Promovierende

Viola Beckmann

Literatur für ein zerstreutes Volk oder Weltliteratur? Esperantoliteratur und ihre Bedeutung für die Entwicklung der Sprache und der Gemeinschaft

Seit ihrem Erscheinen 1887 wird in der Plansprache Esperanto gedichtet, erzählt und übersetzt. Ab Oktober 1922 erschien in Budapest Literatura Mondo, die erste Literaturzeitschrift in Esperanto. Im Titel dieser Zeitschrift wird ein transnationaler Literaturbegriff programmatisch, der als Begriff nicht neu ist, jedoch durch die Verwendung einer Nicht-Nationalsprache neu konzeptionalisiert wird.

Die Dissertation analysiert theoretische und essayistische Texte, die zwischen 1922 und 1949 in Literatura Mondo erschienen sind, im Hinblick auf die Frage, inwieweit die Vorstellung einer “Heimat in der Literatur” als einer genuin jüdischen Vorstellung von unterschiedlichen Autoren mit unterschiedlichen Prämissen adaptiert wird.

Alisa Jachnowitsch

Kulturarbeit als Ausdruck diasporischen Selbstverständnisses. Das Comité Central Israelita de México (1938-1980)

Doktorandinn am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, Humboldt-Universität zu Berlin

Profil am Selma Stern Zentrum

Norman Salusa

„Über Krieg und Katastrophe. Jüdische Rotarmisten berichten in öffentlichen Briefen (1941-1945)“

Doktorand am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, Humboldt-Universität zu Berlin

Jüdische Rotarmisten berichten in öffentlichen Briefen (1941-1945)“. Hierbei soll einerseits untersucht werden, welcher Sprachmuster sich Soldaten der Roten Armee als frühe Chronisten der Massenvernichtung der europäischen Juden bedienen und andererseits wie durch das Briefeschreiben an sowjetische Intellektuelle und Zeitschriften die Möglichkeit von Öffentlichkeit und politischen Handeln im stalinistischen System ausgelotet wird.

Profil am Selma Stern Zentrum

Franziska Homuth

Religiöse Ethik und Geschlecht als Variablen bei der Professionalisierung von Fürsorge und Wohlfahrt. Ein Transatlantischer Vergleich. Bertha Pappenheim und Jane Addams als Professionsgründerinnen in der Fürsorgearbeit

Es soll am Beispiel von zwei Gründerinnen der Sozialen Arbeit gezeigt werden, welchen Einfluss Geschlecht und religiöse Ethik auf die Professionalisierung von Fürsorgearbeit hatten. Dafür werden in einem transatlantischen Vergleich Briefe, Veröffentlichungen und Notizen dieser beiden Protagonistinnen untersucht und den „Echos religiöser Ethik“ in ihren Schriften nachgespürt.

Laurent Quint

L’écho du paradis perdu. Kulturelle und religiöse Identität algerischer Juden in Frankreich.

Die Dissertation untersucht die literarische, philosophische und filmische Auseinandersetzung algerischer Juden mit ihrer Lebenswelt in Frankreich.

Ellen Rinner

Aby M. Warburg und die „verborgene Tradition“. Der Einfluss jüdischer Kultur und Kulturtheorie auf die Entwicklung der „neuen kulturwissenschaftlichen Methode“

Seit Mai 2018 promoviert sie bei Prof. Dr. Liliana Feierstein mit einer Arbeit zu jüdischen Dimensionen von Aby M. Warburgs kulturwissenschaftlicher Methode. Seit September 2018 ist sie Doktorandin des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg am Seminar für Katholische Theologie der Freien Universität und Mitglied der Forschungsgruppe „Bilderverbot und Theorie der Kunst“ unter der Leitung von Dr. Beniamino Fortis.

Profil am Selma Stern Zentrum

Doreen Röseler

„Es ist kein einzig Wort geblieben das nicht im Schmelzofen des Schmerzes verbrannte.“* 

Trauma, Sprache und Übersetzung in den Werken von  Aharon Appelfeld und deren Rezeption in Deutschland

Das Dissertationsprojekt bezieht sich auf die siebzehn in die deutsche Sprache übersetzten Werke des Autors und deren Rezeption in Deutschland. Die Werkanalyse reflektiert die Transformationsprozesse der traumatischen Verlust- und Verfolgungserfahrungen während der Shoah und deren sprachlicher Symbolisierung unter Berücksichtigung des Spannungsverhältnisses der deutschen und hebräischen Sprache. Dies schließt den Translationsprozess und die Rolle des Übersetzers mit ein, da durch die „Rückübersetzung“ in die deutsche (Appelfelds Mutter-) Sprache, dem Leser in Deutschland ein Perspektivwechsel sowie ein Zugang zu den kollektiven Erinnerungen seitens der Opfer und eine emotionale Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit über mehrere Generationen hinweg ermöglicht wird.

*„Der Mann, der nicht aufhörte zu schlafen“, Aharon Appelfeld, 2012