Aus Konnt' es nicht länger ertragen; Frei bin ich, endlich frei, Habe die Ketten zerschlagen, Brach auch die Liebe entzwei. Liebe, war ich dein Sklave, Setz' ich den Fuß auf dich! Bin erwacht aus dem Schlafe, Meine Verblendung wich. O es war eine Schande, Wie ich so manche Nacht Lag auf dem Schwellenrande Deiner Thür auf der Wacht. Thüre blieb mir verschlossen; War Besuch im Haus. Sah ihn wohl verdrossen Müde schleichen hinaus. Sah ihn, aber schlimmer! Mich auch sah der Galan. O du Frauenzimmer, Sage, was hast du gethan? Darum dies Augenverdrehen Wenn wir saßen beim Mahl? Darum dies Flüstern und Spähen, Ob ich von dannen mich stahl? Darum das Brieflein, das kecke: "Komme nicht! - Krankheit - der Grund!" Ich komme doch und erschrecke - Ei, bist für jenen gesund! Liegt es mir doch wie im Weiten. Schifflein landet im Port; Brandet die Woge zu Zeiten, Spürt es die Brandung nicht dort. Und voller Gleichmut sehen Meine Augen heut, Wie die Winde hinwehen Über das alte Leid. |
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