Alkoholprävention

Warum Alkoholprävention im Fußballverein?

Junge Menschen vor Sucht zu schützen, gelingt am besten dort, wo sie durch posi­tive Vorbilder und Bezugspersonen geprägt werden. Neben der Schule und dem Elternhaus ist der Sport- und Freizeitbereich besonders wichtig. So ist Sport (nach dem Treffen mit Freunden) noch immer die zweithäufigste non-mediale Freizeitaktivität von Jugendlichen1. Dem Vereinssport hängt dabei noch der Ruf an, dass er dazu beiträgt, die Jugendlichen von der Straße fernzuhalten und somit einen positiven Einfluss ausübt auf den Konsum von Alkohol und anderen Drogen. Jedoch gibt es eine Reihe von Studien, die belegen, dass Jugendliche in Sportvereinen, und hier besonders Jungen in Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball, vermehrt Alkohol konsumieren2,3,4,5. Insofern stellen Fußballvereine ein wichtiges und sinnvolles Umfeld für den Einsatz von Alkoholpräventionsprogrammen dar.

Warum trinken Jugendliche im Fußballverein Alkohol?

Zu den möglichen Ursachen für den vermehrten Alkoholkonsum im Fußball zählen die vielfältigen Gelegenheiten für Alkoholkonsum in geselliger Runde (z.B. Siegesfeiern etc.), die Gruppendynamik innerhalb der Mannschaft sowie der Konformitätsdruck7. Speziell im Fußballsport, der noch immer überwiegend von Jungen praktiziert wird8, besteht vermutlich ein starkes Bedürfnis, sich dem männlichen Geschlechtsstereotyp und dessen Trinkverhalten anzupassen.

Insgesamt sind die Trends bezüglich des jugendlichen Alkoholkonsums in Deutschland in den letzten Jahren weitestgehend rückläufig9. Trotz allem sollte die Bedeutsamkeit des Themas Alkoholprävention bei Jugendlichen nicht vernachlässigt werden. Ein Vergleich mit anderen Industrienationen zeigt beispielsweise, dass Deutschland bei der Häufigkeit von Alkoholrauscherfahrungen von 15-Jährigen nur im Mittelfeld landet10. Da sich der Körper in diesem Alter noch in der Entwicklung befindet, können Alkoholkonsum und insbesondere Rauscherfahrungen schwere negative körperliche Folgen haben. Darüber hinaus kann es auch zu negativen sozialen Auswirkungen (Schulprobleme etc.) sowie psychopathologischen Störungen kommen. Frühzeitige Aufklärung und Präventionsarbeit, die auf einen verantwortungsbewussten und moderaten Umgang mit Alkohol abzielt, kann somit dazu beitragen, die Prävalenz zahlreicher Krankheiten zu senken.

Quellen

[1] Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest. (2013). JIM 2013 Jugend, Information, (Multi-) Media Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest.

[2] Brettschneider, W.-D. & Kleine, T. (2002). Jugendarbeit im Sportverein – Anspruch und Wirk­lichkeit. Schorndorf: Hofmann.

[3] Gerlach, E. & Brettschneider, W.-D. (2013). Aufwachsen mit Sport: Befunde einer 10-jährigen Längsschnittstudie zwischen Kindheit und Adoleszenz. Aachen: Meyer & Meyer Verlag.

[4] Schmid, H. (2001). Die Rolle der Gleichaltrigen. In H. Schmid, E. N. Kuntsche, & M. Delgrand (Hrsg.), Anpassen, ausweichen, auflehnen? Fakten und Hintergründe zum psychosozialen Gesundheitsstatus Schweizer Schülerinnen und Schüler (pp. 239–262). Bern: Haupt Verlag.

[5] Locher, B. (2001). Bedeutung suchtpräventiver Maßnahmen im Kontext der Inzidenz und Prävalenz von Alkohol und Nikotin 13- bis 16-jähriger Jugendlicher in Sportvereinen. Sucht</