Archiv

27.-29. November 2008: Experimentalisierung des Politischen

Workshop, in Kooperation mit der Universität Wien und dem ICI, Berlin.

Kontakt: Dr. Karin Harrasser (Universität Wien)




20. Februar 2009: ZwischenRäume 15, Fokus: Verzweigungen

Arbeitsgespräch in Kooperation von:

  • Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin (MPIWG)
  • Humboldt-Universität zu Berlin, PhD-Net »Das Wissen der Literatur«
  • Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin
  • Freie Universität Berlin (Institut für deutsche und niederländische Philologie)
  • Graduiertenkolleg »Mediale Historiographien« Weimar

Lange vor Darwin diente die Rede von Verzweigungen bereits als Bild dazu, Blutgefäße, Nervenstränge und Flussverläufe zu beschreiben. Nicht nur Biologie und Medizin benutzen diese diskursive Figur, sondern auch Soziologie, Mathematik und Informatik sowie die Geschichte des Wissens und der Wissenschaften. Die ZwischenRäume 15 widmen sich der Frage nach Verzweigungen, nicht nur mit Bezug auf wissenschaftliche Schulen und Disziplinen oder einzelne Experimentalsysteme, sondern auch auf Tribunale, Gerichtshöfe und Versammlungen, die die Verzweigungen zwischen »reiner« und »angewandter Wissenschaft«, zwischen Wissenschaft und Technik sowie zwischen wissenschaftlichen Praktiken und Kriegs- bzw. Industrieforschung etablieren und sanktionieren.

Ort: Humboldt-Universität Berlin, Institut für deutsche Literatur, Raum: 1.301

Zeit: 14.00 - 18.00 Uhr

Kontakt: Dr. Henning Schmidgen (MPIWG)




7. bis 9. Mai 2009: Verdichtungen

In der Physik bezeichnet der Begriff der Verdichtung Formumwandlungsprozesse, in deren Verlauf Volumina ab-, Dichtegrade hingegen zunehmen. Erst die Verdichtung von Kraftstoffgemischen in Verbrennungsmotoren steigert die Energieleistung, so dass sich ein effizienter Wirkungsquotient einstellt. In der Unfallchirurgie begegnen Verdichtungsprozesse, wenn Wundkompressen Druck auf traumatisiertes Gewebe ausüben und die Blutstillung beschleunigen. In der Forst- und Landwirtschaft wie auch im Bauwesen bestimmt der Verdichtungsgrad die Bodenqualität. In der Tontechnik meint Verdichtung die Einschränkung der Dynamik eines Signals, um es optimaler zu steuern. Und für einen Espresso muss Kaffee verdichtet werden, so dass das mit Druck hindurchgeleitete Wasser den typischen Geschmack extrahiert. Außer in naturkundlichen und physisch-physikalischen Zusammenhängen begegnet der Begriff der Verdichtung indessen auch in psychologischen, symbolischen, medialen, soziologischen und regierungstechnischen Kontexten. Hier ist er weniger ein technisches Verfahren als vielmehr ein Gegenstand der Rede und Vorstellung, eine Metapher oder Denkfigur. Vor diesem Hintergrund und mit Blick auf unterschiedliche Wissensgebiete wird sich der Workshop dem Begriff und dem Bild der "Verdichtung " als poetologischem Konstrukt und spezifischer Darstellungspraxis widmen.

Das vollständige Exposé finden Sie hier.

Konzeption: Timothy Attanucci, Lucia Iacomella, Jörn Münkner, Burkhardt Wolf

Kontakt: Dr. Jörn Münkner




Wien, 2.-4. Juli 2009: Das Mögliche regieren

Gemeinsame Graduiertenkonferenz des PhD-Net »Das Wissen der Literatur« und der Universität Wien, Arbeitsgruppe Kulturwissenschaften / Cultural Studies

Hintergrund der geplanten Konferenz bilden Überlegungen zum Verhältnis von Wissensformen, die "Regierung" im Sinne einer Organisierung und Durchformung von Gesellschaft ermöglichen, zu Konzeptionen dessen, was Robert Musil als "Möglichkeitssinn" bezeichnet hat: eine Form des Wissens, die über das Faktische, das Gegebene, das Notwendige hinaus geht; ein Wissen, das das Halb- und noch nicht Gewusste als Ressource aufsucht und das unterschiedliche (psychische, ökonomische, biologische) Vermögen zu erschließen sucht.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Wissenschaftliche Leitung: Doz. Dr. Roland Innerhofer, Dr. Karin Harrasser (Institut für Germanistik, Universität Wien) Prof. Dr. Joseph Vogl, Dr. Burkhardt Wolf (Institut für deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin)

Keynote: Prof. Dr. Niklaus Largier (University of California, Berkeley)




17. Juli 2009: ZwischenRäume 16, Fokus: Unordnungen

Arbeitsgespräch in Kooperation von:

  • Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin (MPIWG)
  • Humboldt-Universität zu Berlin, PhD-Net »Das Wissen der Literatur«
  • Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin
  • Freie Universität Berlin (Institut für deutsche und niederländische Philologie)
  • Graduiertenkolleg »Mediale Historiographien« Weimar

Ort: Graduiertenkolleg Mediale Historiographien, Bauhaus-Universität Weimar, Sitz: Berkaer Straße 11

Zeit: 14.00 - 18.00 Uhr

Vollständiges Exposé und Programm finden Sie hier.

Kontakt: Ana Ofak (GradKolleg Weimar)




Berlin, 30. Oktober - 1. November 2009: Kristeva in Process

Internationales Kolloquium, augetragen vom Institut für Romanistik (Humboldt-Universität zu Berlin), gemeinsam mit dem PhD-Net "Das Wissen der Literatur"

The International Colloquium "Kristeva in Process" centring on the work of the acclaimed linguist, semiotician, psychoanalyst and author Julia Kristeva offers both an actualisation of her thought, with the aim of putting her original concepts into perspective within the intellectual context of the past and present, and a platform for interdisciplinary thinking and new ideas in the humanities which take her work as a starting point and apply it in different ways. It aims to create an open space in which intellectuals, scholars and students alike have the opportunity to present ideas, challenge their views and draw inspiration from each other. The purpose of the colloquium is both theoretical and practical: Not only does it have thinking as its theme, as its object of discussion, but it is itself an exercise in a kind of thinking that is forward-looking and experimental.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Kontakt: Stefan Hollstein (Oxon)




Berlin, 17. bis 19. Juni 2010: Gefahrensinn | Sense for Danger

Eine internationale Tagung des »PhD-Net: Das Wissen der Literatur« am Institut für deutsche Literatur (Humboldt-Universität zu Berlin), in Zusammenarbeit mit dem German Department der Princeton University

Ort: Humboldt-Universität zu Berlin | Hauptgebäude, Raum 3031 | Unter den Linden 6, 10099 Berlin

Die Tagung soll die historische Genese neuzeitlicher Gefahrenkulturen verfolgen. Thema sind die Veränderungen jener Wissensformen, Wahrnehmungshorizonte und Verarbeitungsweisen, in denen sich Muster und Figuren der Gefahr seit der frühen Neuzeit präsentieren und die zu spezifischen Maβnahmen und Praktiken veranlassen, um die Vorstellung diverser Bedrohungslagen mit Sekuritätskonzepten zu beantworten. Dabei soll der Begriff des ¸Gefahrensinns¸ eine Art Witterung bezeichnen, in der wirkliche Bedrohungen und eingebildete Gefahren, Risiken und phantasmatische Heimsuchungen mit einer gewissen Ununterscheidbarkeit ineinander liegen und dennoch ebenso dunkle wie zwingende Handlungsgründe liefern. Der Gefahrensinn ist so gesehen als eine besondere Spielart des neuzeitlichen Willens zum Wissen zu verstehen, der zugleich eine mehr oder weniger zwingende Ausrichtung von Wahrnehmung und Darstellung vornimmt.

Keynote: Prof. Dr. Wolfgang Krohn (Universität Bielefeld, Zentrum für interdisziplinäre Forschung)

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Kontakt: Dr. Jörn Münkner




Research Avenues into Franz Kafka's "Das Schloss"

Internationaler Workshop im Rahmen von The Kafka Network | A collaboration including the faculties of Princeton, Humboldt and Oxford University, in Kooperation mit dem PhD-Net: "Das Wissen der Literatur"

Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Hauptgebäude, Raum 3031, Unter den Linden 6, 10099 Berlin

Zeit: 17. bis 19. März 2011

Im Mittelpunkt des Workshops steht Kafkas Spätwerk und insbesondere dessen letztes Romanfragment "Das Schloss". Diese Fokussierung ist einerseits einem jüngsten Forschungsinteresse geschuldet, das sich verstärkt auf die bislang ungeklärten thematischen, narrativen und poetologischen Eigenheiten des 'späten Kafka', seines 'Spätstils', richtet. Zu den möglichen Merkmalen dieses Spätstils gehören etwa eine uneindeutige Fokalisierung im Erzählprozess, das Ausufern reflexiver Passagen, die Häufung von Künstlerfiguren und Kontrollszenarien, das Schwinden von prägenden Oppositionen wie Amt und Leben, Eigenem und Fremdem oder eine nachlassende Virulenz von thematischen Komplexen wie Gesetz, Gericht, Schuld und Strafe. Andererseits können vor dem Hintergrund einer weit gefächerten Rezeptions- und Forschungsgeschichte gerade am Schloss-Roman die Fruchtbakeit und die Reichweite aktueller Forschungsperspektiven dargestellt und überprüft werden. Der Workshop schließt organisch an die erste Tagung des "Kafka-Netzwerkes" aus dem Frühjahr 2010 in Princeton an, die unter dem Titel "Kafka's Late Writing" mit allgemeinen - biographischen und literaturhistorischen - Fragen einen breiteren Fokus auf Kafkas Schreibweisen seit 1917 richtete. Die personelle und institutionelle Kontinuität auf der einen Seite und die gezielte Einladung von weiteren ausgewiesenen Kafka-ForscherInnen auf der anderen ermöglichen es, an fruchtbare Diskussionen anzuknüpfen, neue Perspektiven zu entwickeln und den Stand der internationalen Kafka-Forschung zu integrieren.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Kontakt: Malte Kleinwort




Autorschaft zwischen Intention, Inszenierung und Gesellschaft. Positionsbestimmungen nach der "Rückkehr des Autors"

Eine literaturwissenschaftliche Tagung, organisiert von Matthias Schaffrick und Marcus Willand, in Kooperation mit dem PhD-Net: "Das Wissen der Literatur"

Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Dorotheenstraße 24 (Hegelplatz), Raum 1.301

Zeit: 31. März bis 2. April 2011

Mehr als zehn Jahre nach der "Rückkehr des Autors" (Jannidis et. al. 1999) sind Autorschaftskonzeptionen ein ungebrochen reizvolles wie polarisierendes Thema der Literaturwissenschaft. Autorpoetiken, Lesungen, Plagiate, Buchpreise und andere medial verhandelte Resultate und Residuen literarischer Produktion sind Phänomene, die das Verhältnis von Autor und Text zwischen Intention und Inszenierung zur Disposition stellen. Autorschaft ist dabei stets in Abhängigkeit von den institutionellen Bedingungen und historischen Kontexten zu denken, wie sich nicht nur an literarischer, sondern ebenso wissenschaftlicher Autorschaft zeigen lässt. Die Tagung wird theoretisch und historisch - vom frühen 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart - verschiedene Spielarten von Autorschaft, ihre Manifestationen und Auswirkungen aus interdisziplinärer literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive diskutieren und systematisch reflektieren.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Kontakt: Marcus Willand




Interner Workshop

16. bis 17. Juli 2011, Buckow (Märkische Schweiz)

Konzeption der Dissertationprojekte und methodologische Fragen zum Wissen der Literatur




Materialitäten der Literatur

Ein Workshop des PhD-Net „Das Wissen der Literatur“ in Kooperation mit dem DLA Marbach, konzipiert und organisiert von Karin Krauthausen

Ort: Deutsches Literaturarchiv in Marbach am Neckar

Zeit: 19.-21. Juli 2012

Literatur geht nicht in der Übermittlung oder Erzeugung von ›Sinn‹ auf. Vielmehr setzt Literatur Materialien voraus, deren Haptik und Optik die Produktion wie die Rezeption des Geschriebenen strukturieren und ästhetisieren. Es macht also einen Unterschied, ob bei Kerzenschein mit Feder auf Papier, auf Reisen mit Bleistift im portablen Notizbuch, mit schwerer Schreibmaschine und zu geregelten Tageszeiten am Tisch oder – zunächst papierlos, da mit Screen – auf dem Computer und fast überall geschrieben wird. Und es hat sich etwas verändert, wenn Geschriebenes nicht als Buch, d.h. wie ein – durch Buchdruck und Umschlaggestaltung hergestelltes – individuelles Ding in der Hand liegt, sondern als mobile und uniforme Datei auf einem Bildschirm erscheint und mit einem Click wieder verschwindet. Materialien fungieren im Produktionsvorgang als Instrumente, aber sie verweisen dabei nicht unbedingt oder zumindest nicht allein auf Subjekte und deren Werkintentionen. Tinte und Papier, (mechanische oder digitale) Hardware und Software sind Teil von medialen Konstellationen, die Beschränkungen und Möglichkeiten des Schreibens und des Lesens abstecken. Die Instrumentalität produziert dabei stets auch eine neue, ihr eigene Materialität: Was geschrieben wurde, existiert und steht für weitere Durcharbeitungen bereit, und dies unabhängig davon, ob der Schreiber den Entstehungszusammenhang noch im Kopf hat oder nicht. Diese ›Quasi-Objektizität‹ des Geschriebenen lässt sich nicht durch philologische Hermeneutik erfassen. Der Workshop schlägt daher vor, die Materialitäten der Literatur über die Untersuchung jener instrumentellen und habituellen Praktiken in den Blick zu nehmen, mit denen sie im Produktions- oder im Rezeptionsvorgang untrennbar verbunden sind. Die Beiträge versuchen historische Fallstudien, in denen diese spezifischen medialen und materialen Praktiken in den Fokus geraten, und fragen in einem zweiten Schritt nach Konsequenzen für die entstehenden ›Produkte‹. Im Rahmen des Workshops wird der Literaturbegriff dabei erweitert oder zumindest ergänzt, insofern es nicht allein um Praktiken von Schriftstellern gehen wird, sondern ebenso um Produktionsprozesse von Natur- und Geisteswissenschaftlern.

Vortragende: Heike Gfrereis, Christoph Hoffmann, Stephan Kammer, Anna Kinder, Dorit Krusche, Cornelia Ortlieb, Kristin Schulz, Ellen Strittmatter, Julia Wagner, Waltraud Wiethölter.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Kontakt: Karin Krauthausen




Hubert Fichtes Medien

Ein Workshop des PhD-Net „Das Wissen der Literatur“ konzipiert und organisiert von Stephan Kammer und Karin Krauthausen

Ort: Helmholtz-Saal im Hauptgebäude der Humboldt-Universität zu Berlin

Zeit: 27.-29. September 2012

Wenige Schriftsteller haben die Möglichkeiten und Formvorgaben ihrer medialen Umwelt so konsequent genutzt wie der vor 25 Jahren verstorbene Hubert Fichte. Zwar stehen am Beginn seiner Autorenkarriere in den 1960er Jahren durchaus traditionelle literarische Formate wie Erzählungen und Roman (Der Aufbruch nach Turku, 1963; Das Waisenhaus, 1965; Die Palette, 1968). Doch parallel dazu senden die deutschen Rundfunkanstalten bereits seine Hörstücke und Features, die sich von Anbeginn auch jenseits des einschlägigen Genres 'Dichter liest aus seinem Werk' bewegen. Mit der Fotografin und Lebensgefährtin Leonore Mau publiziert Fichte zudem Architektur- und Reisereportagen, und er schreibt über Künstlerinnen und Schriftsteller. So entstehen Texte über ein Pariser Villenprojekt von Le Corbusier und über Edith Piafs Tod, Fichte liefert Ausstellungskritiken und unterhält 1965/66 eine Kolumne mit Schallplattenbesprechungen in der Zeitschrift konkret. In den 1970er Jahren erweitert Fichte sein Publikationsspektrum um weitere Formate: Interviews, ethnopharmakologische, literaturtheoretische und -historische Essays. Und im selben Zug radikalisiert er deren Formpotentiale durch eine regelrechte Poetologie der (medialen, thematischen, ästhetischen) Grenzüberschreitung. Der Workshop nimmt Fichtes Formaterweiterungen und Grenzüberschreitung zum Gegenstand und Anlass, um Einsichten in jenes Bedingungsgefüge der Medialität der Literatur zu gewinnen, wie es in den Jahrzehnten unmittelbar vor der medientechnischen Zäsur des Computerzeitalters gegeben gewesen ist.

Vortragende: Stephan Kammer, Bernhard Metz, Jan Frederik Bandel, Robert M. Gillett, Mario Fuhse, Michael Bies, Dirck Linck, Arne Bunk, Karin Krauthausen.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Kontakt: Karin Krauthausen




International Student Conference

THE RHYTHM OF LEARNING
Princeton University, 010 East Pyne, March 29-30, 2013

Princeton University German Department and the “PhD-Net: Das Wissen der Literatur” of the Humboldt-Universität zu Berlin

The “rhythm of learning” becomes a theme of modern art at those moments when, as in Chaplin’s films, human action comically submits to the rigid tact of the machine, or when, as in Döblin’s novel Berlin Alexanderplatz, it is disturbed and disjointed by the noisy traffic of the metropolis and loses its natural pace. As a principle of movement connecting technical machines and human beings, rhythm not only belongs to every automated form of human work. Rhythm is also decisive for human development and structures learning processes. This conference investigates the new and various ways that modern arts and sciences have addressed the “rhythm of learning.”

Contact:
Dorothea Walzer
Timothy Attanucci

Programm




Workshop

WISSENSORGANISATION IST EIN PROGRAMM
6.-8.6.2013, Humboldt-Universität zu Berlin, Dorotheenstr. 24, 10117 Berlin, Raum 1.101 (und weitere)

Der Workshop ist in zwei Keynote-Vorträge und drei Panels gegliedert. Die Panels sind in Phasen mit Plenumsdiskussion und Phasen mit Arbeitsgruppen unterteilt.
In den Einstiegsphasen werden die gemeinsamen Grundlagen für die thematisch spezifische Arbeit in den Kleingruppen gelegt. Hier sind Impulsreferate vorgesehen, die Aspekte der übergreifenden Fragestellung des Panels einleiten sollen. Die weitere inhaltliche Arbeit erfolgt dann in den Kleingruppen, deren Ergebnisse abschließend präsentiert und diskutiert werden.

Mit dieser Arbeitsform verzichten wir, abgesehen von den Keynotes, bewusst auf das übliche Vortragsformat zugunsten der gemeinsamen Arbeit am Gegenstand.

1. Die Panels 1 und 3 sind phasenweise in Arbeitsgruppen unterteilt. Bitte gebt, geben Sie pro Panel zwei Präferenzen für Arbeitsgruppen an (also z.B. im Panel 1 K1 oder K3, Panel 3 K2 oder K3). Wir setzen die Gruppen dann nach Möglichkeit so zusammen, dass gewichtete Präferenzen berücksichtigt werden.

2. Offen für Impulse bzw. Kurzvorträge sind:

a) Phase 1 im Panel 1
Hier sollen zunächst einige von Teilnehmerinnen und Teilnehmern genutzten Programme oder einzelne Aspekte dieser Programme vorgestellt werden. Es wäre toll, wenn Du Dein, wenn Sie Ihr Programm hier kurz präsentieren möchten.

b) Panel 2
Dieses Panel findet komplett im Plenum statt, Impulse zu den im Programm erläuterten Abschnitten a-c sind sehr willkommen.

Kontakt:
Claus-Michael Schlesinger, Katja Reetz, Björn Märtin

Programm




Börsenpoesie

Projektpräsentation des PhD-Net im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften 2014

10. Mai 2014, Foyer/Kubus der Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum der HU, Geschwister-Scholl-Straße 1/3, 10117 Berlin

Spekulanten scheinen sich in einer abgehobenen Welt zu bewegen, von der die Gesellschaft trotzdem auf unerklärliche Weise abhängt. Trotz - oder gerade wegen - dieser Undurchsichtigkeit wurde der Spekulant immer wieder neu modelliert, erzählt und erfunden. Das Graduiertenkolleg „Das Wissen der Literatur“ verfolgt das kulturgeschichtliche Making-of einer ambivalenten Sozialfigur.
Mit Blick auf literarische Texte, Filme und Zeugnisse der bildenden Kunst werden Arbeits- und Lebenswelten des Spekulanten über mehrere Jahrhunderte hinweg rekonstruiert und seine vielfältigen Facetten beleuchtet. Die ca. einstündige multimediale Präsentation wird zweimal wiederholt und startet jeweils um 19:00 und 22:00 Uhr.




Childhood - Between Material Culture and Cultural Representation

Internationale Konferenz im Rahmen der Princeton-Humboldt-Partnerschaft, organisiert von Mareike Schildmann und Felix Rietmann, in Kooperation mit dem PhD-Net "Das Wissen der Literatur", dem Center for Collaborative History und dem Program in the History of Science, Princeton University

May 23 - 24, 2014, Princeton University, 211 Dickinson Hall

The Conference "Childhood ‐Material Culture and Cultural Representation" seeks to bring junior and senior researchers from the humanities and social sciences together in an interdisciplinary discussion about the material and cultural conditions of knowledge about childhood in Europe and the USA since 1800.
Point of entry is the material boom around childhood around 1900: the rise of the human sciences in the nineteenth century increasingly shifted the anthropological question of the nature of childhood from philosophical reflection to empirical scientific investigation. A multitude of new scientific disciplines, including pediatrics, child psychiatry, pedagogy, and ergonomics, participated in an experimental and psychophysical investigation of the child. This developing material culture focused on the "child" – comprising scientific, experimental and pedagogical instruments – was mirrored, multiplied and opposed in artistic, cultural and social discourses. Be it in the booming genre of "school‐literature", reform pedagogical projects, or political agendas of "Staatsbürgerliche Erziehung", knowledge of childhood figured center stage in the public sphere.

Call for Papers

Program




Konferenz “Kosmos und Kontingenz”

10. - 12. Juli 2014, Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Geschwister-Scholl-Straße 1/3, 10117 Berlin

Welche Bedeutung kommt Kontingenz innerhalb von Kosmologien zu? Welche historischen Verschiebungen erfahren die Konzepte des Kosmos’ und der Kontingenz und wie bilden sie sich aneinander aus? Und wie lassen sich schließlich die Beziehungen zwischen dem Himmel, den Dingen und Lebewesen darstellen und erzählen? Diese Leitfragen umreißen den Themenkreis der Konferenz “Kosmos und Kontingenz“.
Anliegen der Tagung ist es nun, entgegen den dominanten Erzählungen, die die Stabilität, Ordnung und Erkennbarkeit des Kosmos’ betonen, eine bislang latent gebliebene Gegengeschichte zu entwerfen. Arbeitshypothese hierbei ist, dass sich die Geschichte der (westlichen) Kultur entlang ihrer Kosmologien neu erzählen lässt, wobei Fragen der Kontingenz stets eine fundamentale Verunsicherung, aber gerade auch Möglichkeiten für freie Entscheidungen sowie veränderte Darstellungsverfahren bedeuten. Mit ihrem Ausgang bei Lukrez sind sie gleichfalls bestimmend für den Beginn der Neuzeit (Blumenberg, Greenblatt) wie noch für Konzepte der Gegenwart (Althusser, Meillassoux, Serres).
Die Konferenz “Kosmos und Kontingenz” bestimmt ihre Gegenstände dabei aus der Perspektive der historischen Epistemologie: Erstens wird nach dem Wechselverhältnis der – historisch variablen – Konzepte der Kontingenz und des Kosmos’ gefragt. Zweitens wird die Tagung dabei der Tatsache Rechnung tragen, dass Wissensordnungen stets auf spezifische Darstellungsverfahren angewiesen sind. Anders als in vielen Motiv-, Astronomie-, und Philosophiegeschichten üblich, wird somit der Wechselbezug von Kosmos und Kontingenz mit poetischen und ästhetischen Konzepten untersucht. Schließlich möchte die Tagung nach der neuen Aktualität der Kosmologie in der Gegenwartsliteratur, bzw. -kunst und in Form einer “Kosmopolitik” fragen.

Die Konferenz wird veranstaltet vom PhD-Net “Das Wissen der Literatur” (Humboldt-Universität zu Berlin, Harvard University, Princeton University und University of California, Berkeley) und dem DFG-Graduiertenkolleg “Lebensformen und Lebenswissen” (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder und Universität).

Den vollständigen Call for Paper finden Sie hier.

Kontakt:
Reto Rössler, M.A. (HU Berlin), Tim Sparenberg, M.A. (Viadrina), Philipp Weber, M.A. (Viadrina)

cosmosandcontingency@gmail.com

www.kosmosundkontingenz.de


Konferenz “Monster und Kapitalismus”

7. - 9. Mai 2015, Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin

In den letzten Jahren greift die Kritik am „entfesselten“ Kapitalismus routiniert auf Metaphern des Monströsen zurück: Die Rede von „monströsen Finanzmärkten“ und werwolfsartigen Spekulanten oder die Kino-Bilder marodierender Zombies gehören zum gängigen Repertoire politökonomischer Urteile und Deutungen. Als Krisen- und Problemfiguren des Kapitalismus sind Monster allerdings von Mehrdeutigkeiten umgeben. Sie tauchen in ganz unterschiedlichen Diskursen, Praktiken und Medien auf und werden nicht zuletzt von unterschiedlichen Klassenstandpunkten aus in Stellung gebracht. Angesichts des diffusen Erscheinungsraums, den die Untoten, Hybride und anderen Zwischenwesen des Kapitalismus bevölkern, soll diese Konferenz die monströse Ikonografie der gegenwärtigen Krisennarrative auf ihren systematischen Gehalt und ihre historische Genese hin befragen. Was also erzählen die Regungen und Zuckungen von Monstern über den kapitalistischen Vergesellschaftungsprozess, seine Produktionsbedingungen und Krisen?

Die Konferenz wurde veranstaltet vom PhD-Net “Das Wissen der Literatur” (Humboldt-Universität zu Berlin, Harvard University, Princeton University und University of California, Berkeley).

Mehr Informationen finden Sie hier.

OrganisatorInnen:
Till Breyer, Rasmus Overthun, Philippe Roepstorff-Robiano, Alexandra Vasa.




Unform: Epistemologien des Romans

Gemeinsamer Workshop des PhD-Net “Das Wissen der Literatur” und der Friedrich Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien

17. Juni 2016 - Freie Universität Berlin

Organisation and Konzept: Jan Lietz (FU Berlin), Wolfgang Hottner (HU Berlin), Adrian Renner (Yale)

Der Roman fügt sich keiner Gattungssystematik, sondern lässt sich, aus dieser Perspektive betrachtet, nur als Unform (Lugowski) verstehen . Ist dieser Gedanke zum ersten Mal entworfen in den spekulativen Gattungspoetiken (Szondi) der deutschen Romantik, spricht schon die erste Geschichte des Romans aus dem Jahr 1670 von ihm als „Poema ohne Metro“ und als ein „verwirrtes Misch-Masch ohne Ordnung und Annehmlichkeit“ (Huet). Die ontologischen, epistemologischen und ästhetischen Probleme des Romans lassen sich nicht durch den Rückgriff auf Gattungskonventionen beschreiben: sie sind als Probleme der Form zu behandeln. Jener Formsinn des Romans betrifft sowohl den Hang zu unendlicher Darstellungstotalität, Welthaltigkeit, Weltgehalt (Kayser), Durchschnittlichkeit (Auerbach, Moratti), Realismus, Einheit, Handlung und Prosa, als auch zu komplizierten Figuren-, Erzähl- und Handlungszusammenhängen. Der Roman supplementiert, assimiliert und begrenzt andere ästhetische Darstellungsformationen (Theater, Lyrik, Malerei) wie auch epistemologische Formationen wie die Biologie, Pädagogik und Ethik, Techniken der Reproduktion, Geschichte, Recht oder Geologie, ohne jedoch selbst als Form sichtbar zu werden. Mit dieser diskursiven Abhängigkeit stellt sich die Frage nach der Lesbarkeit der Form im Roman und des Romans, die dieser von seinen Anfängen bis in die Gegenwart ausbildet und variiert: Solche ‚Realisierungen‘ (Blumenberg) wurden in der Forschung als Realismus, Alltäglichkeit, Herausgeber-, Brief- und Manuskriptfiktion, Kontingenzfiktion, Fortsetzungsfiktion, Erzählerfiktion, Institutionenroman usw. bezeichnet. Der Workshop möchte ausgehend von diskursiven Verflechtungen und deren epistemologischen Implikationen an historischen Umbrüchen und ausgewählten Texten nach Beschreibungsmöglichkeiten der Unform des Romans suchen. Es geht dabei um den Versuch, die Konfiguration von epistemologischen Wechselseitigkeiten und inhärenten Fiktionen des modernen Romans als Formproblem zu beschreiben. Der Workshop soll einen Diskussionsraum eröffnen und dafür Romane vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart in den Fokus rücken.

Das ausführliche Programm finden Sie hier.




Proust und das Wissen

Workshop des PhD-Net “Das Wissen der Literatur”

30. Juni, 18.00 Uhr Keynote von Monika Schmitz-Emans: Prousts Sammlung beschriebener Kunstwerke in der Recherche – ein imaginäres Museum? (HU Berlin, Unter den Linden 6, Senatssaal)

1. Juli 2016, 10-20 Uhr, Workshop mit Vorträgen von Rebekka Schnell, Alexandra Schamel, Brigitte Heumann, Peter Brandes und Bernhard Stricker (HU Berlin, Dorotheenstr. 24, Raum 3.246)

Organisation and Konzept: Peter Brandes (HU) und Bernhard Stricker (HU)

Marcel Prousts epochales Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (À la recherche du temps perdu) ist ein Klassiker der literarischen Moderne, der wie kaum ein anderer Text die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche seiner Zeit registriert und reflektiert. Dabei schildert der Roman nicht nur anschaulich die Lebenswelt der französischen Belle Époque, sondern verbindet seine Darstellung sozialer Wandlungsprozesse mit einem ausgeprägten Bewusstsein der Entwicklungen im Bereich des Wissens und der Wissenschaften. Neben der Vielzahl wissenschaftlicher Diskurse und Disziplinen, die im Roman durch Szenen, Figuren oder Reflexionen repräsentiert sind (etwa Medizin, Psychoanalyse, Soziologie, Philosophie oder Kunstgeschichte), zeichnet sich der Roman durch die besondere Aufmerksamkeit aus, die er Darstellungsformen, Medien und technischen Apparaturen widmet, seien dies Bilder aus dem kunstgeschichtlichen Kanon, die Laterna magica, die Photographie oder die Presse. Darüber hinaus ist zwar ein Einfluss der Lebensphilosophie auf Prousts Roman, der in der Blütezeit dieser Strömung entsteht, weitgehend unbestritten, die genaue Charakterisierung dieses Einflusses und die These eines dem Roman zuzuschreibenden „Lebenswissens“ aber höchst kontrovers. Wenngleich diese drei thematischen Facetten der Recherche – Wissen(schaften), Medien, Lebenswissen – in der Proust-Forschung bereits Gegenstand von Einzeluntersuchungen gewesen sind, so ist die Frage nach dem Zusammenhang von Prousts Roman mit dem Wissen um 1900 noch nicht eigens in den Fokus gerückt worden.

Flyer.

Das ausführliche Programm finden Sie hier.




RE:SOURCES OF LITERATURE AND KNOWLEDGE

Quellen und Rohstoffe des Erzählens

Gemeinsamer Workshop des thematischen Netzwerks „Literatur – Wissen – Medien“ mit dem PhD-Net „Das Wissen der Literatur“

18. bis 20. Juli 2016 - Humboldt-Universität zu Berlin

Die „Quelle kann nur gedacht werden, in sofern sie fließt“ (Goethe), sie verweist im metaphorischen wie im umgangssprachlichen Sprachgebrauch gleichermaßen auf Anfänglichkeit und Produktivität. Ausgehend von dem impliziten Zweiklang von Mittel und Quelle, der auch im Begriff der Ressource nachklingt, eröffnet der zweitägige internationale Workshop an der Humboldt-Universität zu Berlin einen Fragehorizont, der von unterschiedlichen Praktiken der Quellenkunde, des Quellengebrauchs bis hin zur Frage nach den Materialitäten von Literatur und Wissen reicht. Gegenstand der Diskussion werden damit zum einen Quellen-Probleme und -Narrative im weitesten Sinne als Topik und Begriffsmetapher sein: Mögliche Fragen reichen dabei von der philologischen Erschließung von Textquellen bis zur Untersuchung der Funktion von Ursprungssuche und Quellenphantasien, von Urszenen und Urbildern sowie von genealogischen Konzepten innerhalb kultureller Ordnungen. Die Verpflichtung von Wissen auf Quellen wirft dabei in wissenschaftlichen genau wie in journalistischen Kontexten das Problem der Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit auf: Wie werden Quellen produziert und Fakten geschaffen? Welche Strategien der Verifizierung oder umgekehrt der Desavouierung von Quellen spielen hier eine Rolle und wie verändert sich der Status von Wissen im Zuge solcher Quellenkritiken? Zum anderen wird mit dem Workshop ein zweites Augenmerk auf die Rohstoffe von Literatur und Wissen, mithin ihre medialen und institutionellen Produktionsweisen, Formate und wechselseitigen Verschaltungen gelegt. Aus welchen Materien und Infrastrukturen speist sich das literarische Erzählen? Inwiefern lässt sich hier von Energieträgern als Ressourcen des Erzählens sprechen? Dabei soll sowohl der Horizont für eine metapoetische Reflexionen von Materialitäten der Literatur eröffnet als auch Rohstoffdiskurse und –poetiken in Literatur, ökologischem oder politischem Wissen diskutiert werden. Ausgehend von einer im Rohstoffbegriff inhärenten Widerständigkeit und ‚Rohheit’, ließe sich zum einen die Frage anschließen, durch welche erzählerischen Verfahren ein Rohstoff, verstanden als (zufälliges) Fundstück, zum literarischen Material wird, zum anderen wie eine solche Perspektive den literaturwissenschaftlichen Stoffbegriff bzw. das Verhältnis von Stoff und Materie verändert.

Mehr Informationen finden Sie hier.




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