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Der abwesende Gott. Simone Weil und Susan Taubes │Öffentlicher Abend im Rahmen des 16. Berliner Kolloquium Junge Religionsphilosophie

February 24, 2023 @ 19:00 20:30

Die Veranstaltung findet an der Katholischen Akademie in Berlin statt. Die Anmeldung erfolgt auf der Website der Katholischen Akademie in Berlin.

„Nur die Distanz, die Trennung, die Fremdheit stiftet Verbindung“, schreibt Thomas Macho in seiner Studie zum gnostischen Welt- und Gottverständnis bei Simone Weil und Jacob Taubes. Das darin aufgerufene spannungsreiche Verhältnis von Präsenz und Absenz gilt dabei umso mehr für das Denken Susan Taubes’, die mit ihren Lektüren entlang von Weil eine Brücke bildet in der von Macho gewählten Konstellation.

Susan Taubes (1928-1969) und Simone Weil (1909-1943) in unvermittelter Begegnung zu lesen, bedeutet sich in einen religionsphilosophischen Resonanzraum zu begeben, in dem jegliche Formen von alltäglichen, scheinbar etablierten, Setzungen radikal erschüttert liegen: darunter das Verhältnis Ich-Welt, Anwesenheit-Abwesenheit, Subjekt-Objekt oder Immanenz und Transzendenz. Statt beide Denkerinnen dabei zu vereinzeln, sollen an diesem Abend Denkwege erschlossen werden, die die vielfältigen Kreuzungen lesbar machen. Das heißt nicht zuletzt Susan Taubes’ Dissertation The Absent God (1956) nicht ‚nur‘ als Exegese und Kommentar von Weil, Simone Weil nicht ‚nur‘ als Forschungsgegenstand, dem sich Taubes nähert, zu begreifen. Aufgeführt wird vielmehr ein Denken durch, mit sowie entlang des unbedingten Willens, einem (über-)großen, universellen Dilemma zu begegnen, ohne sich dabei auf ideologische und religiöse Prinzipien verpflichten zu lassen.

Wie dies funktioniert und wie das Denken der beiden Autorinnen ineinandergreift, soll in einer dialogischen Annäherung erfragt werden. Die hier zur Partizipation angelegte Dialogform wird vom Simone Weil Denkkollektiv gestaltet und folgt mit drei Impulsen (literaturwissenschaftlich, theologisch, philosophisch) den verschiedenen Linien der Distanz und Trennung. Nicht, um diese festzuschreiben, sondern um in mehrfach aufgeschlagenen Bögen jenen Ort “Gott” auszumachen, an dem Anwesenheit und Abwesenheit jenseits von Differenzlogiken denk- bzw. erfahrbar werden.

Details

Date:
February 24, 2023
Time:
19:00 20:30