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Der World Statistics Day 2010 (20. Oktober 2010) wurde initiert von den Vereinten Nationen um die Rolle der Statistik für die soziale und ökonomische Entwicklung zu betonen:

Let us make this historic World Statistics Day a success by acknowledging and celebrating the role of statistics in the social and economic development of our societies and by dedicating further efforts and resources to strengthening national statistical capacity.

BAN KI-MOON, Secretary-General, Letter to World Leaders, July 2010

Entdecken Sie mit Hilfe dieser virtuellen Posterausstellung die vielfältigen Anwendungen von Statistik und erfahren Sie mehr über die Rolle der Statistik in der Forschung und Lehre

Am 20.10.2010 wird sich im Foyer der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg und sein Forschungs-datenzentrum von 10:00 - 15:00 präsentieren. Dabei können Sie sich über das Datenangebot und die Volkszählung 2011 informieren.

Privatsphäre auf Facebook (PDF)

Nutzerwahrnehmungen und Länderunterschiede
K. Schäfer, H. Krasnova - Institut für Wirtschaftsinformatik

Studienhintergrund

  • Vom Institut für Wirtschaftsinformatik der HU Berlin und der University of Tampa, Florida in 2009 durchgeführte Studie

Konzeptueller Hintergrund

  • Englischsprachiger Online-Fragebogen, der die nur //indirekt messbaren Einstellungen// der Nutzer durch die Anwendung verschiedener theoretischer Konstrukte erhebt, die jeweils mehrere Items enthalten:

    1. Vertrauen in den Anbieter („Trust Facebook“),
    2. Vertrauen in andere Online-Social-Network-Mitglieder („Trust Facebook Members“),
    3. Wissen über den Umgang mit privaten Informationen („Knowledge“) (Dwyer at al. 2007);
    4. Sorge der Verletzung der Privatspähre („Privacy Concerns“) (Krasnova et al. 2009);
    5. Vertrauen in die Wahrung rechtlicher Regelungen („Legal Assurance“) (McKnight et al. 2002)
  • Messung der Zustimmung oder Ablehnung der Items über 7-stufige Likert-Skala (1 = Starke Ablehnung bis 7 = starke Zustimmung)

Datenset

  • Daten wurden per Online-Survey in drei Ländern als nicht-repräsentative Stichprobe erhoben (N=541)
  • Die Auswertung nutzt das anonymisierte Erhebungsland (1, 2, 3)
Erhebungsland Anteil an Gesamt Anzahl der Fälle
Land 1 36% 195
Land 2 25% 135
Land 3 39% 211

Forschungsfragen

  1. Wie gestaltet sich die Wahrnehmung von Facebook-Nutzern zu Privatsphäre-Aspekten auf Facebook?
  2. Treten Unterschiede bei der Unterscheidung verschiedener Erhebungsländer auf?

Vorgehen

  1. Länderübergreifende Analyse:
    • Faktorenanalyse mit Hauptachsen-Extraktionsverfahren
    • Reliabilitätsanalyse und Skalenbildung über gemittelte Summenscores
    • Deskriptive Statistiken
  2. Länderspezifische Analyse:
    • Untersuchung der Lagemaße wie Mittelwert und zentrale Tendenz der berechneten Skalen, differenziert nach Erhebungsland durch Anwendung statistischer Signifikanztests

Ergebnisse

Das Fünf-Faktoren-Modell zeigt die hohe Güte der verwendeten Konstrukte und erklärt 77% der Varianz (siehe Scree-Test).

<b
  • Nach der Reliabilitätsanalyse werden von den ursprünglich 25 Items 23 für die Berechnung des jeweiligen mittelwertbasierten Summenscores einer Skala verwendet
  • Bei Mittelwert und Median der Skalen zeigt sich länderübergreifend (siehe Median im Boxplot):
    • Eher geringes bis mäßiges Vertrauen der Nutzer Facebook als Betreiber gegenüber,
    • Mäßiges Vertrauen anderen Nutzern gegenüber,
    • Geringes Wissen über den Umgang mit privaten Informationen durch den Betreiber,
    • Leichte Sorge was die Wahrung der Privatsphäre betrifft und
    • Eine leicht unsichere bis neutrale Einschätzung der Wahrung der rechtlichen Vorgaben zum Schutz der Privatsphäre durch Facebook.
  • Bei der Analyse von Länderunterschieden lässt das Fehlerbalkendiagramm keine visuell eindeutigen Unterschiede erkennen, da sich die Fehlerbalken überschneiden

  • Auf der Grundlage des Levene-Tests werden bei der Anwendung des nicht-parametrischen Kruskall-Wallis-Tests nur die Skalen verwendet, deren Varianzen gleich sind (Skala 1, 3, 4)
  • Bei einem Signifikanzniveau von 95% zeigt sich, dass die Differenz in den Einstellungen zwischen den drei Ländern hoch signifikant sind
  • Länderunterschiede (nach erneutem Boxplot):
    • ‘’Land 1’’ besitzt bei den drei untersuchten Skalen ähnliche Einstellungen, allerdings konzentriert sich dies bei der Sorge um den Missbrauch ihrer privaten Daten (Skala 4) im neutralen bis besorgten Bereich. Die Einstellungen in Skala 3 (Knowledge) umfassen im Vergleich zu den anderen Ländern die größte Streuung und liegt mit einem vergleichsweise hohen Median im eher neutralen Bereich. Das Vertrauen in andere Nutzer ist relativ homogen von niedrigen bis zu neutralen Einstellung.
    • In ‘’Land 2’’ ist sofort der hohe Bereich von Einstellungen im niedrigen Bereich in der Skala 3 auffällig, deren Median zeigt, dass die Nutzer relativ wenig darüber wissen wie auf Facebook mit ihren privaten Informationen umgegangen wird. Dabei fällt die Einschätzung des Missbrauchs von privaten Daten relativ neutral aus und das Vertrauen gegenüber anderen Facebook-Nutzern ist neutral, mit Abweichungen zwischen leicht besorgt bis mäßig besorgt.
    • Für ‘’Land 3’’ ist die höchste Sorge um den Missbrauch privater Daten erkennbar. Dagegen sind das Wissen darüber, was mit den eigenen Informationen geschieht und das Vertrauen in andere Facebook-Nutzer vergleichsweise gering bis neutral bewertet worden.

Schülerinnen und Schüler evaluieren Unterricht

Ergebnisse aus dem “Netzwerk Schülerbefragung”
Cornelia Wagner, Sigbert Klinke, Joachim Grützmann und Uwe Neumann

Das “Netzwerk Schülerbefragung”

Schülerbefragungen werden durchgeführt, um die Wahrnehmung von Unterricht aus der Perspektive der „Betroffenen“ zu erfassen. Das Ziel des „Netzwerk Schülerbefragung“ ist es, Lehrkräften eine Rückmeldung zu ihrem unterrichtlichen Handeln zu geben sowie Strategien für die Unterrichtsentwicklung auf der Ebene der Einzelschule zu entwickeln.

Das „Netzwerk Schülerbefragung“ ist 2005 aus einem Projekt des Berliner Oberstufenzentrums für Druck- und Medientechnik, der Ernst-Litfaß-Schule, entstanden und wird von den beteiligten Schulen selbst koordiniert und finanziert. Die Befragungen finden seit diesem Zeitpunkt regelmäßig einmal im Jahr statt. An der Befragung im Jahr 2008 beteiligten sich 23 Schulen – 18 berufliche Schulen, zwei Gymnasien, eine Gesamtschule, eine Realschule und eine integrierte Haupt- und Realschule. Es nahmen 21.313 Schüler/-innen aus 1.146 Klassen teil.

Wahrnehmung von Unterricht aus der Schülerperspektive

Abbildung 1 zeigt die Schülerurteile zum Unterricht, wobei die Höhe der Balken den Skalenmittelwert markiert. Die Beurteilungen konnten im Antwortformat von 1 „trifft nicht zu“ bis 4 „trifft voll und ganz zu“ erfolgen; der theoretische Mittelwert liegt somit bei 2.5. Werte oberhalb des theoretischen Mittelwerts markieren Zufriedenheit, während Werte unterhalb Unzufriedenheit der Schüler/-innen in Bezug auf das beobachtete Merkmal der Unterrichtsqualität ausdrücken.


Abbildung 1: Schülerurteile zum Unterricht im Netzwerk Schülerbefragung\(^1\)

Die Befunde verweisen auf eine überwiegend positive Beurteilung der Unterrichtsqualität durch die Schüler/-innen. Insbesondere werden die unterrichtsbezogenen Fähigkeiten der Lehrenden (fachliche, didaktische und soziale Aspekte des Lehrerverhaltens) und das Feedbackverhalten, die Angemessenheit der Leistungserwartungen und Anforderungen sowie die Zeitnutzung im Unterricht und die Unterstützung von Lehr-Lern-Prozessen durch die im Unterricht eingesetzten Materialien überwiegend zustimmend beurteilt. Weniger gut gelingt es den Lehrkräften aus Sicht der Schüler/-innen hingegen, individuelle Lernleistungen und Lernprobleme zu diagnostizieren sowie den Unterricht interessant zu gestalten.

Deutlich zurückhaltender beurteilen die Schüler/-innen die Möglichkeiten zur Beteiligung an Entscheidungen über Unterrichtsinhalte bzw. zur Mitgestaltung des Unterrichtsprozesses (Skala Autonomie). Rund die Hälfte der Befragten gibt zudem an, selten oder gar nicht den Einsatz von Lehr-Lern-Formen zu erleben, die eine hohe Schüleraktivität und Selbstorganisation von Lernprozessen verlangen (Skala Aktivität). Der Anteil adaptiven, an den individuellen Lernvoraussetzungen ausgerichteten Unterrichts wird von mehr als 85% der Befragten als gering eingeschätzt (Skala Differenzierung).

Lernerleben und Lernerfolg von Schüler/-innen

Rund zwei Drittel der Befragten nehmen rückblickend auf das letzte Halbjahr einen bedeutsamen Lernzuwachs wahr. Lediglich knapp 10% treffen ablehnende Aussagen. Urteile zur Selbsteinschätzung des Lernzuwachses korrelieren dabei vor allem mit Urteilen zu den unterrichtsbezogenen Fähigkeiten der Lehrenden (fachlich, didaktisch, diagnostisch und sozial), der anschaulichen und interessanten Gestaltung des Unterrichts sowie zur Qualität der zur Verfügung stehenden Lehr-Lern-Materialien\(^2\).


Abbildung 2: Selbsteinschätzung des Lernzuwachses durch die Schüler/-innen

Schülerbefragung und Unterrichtsentwicklung

Durch die Auswertung des Gesamtdatensatzes werden mögliche Entwicklungsbereiche sichtbar: Sie beziehen sich auf die verstärkte Umsetzung schüleraktivierender Lehr-Lern-Formen und die binnendifferenzierende Gestaltung von Unterricht sowie auf die Förderung diagnostischer Kompetenzen der Lehrenden und die Umsetzung diagnostischer Verfahren im Unterricht. Das Beispiel des „Netzwerks Schülerbefragung“ zeigt, dass durch interne Evaluation Entwicklungsprozesse in Schule und Unterricht angestoßen, begleitet und gefördert werden können.

\(^1\) Die Überprüfung der Modellgüte erfolgte mit Hilfe von konfirmatorischen Faktorenanalysen unter Berücksichtigung verschiedener Schätzverfahren (dargestellt in der Diplomarbeit von Deml 2009 am Lehrstuhl für Statistik der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät). Die Werte der Reliabilitätskoeffizienten (Cronbach’s Alpha) für die gebildeten Skalen liegen zwischen 0.62 und 0.89.

\(^2\) Korrelationsanalysen verweisen auf signifikante Zusammenhänge zwischen den benannten Skalen und der Skala Lernzuwachs mittlerer Stärke zwischen r=0.46 und r=0.57 (Pearson Korrelations-Koeffizient). Die Befunde explorativer Faktorenanalysen verweisen auf den starken Einfluss eines Generalfaktors auf das Urteil der Schüler/-innen. Dieser besteht aus einer Verknüpfung des subjektiv erwarteten Nutzens des Unterrichts und der subjektiv erwarteten Unterstützung durch den Lehrenden und durch die Unterrichtssituation.

Ansprechpartnerin:

Statistik in der Finanzwelt (PDF)

Vorhersagen von Kreditausfällen
L. Hoffmann (Ladislaus von Bortkiewicz Lehrstuhl für Statistik)

Situation

Auslöser der Finanzkrise:

  • falsche Einschätzungen von Kreditwürdigkeit
  • Fallender Asset-Backed Security Index (ABX)

Lösung

  • Statistische Methoden
    • Logistische Regression (Ausfallwahrscheinlichkeit)
    • Diskriminanzanalyse (Scorewerte)


    • Support Vector Machine (Scorewerte)



  • x: Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
    • Jahresüberschuss/Bilanzsumme (x1)
    • Gewinn aus Geschäftstätigkeiten/ Umsatz (x4)

    Nicht-Ausfall • Δ Ausfall

Herausforderung

  • Klassifizierung in Ausfall und Nicht-Ausfall
  • Unbekannte Verteilung und Parameter
  • Erstellung/Beschaffung von historischen Daten
  • Korrekte Verwendung von Bilanzdaten
  • Vorhersage von Kreditausfällen

Support Vector Machine

  • Klassifikationsmethode
  • Datensatz


  • Vorhersage von \(y\) mit Hilfe \(f(x)\)


  • Nicht-Ausfall:
  • Ausfall:

Ideen für die Zukunft

  • Veränderung der Kreditwürdigkeit über die Zeit
  • Hinzunahme von Makroökonomischen Daten
  • Arbeiten mit mehr Datensätzen

Statistik in der Wikipedia (PDF)

Verbesserung von Qualität und Zugang
Sigbert Klinke und Christian Theel (Ladislaus von Bortkiewicz Lehrstuhl für Statistik)

Problem

  • Wikipedia ist häufig (zumindest) erste Anlaufstelle zur Informationsfindung
  • Oft werden qualitative Mängel in den Artikeln vermutet, da beliebige Personen zur Wikipedia beitragen können
  • Viele Lehrstühle akzeptieren Wikipedia nicht als Quelle/Referenz

Projektziele

  • Erhöhung von Qualität und Umfang der gebotenen Informationen in Statistik-Artikeln sowie der Verständlichkeit insbesondere für Nichtmathematiker und
  • Erleichterung bzw. Ermöglichung des Zugangs zu den Themenbereichen der Statistik.

Wikipedia

Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass die Wikipedia tatkräftige Unterstützung bei der Verbesserung der Qualität der Artikel im Bereich Statistik erhält. Im Zuge der Qualitätsverbesserung eines bis dato innerhalb der Wikipedia ziemlich vernachlässigten Bereichs soll im Rahmen des Multimediaförderprogramms 2009 der Humboldt-Universität zu Berlin auch der Zugang zu den Artikeln und den Verlinkungen zwischen den in der Kategorie Statistik aufgeführten Artikeln verbessert werden.

(Wikipedia-Kurier vom 8. September 2009)


http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:MM-Stat

Vorgehen

  • Einrichtung von Benutzerkonten
  • Erhalt von Sichtungsrechten
    • Sichter machen Änderungen an den Artikeln in der Wikipedia für alle Nutzer sichtbar (Vandalismusschutz)
  • Sammlung von Stichworten zur Auswahl von zu bearbeitenden Artikeln
  • Analyse von Diskussionsseiten zu Artikeln
  • Analyse der Qualitätssicherung zu Artikeln im Portal Mathematik
  • Überarbeitung von Artikeln

Fehlertypen in Artikeln

  • Inhalt: Änderung und Ergänzung von Inhalten (z.B. fehlende Artikel: „Rang“)
  • Verlässlichkeit: Reliabilität der gebotenen Informationen (z.B. Referenzen, ungenaue Formulierungen etc.)
  • Struktur: Überarbeitung des Artikelaufbaus (z.B. auch OMA-Tauglichkeit: „kann meine Oma zumindest die Einleitung verstehen“?)
  • Kosmetik: Kosmetische Änderungen an den Artikeln (z.B. Rechtschreibung und Grammatik)
  • Zugang: Verlinkung zwischen Begriffen und Themen (z.B. neue Weiterleitungen, Linkclouds in externer Kopie der Wikipedia)

http://mars.wiwi.hu-berlin.de/mediawiki/wpstatde

Zusatzinformationen und Linkcloud zum Artikel Kerndichteschätzer:

  • Schwarz: Aktueller Artikel
  • Blau: Artikel linken sich gegenseitig (bidirektional)
  • Rot: Aktueller Artikel linkt zu Artikel, aber nicht umgekehrt
  • Grün: Artikel linkt zu aktuellem Artikel, aber nicht umgekehrt

Projektfazit

  • Knapp 100 von ca. 2000 Artikeln bearbeitet bis zum Projektende (Juli 2010)
  • In den meisten Artikeln war mindestens ein Fehlertyp vertreten, oft auch zwei oder mehr

Projektwebseite mit weiteren Informationen: http://mars.wiwi.hu-berlin.de/mediawiki/sk/index.php/Statistik_in_der_Wikipedia_-_Verbesserung_von_Qualität_und_Zugang

Statistik online (PDF)

Projektmitarbeiter: Verschiedene Lehrstühle der HU und viele Studierende

Elektronische Bücher

Ausgehend von einer Reihe von publizierten Büchern wurden HTML Versionen aus den gleichen Quellen generiert. Damit stehen diese Bücher im Web frei zu Verfügung.

**StatWiki

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Wettbewerbspolitik (Dr. S. Schmerbach) und der Abteilung Wirtschaftspädagogik wurde ein statistisches Online-Wörterbuch erstellt. Die Ergebnisse des Projektes fliessen heute unter anderem in die Wikipedia ein.

TeachWiki

Um die Seminar- und Hausarbeiten (Datenanalysen, Methodenbeschreibung und Videos) unserer Studierenden nicht im Aktenschrank verstauben zu lassen, können diese ihre Arbeiten in das TeachWiki einstellen. Für einige spezielle Themenbereiche sind diese Arbeiten die am höchsten gerankten deutschen Quellen bei Google.

MM-Stat

Bereits 1998 wurde begonnen die Vorlesungsmaterialien für die Vorlesungen Statistik I und II auch elektronisch zu Verfügung zu stellen. Damals wurde eine interaktive CD erstellt. Aus technischen Gründen finden sich die Materialien heute im Web innerhalb eines Wikis.

Für einen Einführungskurs zur statistischen Programmiersprache R wurde mm-stat.org um ein Buch mit einer Kurzeinführung zu R erweitert. Auch hier wurden bereits vorhandene Lehrmaterialien verwendet und erweitert.

Im Rahmen der Vorlesung „Applied Quantitative Methods“ (heute Teil der Mastervorlesung „Multivariate Statistics II“) wurde ein weiteres Buch sowie eine Reihe von Videos erstellt. Die Vorlesung widmet sich der Analyse von Fragebogendaten.

Weblinks

Wie werden in Deutschland berufstätige Frauen akzeptiert? (PDF)

Tetyana Sydorenko - Projekt im Rahmen der Lernveranstaltung “Multivariate Statistical Analysis 2” (Sommersemester 2010)



Quelle: Bilddatenbank www.piqs.de|http://www.piqs.de, CC-Lizenz (BY 2.0)

Fragestellungen

Daten

Für die Analyse werden die Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS 2008) herangezogen. Der Datensatz enthält 3469 Beobachtungen und ca. 800 Variablen, die Fragestellungen zu unterschiedlichen sozialen Themen abdecken. Die Grundgesamtheit der Befragten in den ALLBUS-Umfragen besteht aus der erwachsenen Wohnbevölkerung in West- und Ostdeutschland, so dass ein repräsentativer Querschnitt der bundesdeutschen Bevölkerung befragt wird.

Vorgehen

Variablenwerte

Die Fragen (v114-v118) konnte man auf folgende Weise beantworten:

    1 - Stimme voll zu
    2 - Stimme eher zu
    3 - Stimme eher nicht zu
    4 - Stimme gar nicht zu

Faktorladungen

Mittels der Faktorenanalyse wurde ermittelt, dass man die Variablen (v114 ­- v118) mit einem gemeinsamen Faktor erklären kann.

Die Faktorladungen (Korrelationen zwischen den Variablen und dem Faktor) zeigen starke positive und negative Werte. Das liegt daran, dass die Fragen v114 und v118 eine andere Richtung als die restlichen Fragen haben.


Interpretation

Da die Variablen v114-v118 die Meinungen der deutschen Bevölkerung zu der Rolle der Frau als Mutter einer Familie und als berufstätige Person abfragen, kann man den ermittelten Faktor als “Akzeptanz der Doppelrolle der Frau” interpretieren. Je höher der Wert dieses Faktors ist, desto stärker ist die Akzeptanz der Doppelrolle der Frau.

Welche Unterschiede in der Akzeptanz der Doppelrolle der Frauen gibt es in Deutschland?

Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Es konnte mittels T-Tests festgestellt werden, dass es signifikante Mittelwertunterschiede in der “Akzeptanz der Doppelrolle der Frau” zwischen Männern und Frauen gibt (Mittelwert bei den Männern -0,12 , bei den Frauen 0,12, Signifikanzniveau 0,05). Man kann also behaupten, dass die Frauen im Durchschnitt ihre Doppelrolle stärker akzeptieren als die Männer.

Regionale Unterschiede

Der Mittelwertvergleich aufgrund des Erhebungsgebietes (alte bzw. neue Bundesländer) hat gezeigt, dass in Osten im Durchschnitt die Akzeptanz der Doppelrolle der Frau viel höher als in Westen ist. (Mittelwert für die alten Bundesländer -0,26 und für die neuen Bundesländer 0,51, Signifikanzniveau 0,05). Die regionalen Unterschiede in der Akzeptanz der Doppelrolle der Frau sind sogar viel stärker als die Unterschiede nach Geschlecht.