IV.6.2 Zu den Gesetzen über gemischtreligiöse Sexualkontakte in den ‚Siete Partidas‘ Alfons’ des Weisen

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IV.6.3 Þornbjörg, eigenmächtige Königstochter der ‚Hrólfs saga Gautrekssonar‘

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ISBN 978-3-05-004373-9
Akademie Verlag

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Die ‚Siete Partidas‘ sind eine unter Alfons X. von Kastilien-León, wahrscheinlich zwischen 1256 und 1265, begonnene Rechtssammlung. Sie erfuhren noch während Alfons Regierungszeit und unter seinen Nachfolgern mehrere Überarbeitungen.[402] Alfons XI. erkannte sie 1348 in einer modifizierten Form im ‚Libro del fuero de las leyes‘ als subsidiäres Recht an. Ob sie schon vorher in Kraft getreten waren, ist unsicher.[403] Die Bezeichnung ‚Siete Partidas‘ stammt aus dem 16. Jahrhundert und bezieht sich auf den siebenteiligen Aufbau des Werks.

Das letzte Kapitel der Rechtssammlung befasst sich mit Strafrecht und Strafprozessordnung.[404] Hier finden sich auch Rechtsbestimmungen in Bezug auf die beiden großen religiösen Minderheiten des Reiches, die Juden[405] und die Muslime.[406] Neben hauptsächlich wirtschaftlichen und religiösen Bestimmungen regeln einige Kapitel das Verhältnis der Glaubensgemeinschaften zueinander. Die folgenden Rechtstexte verbieten den Geschlechtsverkehr zwischen Christen und Nichtchristen und setzen das jeweilige Strafmaß bei Zuwiderhandlungen fest, im ersten Beispiel für die Juden, im zweiten für die Muslime.[407]

Que pena meresce el judio que yaze con cristiana
Atreuencia e osadia muy grande fazen los judios que yazen con

las cristianas. E por ende mandamos que todos los judios contra

quien fuere prouado daqui adelante que tal cosa ayan fecho, que

mueran por ello; ca si los cristianos que fazen adulterio con

las mugeres casadas merescen por ende muerte, mucho mas la

merescen los judios que yazen con las cristianas, que son

espiritualmientre esposas de Nuestro Sennor Jhesu Christo por

razon de la fee e del baptismo que rescibieron en nombre del.

E la cristiana que tal yerro como este fiziere, non tenemos

por bien que finque sin pena. E por ende mandamos que si

fuere uirgen o casada o bibda o muger baldonada que se de a

todos, que aya aquella misma pena que dixiemos en la postrimera

ley del titulo de los moros que deue auer la cristiana que

yoguiere con moro
(SP 7.24.9)
Qué pena merescen el moro et la cristiana que yoguieren de consuno.
Si el moro yoguiere con cristiana vírgen, mandamos quel apedreen por ello:

et ella por la primera vegada que lo ficiere, pierda la meytad de sus bienes,

et herédelos el padre ó la madre della, ó el abuelo ó el abuela si los hobiere:

et si non los hobiere háyalos el rey. Et por la segunda pierda todo quanto hobiere,

et herédelos el rey, et ella muera por ello: eso mismo mandamos de la vibda

que esto ficiere. Et si yoguiere con cristiana casada sea apedreado por ello,

et ella sea metida en poder de su marido que la queme, ó la suelte,

ó faga della lo que quisiere. Et si yoguiere con muger baldonada que se dé á todos,

por la primera vez azotenlos de so uno por la villa, et por la segunda vegada

que mueran por ello.
[408]
(SP 7.24.10)
„Welche Strafe ein Jude verdient, der bei einer Christin liegt.
Juden, die bei Christinnen liegen, machen sich der größten Frechheit und Anmaßung schuldig.
Daher befehlen wir, dass von nun an alle Juden, von denen bewiesen ist, dass
sie dieses Vergehen begangen haben, deswegen sterben sollen.
Da Christen, die mit verheirateten Frauen Ehebruch begehen, die Todesstrafe verdienen,
um wieviel mehr verdienen es die Juden, die bei Christinnen liegen,
die spirituell – aufgrund des Glaubens und der in seinem Namen empfangenen Taufe –
die Ehefrauen unseres Herrn Jesu Christi sind. Und die Christin,
die eines solchen Vergehens schuldig ist, soll nicht ungestraft bleiben. Wir befehlen daher,
dass sie, ob sie jungfräulich, verheiratet, verwitwet oder eine öffentlich geschmähte
Frau [Prostituierte] ist, die sich jedem hingibt, dieselbe Strafe erhalten soll,
wie wir sie in dem nächsten Gesetz ‚Über die Mauren‘ für eine Christin festgesetzt haben,
die bei einem Mauren [moro] liegt.
(SP 7.24.9)
Welche Strafe der Maure [moro] und die Christin verdienen, die beieinander liegen.
Wenn der Maure [moro] einer christlichen Jungfrau beiwohnt, befehlen wir, dass er dafür
gesteinigt werde. Sie soll, so es das erste Mal ist, dass sie dies getan hat,
die Hälfte ihres Besitzes verlieren, und ihr Vater oder ihre Mutter sollen diese bekommen,
oder der Großvater oder die Großmutter, falls sie diese haben sollte; falls nicht,
soll sie der König erhalten. Und wenn sie es [bereits] zum zweiten Mal getan hat,
so soll der König sie beerben und sie soll dafür sterben. Wir befehlen dasselbe,
wenn es eine Witwe ist, die dies getan hat. Und wenn er bei einer verheirateten
Christin gelegen hat, soll er dafür gesteinigt werden, und sie ist eine Schande
[für ihren Mann und] soll in seiner Gewalt sein; [er möge] sie verbrennen, verlassen
oder mit ihr tun, was er will. Und wenn er bei einer schimpflichen Frau gelegen hat,
die sich jedem hingibt, sollen sie, wenn es das erste Mal gewesen ist,
öffentlich vor dem Dorf ausgepeitscht werden, beim zweiten Mal sollen sie dafür sterben.“[409] (SP 7.24.10)

Das Verbot sexueller Kontakte zwischen Christen und Nichtchristen konnte besonders in Gebieten mit einer multikulturellen Bevölkerungsstruktur eine wichtige Rolle für die Konstituierung der eigenen Gemeinschaft und ihrer Abgrenzung nach außen spielen. Dementsprechend rigide gestaltete sich bisweilen das Strafmaß bei einer Missachtung dieser sexuellen Grenzen, welches wie in diesem Beispiel aus dem christlichen Spanien des 13. bzw. 14. Jahrhunderts bis zum Tod durch Steinigung reichen konnte.[410] In dem Gesetz der ‚Siete Partidas‘, das den Verkehr zwischen Juden und Christinnen verbietet, wird eine Begründung gegeben, warum dies eine so schwere Sünde darstelle: Die Christinnen, so heißt es, seien durch ihre Taufe und ihren Glauben auf einer spirituellen Ebene die Gemahlinnen Christi. Gott hat also nicht nur als Gottvater ein Interesse an den Frauen, sondern auch als ihr Ehemann. Sie repräsentieren mit ihren Körpern einen Teil seines Rechtsbereichs. Der Geschlechtsverkehr mit Juden oder Muslimen bedeutet folglich einen Verrat an Christus und wird als spiritueller wie auch physischer Angriff auf die eigene christliche Gemeinschaft angesehen. Solche sexuellen Metaphern zur Klassifizierung religiöser Gemeinschaften finden sich bereits in der Bibel (Beispiele: Der „Leib Christi“,[411] die Erotik des Hohelieds etc.) und waren in der mittelalterlichen Theologie durchaus verbreitet.[412] Die Bedeutung sexueller Grenzen zum Schutz der religiösen Gemeinschaft lässt sich im Christentum bereits seit der Antike nachweisen. Erstmalig überliefert ist ein Eheverbot für Christen mit Andersgläubigen – in diesem Fall mit Juden – in den Bestimmungen des Konzils von Elvira (um 306).[413] Im römischen Recht wurden gemischtreligiöse Ehen zwischen Christen und Juden unter härteste Strafen bis hin zur Todestrafe gestellt.[414] Die (sexuelle) Abgrenzung von den Muslimen wurde erst mit den durch die Kreuzzüge entstandenen neuen Kontaktzonen zu einem Bedürfnis und erstmals 1120 mit den Bestimmungen des Konzils von Nablus in Gesetze gefasst.[415] In der Kanonistik findet sich zwar kein explizites Verbot sexueller Kontakte zwischen Christen und Nichtchristen, jedoch sei es nach Ansicht mittelalterlicher Kommentatoren[416] implizit anderen Bestimmungen zu entnehmen gewesen. Da es Christen bereits untersagt war, mit Andersgläubigen gemeinsam ein Essen einzunehmen oder zu einem Bad zusammenzukommen, aus Angst vor zu großer sozialer Intimität und vor spiritueller Verunreinigung, so müsse dies erst recht für sexuelle Kontakte gegolten haben.[417] Insgesamt sind die kirchlichen Bestimmungen zu Mischehen und interreligiösen Sexualkontakten wesentlich seltener[418] und erscheinen moderater als die Vielzahl der überlieferten und in ihrem Strafmaß sehr rigorosen weltlichen Gesetze.[419] Unabhängig davon, ob es sich um Verbote aus dem klerikalen oder dem weltlichen Bereich handelte, galten sie zumeist gleichermaßen für beide Geschlechter und nicht nur, wie in dem Beispiel der ‚Siete Partidas‘, für die christlichen Frauen.[420] Neben anderen Motiven,[421] die an dieser Stelle unberücksichtigt bleiben müssen, spielte die im Mittelalter verbreitete Furcht vor ritueller Verunreinigung durch enge, insbesondere sexuelle Kontakte hier eine wichtige Rolle.[422] Dass es sich hier nicht nur um eine elitäre Diskussion unter Rechts- und Religionsgelehrten gehandelt hat, lässt sich an einer Fülle von Quellen mit Anzeigen von Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften erkennen.[423] Um Verstößen aufgrund von Missverständnissen oder fehlender Erkennbarkeit vorzubeugen, die dann auftreten konnten, wenn Juden und Muslime nicht als solche von den Christen zu unterscheiden waren, gingen mit den Verboten interkonfessioneller Sexualität auch häufig Kleidungsvorschriften für die Nichtchristen einher. So sehen die ‚Siete Partidas‘ an anderer Stelle Distinktionsmerkmale für Juden und Muslime vor.[424] Die im Vierten Laterankonzil 1215 von kirchlicher Seite formulierte Bestimmung, die Juden sollten sich durch ihre Kleidung von Christen unterscheiden, ist ebenfalls vielfach als Unterscheidungsmerkmal zur Verhinderung unerwünschter interreligiöser Kontakte verstanden worden.[425] Auch die beiden anderen monotheistischen Religionen verbieten gemischtreligiöse Ehen oder sexuelle Kontakte.[426] Dabei weist das islamische Recht eine interessante Parallele zu den in einem Punkt im christlichen Kontext eher ungewöhnlich formulierten ‚Siete Partidas‘ auf: Im Sinne der Christin als Gemahlin Jesu Christi sprechen beide Rechtsquellen nämlich nur über Fälle, in denen Christinnen Verkehr mit Männern jüdischen oder muslimischen Glaubens haben. Die umgekehrte Möglichkeit, Kontakte zwischen männlichen Christen und weiblichen Nichtchristen, wird nicht erwähnt, scheint also kein schwerwiegendes Delikt gewesen zu sein. War die Christin verheiratet, oblag es ihrem Ehemann, sie für ihr Verhalten in einer ihm angemessen scheinenden Weise zu bestrafen. Er durfte körperliche Gewalt gegen sie anwenden, sie sogar töten, wenn er es für nötig erachtete. Das Interesse lag auf der Überwachung speziell des weiblichen Körpers zum Schutz der christlichen Gemeinschaft vor einer äußeren körperlichen und religiösen Bedrohung bzw. spirituellen Verunreinigung, nicht auf der des männlichen. Auch das islamische Recht verbietet den Musliminnen den Umgang und die Ehe mit Andersgläubigen, es gestattet dies jedoch den muslimischen Männern, sofern sie sich eine Frau aus den schriftbesitzenden Religionen nähmen.[427]

Die männlichen und weiblichen Rollen sind hier für die eigene Gesellschaft genau festgelegt: Die Frau taucht in den Gesetzen der ‚Siete Partidas‘ als ein passives (Sexual )Objekt auf, dass es unter allen Umständen, auch mit Gewalt, vor fremden Übergriffen zu schützen gilt. Dem Mann hingegen sind sexuelle Kontakte über die eigene Kultur hinaus durchaus gestattet. Die Männer der jüdischen und muslimischen Minderheiten sind von diesem Rollenverständnis jedoch ausgeschlossen, können nicht als ‚Männer‘ unter den Christen leben und als solche auch den christlichen Frauen begegnen, sondern verharren in einer untergeordneten Position. In den ‚Siete Partidas‘ werden die Unterschiede in den Geschlechterkonstruktionen zwischen der eigenen Kultur und den anderen normativ fixiert. Im Unterschied zu den folgenden literarischen Beispielen handelt es sich hier um keine vollständige Kontrastierung der eigenen etablierten Geschlechterrollen mit denen der Anderen. Vielmehr werden hier die eigenen Werte und Normen im Hinblick auf die Geschlechterhierarchien festgeschrieben – wobei dem Mann eindeutig eine dominante, unter Umständen auch Gewalt ausübende Position zukommt, während die Frau als ein rein passives Schutzobjekt erscheint. Die in diesem sexuellen Kontext gezogenen Grenzen zwischen der christlichen Gemeinschaft und den unter ihrer Rechtshoheit lebenden religiösen Minderheiten wurden mit aller Härte verteidigt.[428]

Wiebke Deimann



  1. Von der Partida 7.24 ist keine Handschrift unmittelbar aus dem Umfeld Alfons’ X. überliefert. Die hier verwendete Edition von Carpenter basiert auf je sechs Handschriften aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert unter weiterer Bezugnahme auf drei spätere Druckfassungen. Zur Überlieferungssituation vgl. Siete Partidas 7.24 „De los judíos“. Ed. Carpenter, 7–26; mit Forschungsüberblick: Scheppach, Siete Partidas (1991), 42–66.
  2. Es gibt auch Hinweise auf ein sofortiges, wenn auch möglicherweise partielles, Inkrafttreten unter Alfons X. Vgl. zu dieser Diskussion Burns, Jews (2002), 47.
  3. Vgl. Lalinde Abadía, Siete Partidas (2003).
  4. Carpenter widmet dem in den ‚Siete Partidas‘ vier Seiten langen Teil ‚7.24 De los judíos‘ eine gesamte Monografie mit Edition, einer englischen Übersetzung und ausführlichen Kommentaren: Carpenter, Alfonso (1986); englische Übersetzung der gesamten Rechtssammlung mit Kommentar: Las Siete Partidas. Ed. Burns/Scott, 1433–1437.
  5. ‚Siete Partidas 7.25 De los moros‘, ebenfalls in Carpenter, Alfonso (1986), 92, wenn auch ohne kritischen Apparat; englische Übersetzung: Las Siete Partidas. Ed. Burns/Scott, 1438–1442; vgl. hierzu insbesondere den Abschnitt zu den die Juden und Muslime betreffenden Gesetzen in Burns/Scott, Introduction (2001), XXVI–XXXV.
  6. Vgl. zur Gesetzgebung Alfons’ des Weisen im Allgemeinen und zu den Juden und Muslimen im Besonderen auch Simon, Jews (1987); Romano, Marco (1985); Ders., Alfonso (1991); García Algarra, Alfonso (1997), sowie die weiterführenden Literaturhinweise bei Siete Partidas. Ed. Burns/Scott; Carpenter, Alfonso (1986).
  7. Carpenter, Alfonso (1986), 35; 92.
  8. Soweit nicht anders angegeben, stammt die Übersetzung im gesamten Kapitel von der Verfasserin.
  9. Ob die Vollstreckung der Strafen hier einer Wiederherstellung des sozialen Friedens dienen – die Übertragung des Strafvollzugs auf den Ehemann im Fall seiner ehebrecherischen Gattin deutet auf diesen Fall hin – oder ob das festgesetzte Strafmaß in erster Linie präventiv, also zur Abschreckung dienen sollte, kann hier dahingestellt bleiben.
  10. II Kor 12,3.
  11. Beispielsweise in den weiblichen Verkörperungen der ‚Ecclesia‘ und ‚Synagoga‘ sowie in der Metapher des monogamen Verhältnisses von Gott zu seinen Gläubigen, die den Monotheismus versinnbildlicht, im Gegensatz zur Promiskuität des polytheistischen Heidentums.
  12. Vgl. Anm. 371.
  13. Codex Theodosianus III.7,2; IX.7,5; weiterhin in zahlreichen Zivilrechten. Vgl. Freisen, Geschichte (1963), 635; Nirenberg, Communities (1998), 130.
  14. Concilium Neapolitanum, can. 12–16, 264. Ich danke Professor Klaus van Eickels, der mir freundlicherweise eine Rohfassung seines Aufsatzes zur Verfügung gestellt hat (Eickels, Konstruktion [im Druck]).
  15. Rolandus, Summa XXVII, q. I, 141. Vgl. Die Summa des Stephanus Tornacensis XXXII.15; Robert of Flamborough, Liber poenitentialis 4, 225; 5, 284.
  16. Vgl. Nirenberg, Communities (1998), 132; Brundage, Intermarriage (1988), 30.
  17. Kirchliche Verbote sind darüber hinaus hauptsächlich auf Partikular-Synoden und nie als allgemeingültiges Gesetz erlassen worden.
  18. Vgl. Pakter, De his qui foris sunt (1974), 266–276; Brundage, Intermarriage (1988), 30.
  19. Welche Gesetze im Einzelnen jeweils welche Form aufweisen und ob sich dahinter möglicherweise eine Struktur erkennen lässt, müsste in einer breiteren Studie untersucht werden.
  20. Dazu sind besonders die grundlegende Angst vor Apostasie sowie die Frage nach der Religionszugehörigkeit von Kindern aus gemischtreligiösen Beziehungen zu rechnen.
  21. In diesem Zusammenhang könnte auch die Angst vor jüdischen Ärzten, von Juden zubereiteter Medizin oder Speise zu sehen sein. Vgl. Brundage Intermarriage (1988), 32.
  22. Für bestimmte Zeiten und Regionen ist die Überlieferungsrate besonders hoch. Nirenberg, Communities (1998), konzentriert sich vornehmlich auf aragonesische Quellen des 14. Jahrhunderts. Die Beschuldigten hatten nicht nur die richterlichen Strafen zu fürchten, sondern auch gewaltsame Übergriffe vonseiten der Bevölkerung oder sogar ihrer eigenen Familien.
  23. Siete Partidas 7.24 und 7.25; vgl. Anm. 405f.
  24. Concilium Lateranense IV, can. 68, 266; vgl. auch Anm. 373.
  25. Als Beispiel aus dem iberischen Raum seien die diesbezüglichen Aussagen des Maimonides genannt: The Code of Maimonides, 80–83. Vgl. mit weiteren Beispielen aus Spanien Nirenberg, Communities (1998), 134f. sowie weiterhin Schreckenberg, Adversos-Judaeos-Texte (1999), 248; 269; Katz, Exclusiveness (1961), 26–28. Koran II,221; V,5; Fattal, Statut (1995), 129–137; Cahen, Dhimma (1991), 228; Khoury, Toleranz (1986), 154–157.
  26. Koran II,221, vgl. oben Anm. 375. Es liegt nahe, hier einen Einfluss des islamischen Rechts auf Alfons X. und sein Umfeld zu vermuten.
  27. In ihrer Untersuchung von Epen und Balladen aus derselben Zeit und demselben Raum ist Mirrer, Representing (1994), zu dem Ergebnis gekommen, dass die Darstellung von Juden und Muslimen als unmännlich dort ein verbreitetes literarisches Mittel war, um sich selbst, also die christliche Gemeinschaft, von ihnen abzugrenzen.
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