Der World Statistics Day 2010 (20. Oktober 2010) wurde initiert von den Vereinten Nationen um die Rolle der Statistik für die soziale und ökonomische Entwicklung zu betonen:
Let us make this historic World Statistics Day a success by acknowledging and celebrating the role of statistics in the social and economic development of our societies and by dedicating further efforts and resources to strengthening national statistical capacity.
BAN KI-MOON, Secretary-General, Letter to World Leaders, July 2010
Entdecken Sie mit Hilfe dieser virtuellen Posterausstellung die vielfältigen Anwendungen von Statistik und erfahren Sie mehr über die Rolle der Statistik in der Forschung und Lehre
Am 20.10.2010 wird sich im Foyer der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg und sein Forschungs-datenzentrum von 10:00 - 15:00 präsentieren. Dabei können Sie sich über das Datenangebot und die Volkszählung 2011 informieren.
Nutzerwahrnehmungen und Länderunterschiede
K. Schäfer, H. Krasnova - Institut für Wirtschaftsinformatik
Studienhintergrund
Konzeptueller Hintergrund
Englischsprachiger Online-Fragebogen, der die nur //indirekt messbaren Einstellungen// der Nutzer durch die Anwendung verschiedener theoretischer Konstrukte erhebt, die jeweils mehrere Items enthalten:
Messung der Zustimmung oder Ablehnung der Items über 7-stufige Likert-Skala (1 = Starke Ablehnung bis 7 = starke Zustimmung)
Datenset
Erhebungsland | Anteil an Gesamt | Anzahl der Fälle |
---|---|---|
Land 1 | 36% | 195 |
Land 2 | 25% | 135 |
Land 3 | 39% | 211 |
Forschungsfragen
Vorgehen
Ergebnisse
Das Fünf-Faktoren-Modell zeigt die hohe Güte der verwendeten Konstrukte und erklärt 77% der Varianz (siehe Scree-Test).
Ergebnisse aus dem “Netzwerk Schülerbefragung”
Cornelia Wagner, Sigbert Klinke, Joachim Grützmann und Uwe Neumann
Das “Netzwerk Schülerbefragung”
Schülerbefragungen werden durchgeführt, um die Wahrnehmung von Unterricht aus der Perspektive der „Betroffenen“ zu erfassen. Das Ziel des „Netzwerk Schülerbefragung“ ist es, Lehrkräften eine Rückmeldung zu ihrem unterrichtlichen Handeln zu geben sowie Strategien für die Unterrichtsentwicklung auf der Ebene der Einzelschule zu entwickeln.
Das „Netzwerk Schülerbefragung“ ist 2005 aus einem Projekt des Berliner Oberstufenzentrums für Druck- und Medientechnik, der Ernst-Litfaß-Schule, entstanden und wird von den beteiligten Schulen selbst koordiniert und finanziert. Die Befragungen finden seit diesem Zeitpunkt regelmäßig einmal im Jahr statt. An der Befragung im Jahr 2008 beteiligten sich 23 Schulen – 18 berufliche Schulen, zwei Gymnasien, eine Gesamtschule, eine Realschule und eine integrierte Haupt- und Realschule. Es nahmen 21.313 Schüler/-innen aus 1.146 Klassen teil.
Wahrnehmung von Unterricht aus der Schülerperspektive
Abbildung 1 zeigt die Schülerurteile zum Unterricht, wobei die Höhe der Balken den Skalenmittelwert markiert. Die Beurteilungen konnten im Antwortformat von 1 „trifft nicht zu“ bis 4 „trifft voll und ganz zu“ erfolgen; der theoretische Mittelwert liegt somit bei 2.5. Werte oberhalb des theoretischen Mittelwerts markieren Zufriedenheit, während Werte unterhalb Unzufriedenheit der Schüler/-innen in Bezug auf das beobachtete Merkmal der Unterrichtsqualität ausdrücken.
Die Befunde verweisen auf eine überwiegend positive Beurteilung der Unterrichtsqualität durch die Schüler/-innen. Insbesondere werden die unterrichtsbezogenen Fähigkeiten der Lehrenden (fachliche, didaktische und soziale Aspekte des Lehrerverhaltens) und das Feedbackverhalten, die Angemessenheit der Leistungserwartungen und Anforderungen sowie die Zeitnutzung im Unterricht und die Unterstützung von Lehr-Lern-Prozessen durch die im Unterricht eingesetzten Materialien überwiegend zustimmend beurteilt. Weniger gut gelingt es den Lehrkräften aus Sicht der Schüler/-innen hingegen, individuelle Lernleistungen und Lernprobleme zu diagnostizieren sowie den Unterricht interessant zu gestalten.
Deutlich zurückhaltender beurteilen die Schüler/-innen die Möglichkeiten zur Beteiligung an Entscheidungen über Unterrichtsinhalte bzw. zur Mitgestaltung des Unterrichtsprozesses (Skala Autonomie). Rund die Hälfte der Befragten gibt zudem an, selten oder gar nicht den Einsatz von Lehr-Lern-Formen zu erleben, die eine hohe Schüleraktivität und Selbstorganisation von Lernprozessen verlangen (Skala Aktivität). Der Anteil adaptiven, an den individuellen Lernvoraussetzungen ausgerichteten Unterrichts wird von mehr als 85% der Befragten als gering eingeschätzt (Skala Differenzierung).
Lernerleben und Lernerfolg von Schüler/-innen
Rund zwei Drittel der Befragten nehmen rückblickend auf das letzte Halbjahr einen bedeutsamen Lernzuwachs wahr. Lediglich knapp 10% treffen ablehnende Aussagen. Urteile zur Selbsteinschätzung des Lernzuwachses korrelieren dabei vor allem mit Urteilen zu den unterrichtsbezogenen Fähigkeiten der Lehrenden (fachlich, didaktisch, diagnostisch und sozial), der anschaulichen und interessanten Gestaltung des Unterrichts sowie zur Qualität der zur Verfügung stehenden Lehr-Lern-Materialien\(^2\).
Schülerbefragung und Unterrichtsentwicklung
Durch die Auswertung des Gesamtdatensatzes werden mögliche Entwicklungsbereiche sichtbar: Sie beziehen sich auf die verstärkte Umsetzung schüleraktivierender Lehr-Lern-Formen und die binnendifferenzierende Gestaltung von Unterricht sowie auf die Förderung diagnostischer Kompetenzen der Lehrenden und die Umsetzung diagnostischer Verfahren im Unterricht. Das Beispiel des „Netzwerks Schülerbefragung“ zeigt, dass durch interne Evaluation Entwicklungsprozesse in Schule und Unterricht angestoßen, begleitet und gefördert werden können.
\(^1\) Die Überprüfung der Modellgüte erfolgte mit Hilfe von konfirmatorischen Faktorenanalysen unter Berücksichtigung verschiedener Schätzverfahren (dargestellt in der Diplomarbeit von Deml 2009 am Lehrstuhl für Statistik der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät). Die Werte der Reliabilitätskoeffizienten (Cronbach’s Alpha) für die gebildeten Skalen liegen zwischen 0.62 und 0.89.
\(^2\) Korrelationsanalysen verweisen auf signifikante Zusammenhänge zwischen den benannten Skalen und der Skala Lernzuwachs mittlerer Stärke zwischen r=0.46 und r=0.57 (Pearson Korrelations-Koeffizient). Die Befunde explorativer Faktorenanalysen verweisen auf den starken Einfluss eines Generalfaktors auf das Urteil der Schüler/-innen. Dieser besteht aus einer Verknüpfung des subjektiv erwarteten Nutzens des Unterrichts und der subjektiv erwarteten Unterstützung durch den Lehrenden und durch die Unterrichtssituation.
Ansprechpartnerin:
Vorhersagen von Kreditausfällen
L. Hoffmann (Ladislaus von Bortkiewicz Lehrstuhl für Statistik)
Situation
Auslöser der Finanzkrise:
Lösung
Herausforderung
Support Vector Machine
Ideen für die Zukunft
Verbesserung von Qualität und Zugang
Sigbert Klinke und Christian Theel (Ladislaus von Bortkiewicz Lehrstuhl für Statistik)
Problem
Projektziele
Wikipedia
Wir freuen uns, bekannt zu geben, dass die Wikipedia tatkräftige Unterstützung bei der Verbesserung der Qualität der Artikel im Bereich Statistik erhält. Im Zuge der Qualitätsverbesserung eines bis dato innerhalb der Wikipedia ziemlich vernachlässigten Bereichs soll im Rahmen des Multimediaförderprogramms 2009 der Humboldt-Universität zu Berlin auch der Zugang zu den Artikeln und den Verlinkungen zwischen den in der Kategorie Statistik aufgeführten Artikeln verbessert werden.
(Wikipedia-Kurier vom 8. September 2009)
Vorgehen
Fehlertypen in Artikeln
Zusatzinformationen und Linkcloud zum Artikel Kerndichteschätzer:
Projektfazit
Projektwebseite mit weiteren Informationen: http://mars.wiwi.hu-berlin.de/mediawiki/sk/index.php/Statistik_in_der_Wikipedia_-_Verbesserung_von_Qualität_und_Zugang
Projektmitarbeiter: Verschiedene Lehrstühle der HU und viele Studierende
Ausgehend von einer Reihe von publizierten Büchern wurden HTML Versionen aus den gleichen Quellen generiert. Damit stehen diese Bücher im Web frei zu Verfügung.
**StatWiki
In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Wettbewerbspolitik (Dr. S. Schmerbach) und der Abteilung Wirtschaftspädagogik wurde ein statistisches Online-Wörterbuch erstellt. Die Ergebnisse des Projektes fliessen heute unter anderem in die Wikipedia ein.
Um die Seminar- und Hausarbeiten (Datenanalysen, Methodenbeschreibung und Videos) unserer Studierenden nicht im Aktenschrank verstauben zu lassen, können diese ihre Arbeiten in das TeachWiki einstellen. Für einige spezielle Themenbereiche sind diese Arbeiten die am höchsten gerankten deutschen Quellen bei Google.
Bereits 1998 wurde begonnen die Vorlesungsmaterialien für die Vorlesungen Statistik I und II auch elektronisch zu Verfügung zu stellen. Damals wurde eine interaktive CD erstellt. Aus technischen Gründen finden sich die Materialien heute im Web innerhalb eines Wikis.
Für einen Einführungskurs zur statistischen Programmiersprache R wurde mm-stat.org um ein Buch mit einer Kurzeinführung zu R erweitert. Auch hier wurden bereits vorhandene Lehrmaterialien verwendet und erweitert.
Im Rahmen der Vorlesung „Applied Quantitative Methods“ (heute Teil der Mastervorlesung „Multivariate Statistics II“) wurde ein weiteres Buch sowie eine Reihe von Videos erstellt. Die Vorlesung widmet sich der Analyse von Fragebogendaten.
Weblinks
Tetyana Sydorenko - Projekt im Rahmen der Lernveranstaltung “Multivariate Statistical Analysis 2” (Sommersemester 2010)
Quelle: Bilddatenbank www.piqs.de|http://www.piqs.de, CC-Lizenz (BY 2.0)
Fragestellungen
Daten
Für die Analyse werden die Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS 2008) herangezogen. Der Datensatz enthält 3469 Beobachtungen und ca. 800 Variablen, die Fragestellungen zu unterschiedlichen sozialen Themen abdecken. Die Grundgesamtheit der Befragten in den ALLBUS-Umfragen besteht aus der erwachsenen Wohnbevölkerung in West- und Ostdeutschland, so dass ein repräsentativer Querschnitt der bundesdeutschen Bevölkerung befragt wird.
Vorgehen
Variablenwerte
Die Fragen (v114-v118) konnte man auf folgende Weise beantworten:
1 - Stimme voll zu
2 - Stimme eher zu
3 - Stimme eher nicht zu
4 - Stimme gar nicht zu
Faktorladungen
Mittels der Faktorenanalyse wurde ermittelt, dass man die Variablen (v114 - v118) mit einem gemeinsamen Faktor erklären kann.
Die Faktorladungen (Korrelationen zwischen den Variablen und dem Faktor) zeigen starke positive und negative Werte. Das liegt daran, dass die Fragen v114 und v118 eine andere Richtung als die restlichen Fragen haben.
Interpretation
Da die Variablen v114-v118 die Meinungen der deutschen Bevölkerung zu der Rolle der Frau als Mutter einer Familie und als berufstätige Person abfragen, kann man den ermittelten Faktor als “Akzeptanz der Doppelrolle der Frau” interpretieren. Je höher der Wert dieses Faktors ist, desto stärker ist die Akzeptanz der Doppelrolle der Frau.
Welche Unterschiede in der Akzeptanz der Doppelrolle der Frauen gibt es in Deutschland?
Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Es konnte mittels T-Tests festgestellt werden, dass es signifikante Mittelwertunterschiede in der “Akzeptanz der Doppelrolle der Frau” zwischen Männern und Frauen gibt (Mittelwert bei den Männern -0,12 , bei den Frauen 0,12, Signifikanzniveau 0,05). Man kann also behaupten, dass die Frauen im Durchschnitt ihre Doppelrolle stärker akzeptieren als die Männer.
Regionale Unterschiede
Der Mittelwertvergleich aufgrund des Erhebungsgebietes (alte bzw. neue Bundesländer) hat gezeigt, dass in Osten im Durchschnitt die Akzeptanz der Doppelrolle der Frau viel höher als in Westen ist. (Mittelwert für die alten Bundesländer -0,26 und für die neuen Bundesländer 0,51, Signifikanzniveau 0,05). Die regionalen Unterschiede in der Akzeptanz der Doppelrolle der Frau sind sogar viel stärker als die Unterschiede nach Geschlecht.