Allgemein

Honigqualität und Vermarktung sind heute zwei Begriffe, die nicht zu trennen sind. Die Gesetzgebung, d. h. das Lebensmittelgesetzt, wurde auch im Bereich Honig novelliert und den Vorgaben der Europäischen Gemeinschaft angepasst (Council-directive-2001/110EC, 2002). Der Deutsche Imkerbund (D.I.B.), eine Reihe regionaler Qualitätssiegel oder die Richtlinien für Ökoprodukte setzen noch strengere Kriterien voraus. Da in Deutschland der überwiegende Teil der Imkerschaft Hobby- und Nebenerwerbsimker sind, können die meisten nicht auf der Preisebene der Importhonige aus dem Ausland konkurrieren, wohl aber mit ihrer Qualität. Geprüfter Qualitätshonig steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Imker, da auch die Kunden zunehmend Wert auf kontrollierte, zertifizierte Qualität bei Lebensmitteln legen.

Honig ist im Gegensatz zu vielen anderen Lebensmitteln ein Naturprodukt mit einer Vielzahl von Inhaltsstoffe. Seine Zusammensetzung und Qualität wird zwar entscheidend durch den Nektareintrag von einer unendlichen Vielfalt von Pflanzen in verschiedensten Kombinationen bestimmt, doch müssen auch äußere Faktoren wie Witterungseinflüsse, Bodenqualität, imkerliche Maßnahmen u. a. berücksichtigt werden. Die Untersuchung der Honigqualität ist seit vielen Jahren ein Forschungsschwerpunkt im LIB. Dabei wurde nicht nur besonderer Wert auf die Entwicklung neuer Analysemethoden gelegt, um besonders den regional ansässigen Imkern eine kostengünstige Honiganalytik bieten zu können, sondern auch auf die Untersuchung von Honiginhaltsstoffen. Neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet können dazu genutzt werden, den Imkern Hilfestellung zu leisten, ihre Honigqualität noch zu verbessern oder neue Wege der Vermarktung zu beschreiten. Dazu gehört auch die Bestimmung z.B. der pflanzlichen und damit auch geografischen Herkunft von Honigen. Gerade regionale Produkte erfreuen sich steigender Nachfrage. Denn mit dem Nektar gelangen auch Pollenkörner der Pflanzen, die die Bienen besucht haben, in ihre Honigblase. Da man diese später im Honig wieder findet, wird das Pollenbild einer Honigprobe dazu genutzt, die botanische und geografische Herkunft zu bestimmen. Der Honig kann daher auch als Indikator für die Bestäubung bzw. das Auftreten der verschiedenen Pflanzen in einer Region dienen.

Ca. 10.500 Honigproben wurden in den letzten 14 Jahren analysiert und sind Bestandteil der Forschungsprojekte im Bereich Honiganalytik.

Infrastruktur Honiglabor:

  • MilkoScan FT 120 (FTIR; Foss)
  • HPLC (Detektor PDA, RID und Fluoreszenz; Shimadzu)
  • Mikroskop mit Kamera und Zweitbeobachter (Olympus BX 61)
  • Refraktometer


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