierung und Inkorpurierung verwiesen, in dem der Körper selbst eine spezifische „Erkenntnisfunktion“ hinsichtlich der Person-Welt- Beziehungen besitzt. Im Beitrag wird dies aus drei kulturanthropologischen Perspektiven expliziert.

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Bewegung als Form – Form der Bewegung im Spiel

In: H.E. Tenorth (Hrsg.) Form der Bildung – Bildung der Form (S. 123 – 146). Weinheim, Basel,     Berlin 2003: Beltz

Elk Franke

Im folgenden Beitrag soll eine Frage wiederholt werden, die vor ca. 100 Jahren HENRY BERGSON stellte und die zu Beginn dieses neuen Jahrhunderts immer noch eine Herausforderung für die Philosophie und einige Einzelwissenschaften darstellt. BERGSON fragte, warum es in einer Welt, die in vielfältiger Weise sich permanent verändert, gleichsam immer in Bewegung ist, keine „Philosophie der Veränderung“, keine, so könnte man heute ergänzen, „Philosophie der Bewegung“, „Philosophie des Prozesses“ gibt.
„Wir sprechen von Veränderung, aber wir denken nicht wirklich daran. Wir sagen, daß die Veränderung existiert, daß alles sich verändert, daß die Veränderung sogar das Gesetz der Dinge ist, ja wir sagen es…, aber das sind nichts als Worte, und wir denken und philosophieren als ob die Veränderung nicht existiert.“

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Das Spiel – Fundament oder Fassade des Sports.

Unveröffentlichter Vortrag 2003

Elk Franke

Die vergangenen Tage haben es vielfältig gezeigt: Der moderne Sportbetrieb ist ein Thema, um das sich trefflich streiten läßt und an dem man sich ohne Mühe als Kritikus beweisen kann. Die Argumente liegen gleichsam auf der Straße des populären Vorverständnisses. Das marktorientierte Fernsehen, die absatzhungrige Wirtschaft, die eitlen Funktionäre, die geldorientierten Athleten geben die Farben für jenes Bild des Sports ab, das immer dann schnell gemalt wird, wenn es wichtig und richtig erscheint, den Zeigefinger zu heben oder enttäuschte Hoffnungen zu rechtfertigen. – Und Anlaß für solche distanzierte kritische „Bestandsaufnahme“ gibt es immer häufiger. Sorgten noch in den 60er Jahren sportliche Großereignisse wie die Olympischen Spiele oder Welt- und Europa-Meisterschaften nicht nur für einen Popularitätsanstieg des ausdifferenzierten Sportbetriebs, sondern auch für eine Kompensation zwischenzeitlich entstandener Skepsis gegenüber seinen Bedingungen, hat sich diese wohlwollende Grundeinstellung gegenüber dem modernen Sportbetrieb inzwischen deutlich relativiert.

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Sieg und Niederlage als konstitutive Elemente des Sports

In: Arbeitskreis Kirche und Sport(Hrsg.) Der zweite ist der erste Verlierer!? Die Kultur von Sieg und Niederlage im Sport. (S. 12 – 30) Berlin 2000.

Elk Franke

Die Frage, ob der Sport eine eigene Welt mit eigenen Regeln und Gesetzen ist oder ein Handlungsfeld wie viele andere auch in unserer Gesellschaft, wird schon auf der populistischen Oberfläche kontrovers diskutiert. So rechtfertigte sich Manfred Höppner, stellvertretender Chef des Medizinischen Dienstes der DDR im Dopingprozeß im Mai 2000 mit der nicht neuen Frage:
Während wir hier sitzen, erhalten heute zahlreiche Menschen in Arztpraxen Arzneimittel, damit sie halbwegs den Arbeitsalltag oder eine außergewöhnliche berufliche Belastung überstehen können. Wo ist hier der Unterschied zum Hochleistungssportler?“

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Repräsentation und Erfahrung – oder die Verwurzelung der Symbolwelten im Handeln

In: B. Wirkus (Hrsg.) Fiktion und Imaginäres in Kultur und Gesellschaft (S. 219 – 236). Konstanz 2003: UVK

Elk Franke

Eine der wesentlichsten Veränderungen zeichnete sich im 20en Jahrhundert im Mediensektor ab. Die Technologie als Kombination aus Technik und Wissenschaft entwickelte dort eine Dynamik, bei der inzwischen die Medien selbst die Visionen ihrer eigenen Zukunft beschreiben. Waren es bisher Vorstellungen, geistige Entwürfe, die den Weg und Inhalt von fiktionalen Welten bestimmten, sind es inzwischen Bilder, die gleichsam real in anschaulicher Weise irreale Lebensbereiche beschreiben.

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Die Macht der Bilder – Vom sinnlichen Eindruck zum symbolischen Ausdruck

In: J. Schwier (Hrsg.): Jugend – Sport – Kultur. Zeichen und Codes jugendlicher Sportszenen. (S. 139 – 184) Hamburg 1998: Czwalina

Franz Bockrath

Es mag einerseits vertraut, andererseits aber auch etwas ungewöhnlich erscheinen, Bilder und Macht in einen direkten Zusammenhang zu stellen. Dieser Zwiespalt rührt vermutlich daher, daß zwar die Art der Verwendung von Bildern gewöhnlich als Machtfaktor erkannt wird; ihre jeweilige „immanente Bedeutung“ bleibt jedoch, so scheint es, diesem äußeren Zugriff entzogen. Zwischen dem reinen, symbolischen Gehalt und seinen sozialen Verwendungsweisen wäre demnach zu unterscheiden. Demgegenüber wird hier die Auffassung vertreten, daß Bedeutungen nicht an -oder – für – sich gültig sind, sondern nur im Rahmen ihrer jeweiligen Funktion und Zwecksetzung verständlich werden. Die Macht der Bilder soll im folgenden zunächst auf ihre soziale Logik zurückgeführt werden, die eine Logik der Verschleierung ist.

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Die Macht der Worte – verdeutlicht am Beispiel des Gesundheitsdiskurses im Sport des Sports

In: G. Friedrich (Hrsg.) Zeichen und Anzeichen. Analysen und Prognosen des Sports.(S.83 – 100) Hamburg 2002: Czwalina

Franz Bockrath

Folgt man Bourdieu, so ist die „Wissenschaft von den Diskursen“ als soziologische Pragmatik heute eher verwaist, „obwohl sie mit Pascal und den Provinciales, Nietzsche und dem Antichrist, sowie Marx und der Deutschen Ideologie außerordendliche Vorläufer hat“ (vgl. BOURDIEU 1990, 115). Dabei ist es nicht einmal erforderlich, wie bei den genannten Autoren, einen ideologiekritischen Umgang mit Sprache ausschließlich am Beispiel großangelegter theoretischer Entwürfe auszuführen. Gesellschaftlich relevante Aussagen finden sich auch auf der Ebene alltäglicher Diskurse, mit dem Vorteil, daß hier ein direkter Bezug zur Lebenswirklichkeit der handelnden Akteure nicht erst hergestellt werden muß. Im folgenden soll deshalb am Beispiel des Gesundheitsdiskurses im Sport der Wandel seiner Bedeutung unter veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufgezeigt werden. Zu diesem Zweck werden drei verschiedenartige Texte aus drei unterschiedlichen Epochen der jüngeren deutschen Geschichte miteinander verglichen. Die Absicht dieses Verfahrens besteht darin, die „Macht der Worte“ exemplarisch auf ihren jeweiligen gesellschaftlichen Kontext zurückzuführen, um die möglichen Erfahrungszusammenhänge zu rekonstruieren, welche die Betroffenen mit den zu untersuchenden sprachlichen Formen assoziieren.

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Ironie im Sport? Ein Beitrag zur Bedeutungsanalyse nicht-verbaler Symbole.

In: G. Friedrich(Hrsg.) Zeichen und Anzeichen – Analysen und Prognosen des Sports (S. 23 – 44) Hamburg 2001: Czwalina

Elk Franke

„Es gibt nichts, was nicht Thema der Wissenschaft werden kann“. Mit diesem Satz mag der interessierte Laie die paradoxe Situation kommentieren, die sich für ihn ergibt, wenn er erfährt, daß die „strenge Wissenschaft“ sich auch mit dem Witz, der Clownerie, der Ironie beschäftigt. Und in der Tat erscheint es zunächst verwunderlich, jenen Randbereich menschlicher Kommunikation, der nicht nur ausgleichende Entspannung suggeriert, sondern der anscheinend auch nur situativ, spontan erlebt werden kann, unter wissenschaftlichen Bedingungen zu erforschen.

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Semiotik des Sports – Eine Übersehende Variante der Theoriediskussion.

In: G. Friedrich/ E.Hildenbrandt/ J.Schwier (Hrsg.) Sport und Semiotik (S.33- 65) Hamburg 1994: Czwalina

Elk Franke

Dass dem Sport als Handlungssystem eine Bedeutung zugeschrieben werden kann, die umfassender oder andersartiger sein kann, als es seine Akteure intendieren ist allgemein bekannt und auch Grundlage für politische Instrumentalisierungen oder Werbemaßnahmen. Bisher eher ungeklärt ist die Frage, wodurch dieser „Bedeutungsüberschuss“ entstehen kann, warum gerade sportliche Handlungen zu einer solch „bereitwilligen Magd jedweder Ideologie“ werden können ohne ihre Funktionsfähigkeit im spezifischen Bereich des Sports zu verlieren. Die Semiotik als eine „Wissenschaft von den Zeichenprozessen“ (R. Posner 1979) bietet u.U. eine Möglichkeit, Antworten dazu aus einer analytischen Sicht zu entwickeln. Der vorliegende Beitrag versucht dies im Rahmen einer thematischen Schwerpunktsetzung der Sportphilosophie zu zeigen.

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