Allgemein

Die Aus- und Weiterbildung ist seit jeher Bestandteil der Arbeit des Instituts. Um jedoch dem stark gewachsenen Bedarf besser gerecht zu werden, wurde hierfür Ende 2007 ein gesonderter Arbeitsbereich eingerichtet. Die Leitung obliegt dem Landwirtschaftslehrer und Imkermeister Dr. Jens Radtke, der zuvor in verschiedenen Bereichen rund um die Imkerpraxis tätig war und nach wie vor ist. Hierzu zählen insbesondere die Bienengesundheit, Imkereitechnik, Bestäubungsleistung und Honigqualität.

Das Problem: Die Bienenhaltung ist in Deutschland über Jahrzehnte hinweg stark zurückgegangen. Wurden in den 1950er Jahren noch über 2 Millionen Bienenvölker gehalten, sind es derzeit noch gut 1/3. Doch die Bestäubung der Blüten durch Insekten ist bei 80 % unserer Pflanzenarten eine notwendige Voraussetzung für die Bildung von Früchten und Samen. Früchte an Bäumen und Sträuchern (z.B. Äpfel, Kirschen, Himbeeren) dienen sowohl uns Menschen als auch vielen Tieren als Nahrung und bilden somit die Basis vieler Nahrungsketten. Samen sichern zudem die Erhaltung der Vielfalt an Pflanzenarten. Aufgrund ihrer Eigenschaften ist die Honigbiene ein hervorragender universeller und jederzeit einsatzfähiger Bestäuber.

Vielfältige Bemühungen der Imkerverbände konnten den geradezu dramatischen Rückgang der Bienenhaltung nicht aufhalten. Andererseits lässt sich beobachten, dass sich in den Vereinen, die vor Ort Öffentlichkeitsarbeit betreiben und Interessenten unterstützen, die Mitgliederzahl stabilisiert oder sogar deutlich erhöht. In unseren Recherchen wurde jedoch einerseits das Fehlen entsprechender Handlungsanleitungen beklagt andererseits konnten wir einen Mangel an Eigeninitiative beobachten.

Ziel ist es daher, die Eigeninitiative der Imker(-vereine) anzuregen und gezielt zu unterstützen – als Hilfe zur Selbsthilfe. Dadurch soll mit vergleichbar geringem Aufwand eine hohe Breitenwirksamkeit mit nachhaltigem Nutzen erzielt werden. Schwerpunkte sind daher die Entwicklung und Erprobung von Lehrmaterial, die Aus- und Weiterbildung von Multiplikatoren, die Schulungstätigkeit und die Schaffung von Konsultationsmöglichkeiten.

Die Zahlen des Deutschen Imkerbundes e.V. belegen inzwischen den Erfolg: In den vom LIB betreuten Bundesländern fällt die Bilanz der Imker- und Völkerzahl mit einem deutlichen Anstieg beider Zahlen erheblich besser aus als in den übrigen Bundesländern.



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