Aktuelles

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Liliana Ruth Feierstein über Esperanto – Radiointerview

Die Hoffnung prägte diese Sprache von Anfang an: Als der Warschauer Augenarzt und Philologe Ludwig Leyzer Zamenhof die Grundlagen des „Esperanto“ legte, trug ihn dabei die Idee, dass die Sprache eine zentrale Rolle für die Menschheit und für die Zukunft spielt. Auf der Grundlage eines jüdischen Kosmopolitismus, der die Differenzen nicht nur respektiert, sondern auch zu schützen weiß, schuf Zamenhof eine revolutionäre Übersetzung der jüdischen Sprach- und Sozialideen – und eine bis heute lebendige Plansprache. Liliana Ruth Feierstein, Professorin für transkulturelle Geschichte des Judentums an der Humboldt-Universität Berlin, hat sich eingehend mit der Geschichte des Esperanto beschäftigt und erzählt in hr2-kultur, welche spezifisch jüdische Denktradition mit dieser Sprache verbunden ist.

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Tali Nates

SELMA STERN LECTURE I 16. JUNI 2022 I TALI NATES (JOHANNESBURG)

„REMEMBERING THE HOLOCAUST AND GENOCIDE IN AFRICA: THE CASE STUDY OF THE JOHANNESBURG HOLOCAUST & GENOCIDE CENTRE“

Zu Ehren seiner Namensgeberin hat das Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg mit der Selma Stern Lecture 2019 eine Vorlesungsreihe ins Leben gerufen, die sich insbesondere Themen der Entwicklung und Fortentwicklung der Wissenschaft des Judentums – ausgehend von der Haskala bis zu den Jüdischen Studien der Gegenwart – widmet.

Für die Selma Stern Lecture 2022 konnte Tali Nates, Gründerin und Leiterin des Johannesburg Holocaust & Genocide Centres, gewonnen werden. In ihrem Vortrag „Remembering the Holocaust and Genocide in Africa: the case study of the Johannesburg Holocaust & Genocide Centre“ wird Nates sich mit Fokus auf den nationalsozialistischen Holocaust und den Genozid in Rwanda im spezifischen Kontext Südafrikas auseindersetzen.

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Datum: 16. Juni 2022  I  Zeit: 19:00 Uhr  I  Ort: Mendelssohn-Remise, Jägerstr. 51, 10117 Berlin

DISKUSSION AM 04.05.22, 19 UHR | LUDWIG ZAMENHOF UND DIE IDEE EINER UNIVERSALEN SPRACHE

Es diskutieren Prof. Dr. Liliana Ruth Feierstein, Professorin für transkulturelle Geschichte des Judentums an der Humboldt-Universität Berlin, Prof. Dr. Sabine Fiedler, Vorsitzende der Gesellschaft für Interlinguistik e. V. und Professorin für anglistische Sprachwissenschaft an der Universität Leipzig und Dr. Anja Christina Stecay, Vorstandsmitglied der Esperanto-Gesellschaft Frankfurt

1887 publizierte der Warschauer Augenarzt und Philologe Ludwig Leyzer Zamenhof (1859-1917) eine Broschüre mit dem Titel „Internationale Sprache“, die zum Gründungsmanifest von Esperanto wurde. Aufgewachsen in Bialystock, träumte er bereits als Jugendlicher von einer „Lingwe Uniwersale“, die die Verständigung in der diversen Stadtbevölkerung stärken und ehemalige Shtetl-Bewohner*innen mit anderen Minderheiten verbinden sollte. Dieser Völkerverständigungsgedanke trägt bis heute die Plansprache Esperanto, die weltweit Anhänger fand und nach wie vor von Millionen Menschen praktiziert wird. Die Gesprächsveranstaltung zum 135-jährigen Jubiläum des Gründungsmanifests wirft einen Blick auf die Geschichte von Ludwig Zamenhof und die Umstände, unter denen sein Werk entstand. Sie geht auf die Idee von Plansprachen im Allgemeinen ein und eröffnet einen besonderen Einblick in die Welt von Esperanto. Im Zentrum des Abends steht die Frage, welche Rolle der Gerechtigkeitsgedanke in dieser weltenumspannenden Plan- und Universalsprache spielt?

Ort: JÜDISCHES MUSEUM. SAAL. BERTHA-PAPPENHEIM-PLATZ 1, 60311 FRANKFURT AM MAIN

Um Anmeldung wird gebeten unter: besuch.JMF-at-stadt-frankfurt.de

 

 

VORTRAG AM 26.04.22, 18:15-19:45 UHR | „KOSHMAR“. ÜBER JÜDISCHE (ALB-)TRÄUME IN DER LATEINAMERIKANISCHEN LITERATUR

Im Rahmen der Ringvorlesung „Jüdische Literaturen in den Sprachkulturen der Welt“

Vortrag von Prof. Dr. Liliana Ruth Feierstein, Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät, Institut für Kulturwissenschaft, Humboldt-Universität zu Berlin. Link zum Mitschnitt. 

Die Plätze im Hörsaal können ggfs. wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen begrenzt sein. Diejenigen, die die Vorlesung als Präsenzveranstal-tung besuchen möchten, werden um einmalige Anmeldung gebeten unter: info@selma-stern-zentrum.de 

Hörsaal 1b, Gebäudekomplex Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin

Livestream: www.fu-berlin.de/offenerhoersaal

Poster zur Ringvorlesung (PDF)

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Paula Kreutzmann

ZWEI ÄRZT*INNEN IM KAMPF GEGEN DEN PARAGRAPHEN 218. ANTISEMITISMUS UND ANTIFEMINISMUS IN DEBATTEN UM SCHWANGERSCHAFTS-ABBRÜCHE 1931. PAULA KREUTZMANN GEWINNT DEN MATTHIAS-ERZBERGER-PREIS FÜR DIE BESTE BACHELORARBEIT.

Paula Kreutzmann wurde für ihre Bachelorarbeit im Lehr- und Forschungsbebiet Liliana Ruth Feiersteins mit dem Matthias-Erzberger-Preis 2022 ausgezeichnet. 

Bachelorarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin, betreut von Prof. Dr. Liliana Ruth Feierstein und PD Dr. Bettina Bock von Wülfingen

Aus der Laudatio der Jury:

In ihrer exzellenten Bachelorarbeit geht Paula Kreutzmann weit über den erwartbaren Anspruch einer üblichen „undergraduate“-Arbeit hinaus. So ist bereits die Zielstellung, die Klärung der abstrakten Frage, ob sich ein ideologischer Zusammenhang zwischen Antifeminismus und Antisemitismus diagnostizieren lässt, höchst anspruchsvoll und schwerlich auf 40 Seiten zu beantworten. Doch die Autorin beweist hierbei herausragendes Geschick im Verdichten dieser abstrakten Problematik auf einen einzelnen Kristallisationspunkt, der wiederum geeignet ist, allgemeinere analytische Schlüsse zu ziehen. Konkret greift Frau Kreutzmann zwei Gerichtsfälle aus der Spätphase der Weimarer Republik auf, um das potentielle ideologische Zusammenspiel von Antisemitismus und Antifeminismus direkt greifbar zu machen. Anhand der Verhaftung und Anklage der Ärztin Else Kienle und des Arztes Friedrich Wolf im Jahr 1931 wegen Verstoßes gegen den § 218 RStGB untersucht sie die Rezeption der Fälle durch verschiedene Zeitungen auf das Erscheinen und potentielle Verbindungen beider Motive.

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intellectual-diaspora-diasporic-knowledge

6.12.2021 / ab 9:30 Uhr: Diasporic Knowledge

Konferenz (hybrid), Katholische Akademie Berlin (Präsenz)/ Humboldt-Universität zu Berlin (online)

Mit Almút Sh. Bruckstein Çoruh (House of Taswir Berlin), Liliana Feierstein (Humboldt Univ. Berlin), Karma Ben Johanan (Humboldt Univ. Berlin), Wendy M. K. Shaw (Ph.D. Univ. of California, 1999), Sami Khatib (Karlsruhe Univ. of Arts and Design), Salman Sayyid (University of Leeds), Hannah Tzuberi (Free Univ. of Berlin), Elliot Wolfson (Univ. of St. Barbara), Brandon Woolf (New York Univ.), Veronika Zablotsky (Justus-Liebig-Univ. Giessen)

The conference will explore various questions, conceptual challenges and historical examples, concerning diasporic knowledge and epistemologies. We wish to think, for instance, of diaspora and/or exile as existential conditions of critical thought, which takes a distance from its own – social, cultural, political – location, in order to question it. Beyond individual parameters, what kind of collective features enable diasporization or de-territorialization of knowledge and thought? What kinds of space, of territory, allow and support the existence of diasporic cultures, what kind of language, of collective performances, of narratives, of laws? What is the relation between diaspora, exile and cosmopolitism? What configurations of universality and particularity they produce or render possible? How were and are these questions negotiated in historical and contemporary cultures of the diasporic knowledge, for instance rabbinic ones?

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centre Marc Bloch

7.12.2021 / 17 Uhr: Toleranz, Religion und Aufklärung. Zur Aktualität des 18. Jahrhunderts

Podiumsdiskussion, Centre Marc Bloch, Tillion–Saal (Anmeldung erbeten!)

Mit einer Einführung von Avi Lifschitz (Magdalen College Oxford) und Kurzbeiträgen von Mattias Asche (Univ. Portsdam), Iwan D’Aprile (Univ. Potsdam), Liliana Feierstein (HU Berlin) und Maiwenn Roudaut (CMB)

Anlässlich der Wiedereröffnung des Hugenottenmuseums Berlin und in Zusammenarbeit mit der französischen Botschaft in Berlin/Institut français d‘Allemagne lädt das Centre Marc Bloch ein zu einer wissenschaftlichen Diskussion…

Der Säkularisierungsprozess, der die Entwicklung der europäischen Moderne begleitet hat, wird in der Forschung oft als Antwort auf die Herausforderung der Aufklärung interpretiert. Die Ereignisse in den letzten Jahrzehnten zeigen jedoch, dass die Frage des friedlichen Zusammenlebens zwischen gläubigen und nicht-gläubigern Bürgern in den öffentlichen Debatten Europas nicht verschwunden ist. Vielmehr sind sie in den Mittelpunkt der Diskussion unserer Zeit gerückt.  Mit besonderer Schärfe stellt sich also die Frage der Aktualität der Aufklärung zum Thema Religion und Toleranz in unserer heutigen demokratischen Gesellschaft. Mit unserer Veranstaltung möchten wir im Centre Marc Bloch der Diskussion eine weitere Facette hinzufügen: Wie steht es um die Werte der Aufklärung angesichts der historischen Erfahrungen der letzten Jahrhunderte?

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maimonides centre

Hope as the Flipside of Scepticism: The History of Esperanto as Jewish Linguistic Utopia

Research Project, Maimonides Centre for Advanced Studies, Universität Hamburg

Liliana Ruth Feierstein, Senior Fellow von Oktober 2021 bis Februar 2022

What is the flipside of scepticism? Is it hope? And what is the Jewish name for this hope? Hatikva? Or perhaps Esperanto? Can mistrust among human beings be eradicated by a linguistic utopia? Can language become a faith? In the matter of scepticism and violence, can the former be neutralised by trust in (a new) language? Is it possible that conflict among humans might not be caused by language itself, but by incomprehension among speakers? Is language a begetter of violence? Could a neutral tongue, without a sole owner, become a weapon for humankind?

This contra-project proposes to consider these divergent viewpoints within the Jewish tradition in which language (and silence) play an immense role, whether from the perspective of utopian hope or linguistic scepticism: language and writing are at the core of tradition, of revelation, and of the diasporic situation: a portatives Vaterland (Heine, “portable homeland”). It will analyse Zamenhof’s texts and the history of Esperanto in dialogue with the Jewish philosophy of language (Baruch Spinoza, Moses Mendelssohn, Walter Benjamin, etc.), but also with the creators of another new Jewish language: Modern Hebrew (Ben Yehuda and Ahad Ha’am). The problem of sources and translations is also of vital concern given their role in the construction of the humanity and sacrality of language.

 

ZjS

Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg nachhaltig gesichert!

Am Montag, dem 1. November, wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, dank der das Fortbestehen des wissenschaftlichen Verbundprojektes der Region für die kommenden zehn Jahre institutionell gewährleistet wird.

Getragen wird der 2012 gegründete überregionale Verbund von acht maßgeblichen Akteuren, die sich der wissenschaftlichen Erforschung der Geschichte und Kultur des Judentums in seinen religiösen und kulturellen Ausprägungen widmen: der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), der Universität Potsdam, dem Abraham Geiger Kolleg, dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien und der Thüringer Hochschule für Musik Franz LisztWeimar. Der Sitz des Zentrums wechselt im Rahmen der neuen Kooperationsvereinbarung von der Humboldt-Universität zu Berlin an die Freie Universität Berlin.

Link zur vollständigen Pressemeldung der Trägerinstitutionen

Répercussions — Influences littéraires et philosophiques françaises et allemandes dans la construction d’une judéité latino-américaine: modèles et contre-modèles

Internationaler Workshop in Gießen

28. und 29. Oktober 2021

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Gariwo

OTROS INFIERNOS. LA TESTIMONIANZA DI PRIMO LEVI COME SUPPORTO ALLA RIELABORAZIONE DELLA DITTATURA ARGENTINA DA PARTE DEI SOPRAVVISSUTI

Gariwo – la foresta dei Guili,
14.4.2021 (Editorial)

Von Liliana Ruth Feierstein. (Übersetzung ins Italienische: Dorle W. Bascone und Giovanna G. Kuck.)

Le mezuzot, piccoli contenitori che si pongono sugli stipiti delle porte delle case e dei luoghi ebraici, li segnano ricordando che lì si rispetta la legge ebraica. Dentro la capsula è contenuto un passo della Torà (Deuteronomio 6,4-9 e 11,13-21) che include lo Shemà Israel; la preghiera dell’ascolto e del comandamento del ricordo (Zachor).

L’importanza delle testimonianze di Levi è inestimabile non solo per la sua ricchezza, per poter comprendere la Shoah, ma anche come fonte per riflettere e rielaborare altre esperienze traumatiche di estrema violenza. In questa relazione intendo dimostrare (molto brevemente) alcuni esempi di intertestualità e il ruolo della scrittura di Levi nelle testimonianze relative ai centros de detención y tortura dell’ultima dittatura in Argentina (1976-1983).

Link zum vollständigen Text

8. März

Beyond Exile: German-Jewish Encounters in Latin America

„WEBINAR“ via ZOOM,
University of Minnesota,
8. März 2021, 12 Uhr

u.a. Liliana Ruth Feierstein: „The Heritage of Breslau, or: Some Stories that Had Not (yet) Been Told about (German-) Jewish History in Latin America“

Approximately 100,000 Jewish refugees arrived in Latin America between 1933-1945, as they fled Nazi persecution in Central Europe. In different countries in the region, these refugees found more than a safe haven. The three presentations in this panel explore various facets in the lives of displaced Central-European Jews in Latin America, highlighting interactions with their new surroundings, cultural transfers and everyday experiences.

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Link zu ZOOM (Webinar)

 

IFK

Ludwik Lejzer Zamenhof: Eine jüdische Sprachutopie für eine Welt ohne Gewalt (Liliana Ruth Feierstein)

Universalsprachen, Kunstsprachen, Plansprachen: Träume und Utopien von einer Welt ohne Übersetzung

18. – 20. November 2020, Tagung am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften / Kunstuniversität Linz in Wien (IFK)

Spätestens seit Leibniz und seiner characteristica universalis wurden immer wieder Konzepte für die Entwicklung einer Universal- oder Einheitssprache vorgeschlagen und umgesetzt. Nicht selten scheiterten diese Konzepte jedoch an ihren Ansprüchen.

So sprechen beispielsweise heute – mehr als hundert Jahre nach der Drucklegung von Ludwik Lejzer Zamenhofs Unua Libro (1887) – lediglich etwa tausend Menschen weltweit Esperanto als Muttersprache; die geschätzte Zahl aktiver SprecherInnen variiert zwischen 100.000 und zehn Millionen, je nach vorausgesetztem Niveau der Sprachbeherrschung. Auch die International Semantography (1949) von Charles K. Bliss, ein Symbolsystem, das readable in all languages sein sollte, enttäuschte die Erwartungen des Autors. Auf der anderen Seite haben sich Programmiersprachen, Verkehrszeichen oder piktografische Leitsysteme in der Tradition von Otto Neuraths Isotype, dem International System of Typographic Picture Education, nahezu weltweit verbreitet und durchgesetzt. Continue reading „Ludwik Lejzer Zamenhof: Eine jüdische Sprachutopie für eine Welt ohne Gewalt (Liliana Ruth Feierstein)“

Chronica Israelita

„Wege jüdischer Wanderung: >Das zweite transportable Vaterland< des Publizisten Alfred Hirschberg in Brasilien“ - Kristin Kaufmann (M.A.) gewinnt den Humboldt-Preis 2020

Kristin Kaufmann wurde für ihre Masterarbeit im Lehr- und Forschungsgebiet Liliana Ruth Feiersteins mit dem Humboldt-Preis 2020 ausgezeichnet.

Alfred Hirschberg (1901-1971) verschrieb sein Leben, im wörtlichen Sinne, der Schrift, dem Schreiben für jüdische Interessen und der Erinnerung an die jüdische Geschichte. Über ein halbes Jahrhundert widmete er sich der jüdischen Arbeit und wirkte als Journalist, Publizist und Herausgeber in Europa und Lateinamerika. Die Masterarbeit rekonstruiert Hirschbergs Biografie und befasst sich mit seinem reichhaltigen Nachlass, welcher nicht nur eine individuelle jüdische Erfahrung, sondern auch deutsch-jüdische Geschichte bezeugt, widerspiegelt und dokumentiert, die durch die Barbarei des Nazismus gewaltsam einen Abbruch fand. Diese Geschichte verlängerte sich jedoch in der Diaspora in Lateinamerika und die Zeiterfahrungen manifestierten sich in einem geistigen und kulturellen Erbe aus Deutschland. Die Arbeit leistet damit einen Forschungsbeitrag zur transkulturellen Geschichte des Judentums und ermöglicht Erkenntnisse zur Transformation diasporischer Kondition jüdischer Existenz in der Moderne.

 

us soldiers nazi plunder

NS-Raubkunst: Neue interdisziplinäre Perspektiven in der Provenienzforschung und der Restitutionspraxis im deutsch-französischen Kontext

WORKSHOP TEIL II | DIENSTAG, 10. MÄRZ 2020 | AB 13 UHR | KONFERENZRAUM ADENAUERALLEE 35 53113 BONN

Aufbauend auf dem Treffen von Februar 2019 laden das Büro für Hochschulkooperation der französischen Botschaft in Bonn, die Commission pour l’indemnisation des victimes de spoliations (CIVS), das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und die Mission de recherche et de restitution des biens culturels spoliés de 1933 à 1945 (französisches Kulturministerium) zum Workshop „NS-Raubkunst : Neue interdisziplinäre Perspektiven in der Provenienzforschung und der Restitutionspraxis im deutsch-französischen Kontext“ ein. Kunsthistoriker*innen, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler*innen sowie Soziolog*innen diskutieren u.a. über die heutige Rolle der Provenienzforschung und der Restitutionspraxis und gehen Fragen der Quellenerschließung und des Handels mit NS-Raubkunst nach.

Abgerundet wird der Workshop mit einem Festvortrag von Beate Klarsfeld, in Anwesenheit der französischen Botschafterin, I.E. Anne-Marie Descôtes.

Der Workshop wird auf Deutsch und Französisch abgehalten (Simultanübersetzung durch einen Dolmetscherservice).

Zum Programm

Anmeldung erforderlich bis zum 3. März 2020: kulturassistent@uni-bonn.de

 

Theresienstadt Film

Am 05.02.2020 im Kino arsenal Berlin

Im Rahmen des Projekt-Seminars „Remontagen in der deutschen Nachkriegszeit“ am Institut für Kulturwissenschaft wird der Film THERESIENSTADT. EIN DOKUMENTARFILM AUS DEM JÜDISCHEN SIEDLUNGSGEBIET und THERESIENSTADT SIEHT AUS WIE EIN CURORT (Nadja Seelich und Bernd Neuburger, 1997) sowie Harun Farockis AUFSCHUB (2007) gezeigt.

Zu Gast: Veronika Zangl, Theater- und Literaturwissenschaftlerin (u.a. Poetik nach dem Holocaust. Erinnerungen – Tatsachen – Geschichten, 2009).

Der von der SS konzipierte und produzierte Propagandafilm THERESIENSTADT. EIN DOKUMENTARFILM AUS DEM JÜDISCHEN SIEDLUNGSGEBIET wurde 1944 realisiert. Kurt Gerron, der als prägnante Erscheinung im Film und auf Berliner Bühnen der 20er Jahre bekannt war, wurde gezwungen, die Regie zu übernehmen, an dem darüber hinaus zahlreiche Häftlinge mitwirken mussten. In krassem Gegensatz zur offiziellen antisemitischen Propaganda war der Zweck dieses nur in Fragmenten erhaltenen Films, die NS-Vernichtungs-, Ghetto- und Konzentrationspolitik für ein internationales Publikum sowie für das Rote Kreuz zu verharmlosen.

arsenal. institut für film und videokunst e.V.

diaspora and law

Diaspora and Law: Culture, Religion, and Jurisprudence beyond Sovereignty

Annual Conference of the Selma Stern Center for Jewish Studies Berlin-Brandenburg.

Programm from 17.11.2019 – 19.11.2019

Venue: Stiftung Neue Synagoge – Centrum Judaicum (Opening) / Humboldt-Universität zu Berlin (Conference)
Organized by Liliana Ruth Feierstein (ZJS/HU Berlin) and Daniel Weidner (ZfL/HU Berlin)
Contact: lfeierstein@culture.hu-berlin.de, weidner@zfl-berlin.org

Today, law is no longer homogenous or unquestioned. Different overlapping legal systems constantly interfere with one another, both on an international level, in complex transnational contexts such as the European Union or human rights law, but also in the context of cultural diversity or conflicts between religious norms and civil institutions. On the other hand, the neutrality of law is also under growing pressure, be it from different global transnational players, or from within nation states where calls are made to adapt law to the will of “the people.” The heated European debate on the “refugee crisis” has made it manifest that law is more necessary than ever and yet fundamentally contested, perhaps even caught in contradictions and self-limitations. At the same time, the current perspective on legal problems allows us to address issues of diversity and the role of Europe in the globalized world more clearly. The Selma-Stern Center for Jewish Studies in Berlin-Brandenburg takes these recent developments and debates as a starting point to discuss the pressing question of how to live together in the new millennium and how to figure the long history of law before, besides, and after the dominant paradigm of state law. Continue reading „Diaspora and Law: Culture, Religion, and Jurisprudence beyond Sovereignty“

Comotto

Neuerscheinung: Comic-Biographie von Agustín Comotto

Erschienen bei bahoe books

Mit einem Vorwort von Liliana Ruth Feierstein. Aus dem argentinischen Spanisch von Lea Hübner.

Eine wunderschön in Schwarz und Rot illustrierte Comic-Biographie, welche die Geschichte von Simón Radowitzky (1891–1956) erzählt, einer sanften Seele, die in einer grausamen Welt gefangen ist.

Sein turbulentes Leben beginnt in einem russischen Schtetl, wo ihn die Kinderarbeit und die antisemitischen Pogrome durch Kosaken radikalisieren. Nach der gescheiterten Revolution 1905 flüchtet er nach Argentinien und findet bald Anschluss an die starke anarchistische Bewegung dort. Bei einer Demonstration am 1. Mai 1909 wurden 100 Arbeiter erschossen und Simon Radowitzky beschließt, sich mit einer Bombe am Einsatzleiter Oberst Falcon zu rächen. Es folgen turbulente Zeiten, mit einem langen Aufenthalt als Gefangener in Ushuaia (Patagonien), der Teilnahme an der Spanischen Revolution ab 1936 und der erneuten Flucht nach Mexiko, wo er 1956 stirbt. Comotto recherchierte und zeichnete sechs Jahre an diesem Meisterwerk. Im Anhang finden sich alle verwendeten Quellen und kurze Biographien der historischen Persönlichkeiten.

Trailer zum Buch

matzpen english

Preis zur Förderung herausragender geistes- und sozial- wissenschaftlicher Publikationen

Dr. Lutz Fiedler erhielt für die Übersetzung von „Matzpen, Eine andere israelische Geschichte“ , Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2017“ den im Herbst 2018 verliehenen, Preis zur Förderung herausragender geistes- und sozialwissenschaftlicher Publikationen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Fritz Thyssen Stiftung, dem Wissenschaftsfonds der VG WORT und des Auswärtigen Amts.