Hermann von Helmholtz

Künstler*in: Ernst Herter

Werktitel: Hermann von Helmholtz

Entstehungsdatum: 1899

Material: Marmor

Maße: 2,90 m (Statue); 2, 60m (Sockel)

Gattung: Plastik

Standort: Hauptgebäude, Ehrenhof

Das Denkmal zeigt den deutschen Mediziner, Physiologen und Physiker Hermann von Helmholtz. Er ist…

…in einen Talar gekleidet, unter dem ein Frack hervorscheint. An seinem Hals trägt er den Orden Pour le Mérite, den damals noch recht neuen hohen Orden „für das Verdienst“, der für Wissenschaft und Künste vergeben wird. Helmholtz‘ rechte Hand führt einen Redegestus aus. Mit der Linken stützt er sich auf einen Stapel Bücher, die auf einem verzierten Pfeiler liegen. Betrachtet man ihn von der Seite, erkennt man Gegenstände, die auf die Forschungsgebiete des Dargestellten verweisen: Der Augenspiegel (Ophthalmoskop) vertritt die Optik, die Stimmgabel die Akustik. Wahrnehmung erschöpfte sich für ihn aber nicht nur in physologischen Wirkungen, er interessierte sich auch für philosophische Fragen der Erkenntnis. Um Helmholtz‘ Faszination von der Natur und den aus ihr abgeleiteten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu versinnbildlichen, sind die Eckkanten des Pfeilers mit Statuetten dekoriert, in Form der zeugenden Mutter Natur, in der Kunst dargestellt als vielbrüstige Diana von Ephesus. Das Abbild von Helmholtz ist eine naturalistische Wiedergabe insbesondere der Physiognomie und des Zeitkostüms. Neubarocke und klassizistische Elemente zeigen sich in den klaren Linien und den antikisierenden Draperien.

Wie kam es zu dem Denkmal?
Der Aufruf für ein Denkmal wurde auf einer Gedenkfeier zu Ehren von Helmholtz kurz nach dessen Tod von Kaiser Wilhelm II. gestartet. Am 13. Februar 1895 schloss sich das „Zentralkomitee zur Errichtung eines Denkmals für Hermann von Helmholtz” zusammen, das dann einen Spendenaufruf und einen Wettbewerb für Künstlerinnen und Künstler ins Leben rief. Die Entscheidung fiel für den Berliner Bildhauer und Medailleur Ernst Herter (1846-1917). Für das Denkmal des Professors für Physik, der 1877-78 auch Rektor der Friedrich-Wilhelms-Universität gewesen war, nutzte Herter weißen Tiroler Marmor und bayrischen braunroten Marmor. Der bayrische Marmor mit weißen, grünen und gelblichen Einschlüssen, die den Sockel besonders farbig wirken lassen, wurde hier das erste Mal in Berlin verwendet.

1935 wurde das Denkmal wie auch die übrigen damals im Ehrenhof aufgestellten Standbilder in die Universitätsstraße in den Vorgarten des wetlichen Seitenflügels versetzt, um Platz für Aufmärsche zu haben, weshalb auch zahlreiche Bäume gerodet wurden. Erst 1994 wurde es an seinem ursprünglichen Aufstellungsort wieder errichtet, zum 100. Todestag von Helmholtz.

Quellen

Bloch/ Grzimek 1994
Bloch, Peter/ Grzimek, Waldemar: Die Berliner Bildhauerschule im neunzehnten Jahrhundert. Das klassische Berlin, Berlin 1994.

Keune 2000
Keune, Angelika: Gelehrtenbildnisse der Humboldt-Universität zu Berlin. Denkmäler, Büsten, Reliefs, Gedenktafeln, Gemälde, Zeichnungen, Graphiken, Medaillen, Berlin 2000.

Malkowsky 1906
Malkowsky, Georg : Ernst Herter. Beitrag zur Geschichte der Berliner Bildhauerschule, Berlin 1906.

Hermann von Helmholtz, 1899
Von links nach rechts: linke Seitenansicht, Vorderansicht von unten, Detailaufnahme Pfeiler,
Fotos: Maja Klimt