Charakterisierung von Geflüchteten

Anhand mehrerer Videos zur Griechenlandaktion – hauptsächlich von der IB und Martin Sellner auf YouTube gepostet – haben wir untersucht, wie mit dem Begriff „Flüchtling“ umgegangen wird. Geflüchtete werden je nach Kontext unterschiedlich charakterisiert, jene beliebigen Charakterisierungen dienen allerdings alle auf unterschiedlicher Weise zur Rechtfertigung der Griechenlandaktion.  Die vielen Videos zeigen ähnliche Tendenzen auf und vieles davon wird in einem Gespräch von Martin Sellner und Friedrich Langberg im März 2020 prägnant wiedergegeben.

Zumeist werden die Geflüchteten an der türkisch-griechischen Grenze als eine „Migrationswaffe“ Erdogans dargestellt. Sie werden durch diesen Frame als gefährliche, gewaltsame und manipulierende junge Männer dargestellt, die ihr Glück in Europa suchen. Dieses Glück bestehe in europäischen Frauen und Gelder. Mehrmals wird unterstrichen, dass die Geflüchteten meistens keine Kinder (insbesondere keine blonden Kinder) und Frauen sind, sondern fast ausschließlich junge Männer. Es wird auch an einigen Stellen behauptet, die Geflüchteten hätten ihr Not inszeniert; sie seien Schauspieler, die ihre Verzweiflung übertreiben oder sogar vortäuschen. 

Am 4.3.2020 lädt IB Deutschland ein Video hoch, das Teil der Kampagne “4 Millionen” sei. Dazu wird geschrieben: “Erdogan aktiviert seine Migrationswaffe. Halten wir stand! Jetzt heißt es aufklären, organisieren und aktiv werden. WIR SIND DIE GRENZE!”