Forschungsprojekte zu Othering-Konstruktionen Online

Im Kielwasser der sogenannten ‚Flüchtlingskrise‘ wachsen Ressentiments gegen die (muslimische) migrantische Bevölkerung in Deutschland und Europa und fremdenfeindliche wie anti-feministische Ideen, Parteien und Jugendorganisationen gewinnen zunehmend an Aufschwung. Das Internet mit seinen zahlreichen Plattformen wie Twitter, YouTube und co spielt dabei eine entscheidende Rolle. Doch wie generieren User*innen die Inhalte, wie verbreiten sie vermeintliche Fakten und Überzeugungen, z.B. über die Pandemie auf den Plattformen? Welche Emotionen werden hier mobilisiert? Welche Rolle spielen Algorithmen bei der Stärkung fremdenfeindlicher und antidemokratischer Haltungen in der Gesellschaft? Welches Verständnis vom “Wir” und “den Anderen” liegen den verbreiteten Erzählungen zugrunde?

Mit solchen und ähnlichen Fragen haben wir uns als Gruppe von Studierenden in den letzten Monaten beschäftigt. Im Rahmen eines Projekttutoriums angesiedelt am Bologna-Lab der HU Berlin haben wir ethnografisch online forschend gelernt. Dabei haben wir den Blick auf Praktiken gelenkt, also darauf, wie Menschen etwas tun. Im Kontext von Medienpraktiken geht es auch um die Untersuchung von spezifischen Affordanzenund Infrastrukturen digitaler Medien und das Zusammenspiel aus Akteur*innen und ihren Praktiken. Online- Praktiken sind für User*innen ins Leben eingebettet und als (Alltags-)Erfahrung verkörpert. Aus einer praxistheoretischen Perspektive betrachten wir so das Posten, Teilen und Sammeln virtueller Artefakte wie Memes, Videos und anderer Inhalte als alltägliche Praktiken.  

Als Studierende sind wir ‚ins Feld‘ gegangen und haben teilnehmende Beobachtung in sozialen Medien durchgeführt. Wir haben uns verschiedene Untersuchungsräume angeschaut und unsere Forschungsergebnisse hier auf dieser Website zusammengetragen. Viel Spaß damit.