„Eichmann in Jerusalem“ reconsidered: Zu Geschichte, Wirkung und Kontroverse von Hannah Arendts „Bericht über die Banalität des Bösen“

PD. Dr. Lutz Fiedler

Seminar (Link zu Agnes)

„Eichmann in Jerusalem“ zählt zu Hannah Arendts bekanntesten wie umstrittensten Texten. Bereits unmittelbar nach dessen Erstveröffentlichung in der Zeitschrift The New Yorker (1963) wurde ihr Bericht über den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem 1961 zum Auslöser einer heftig geführten Debatte. Ihre Charakterisierung der Person Eichmanns, das Wort von der „Banalität des Bösen“, vor allem aber ihre Darstellung der Rolle der Judenräte während des Holocaust ernteten scharfen Widerspruch, der sich in Gershom Scholems Diktum, Arendt ermangele es an Ahavat Israel, verdichtete. Continue reading „„Eichmann in Jerusalem“ reconsidered: Zu Geschichte, Wirkung und Kontroverse von Hannah Arendts „Bericht über die Banalität des Bösen““

Jüdisch-Sein, Arabisch-Werden

Prof. Dr. Galili Shahar (Gastprofessor)

Vorlesung (Link zu Agnes)

Die Vorlesung untersucht die Affinitäten zwischen der jüdischen und der arabischen (bzw. muslimischen) Kultur. Dabei wird die kulturelle Erfahrung von Jüdinnen und Juden im Al-Andalus, im Maschriq (Nahost), im Maghreb (Nordafrika), in Israel-Palästina sowie im heutigen Europa im Kontext jüdisch-arabischer Verhältnisse diskutiert. Diese Erfahrung ist geprägt von Spaltung und Zusammengehörigkeit – von Riss und Fuge. Continue reading „Jüdisch-Sein, Arabisch-Werden“

Kontroversen über den israelisch-palästinensischen Konflikt

PD. Dr. Lutz Fiedler

Seminar (Link zu Agnes)

Jenseits des realen Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern ist der Konflikt im Nahen Osten auch ein Teil der akademischen und öffentlichen Debatte. Gestritten wird über die Deutung der Ereignisgeschichte selbst – insbesondere den israelisch-arabischen Krieg 1947-49 –, über Frage nach dem Charakter und der Deutung des israelisch-arabischen Konflikts, über möglichen Szenarien seiner Regulierung – eine Ein-Staaten-Regelung oder eine Zwei-Staaten-Regelung, aber auch um die Legitimität, Grenzen und Räume der Kritik in der Debatte. Doch auch Fragen danach, inwiefern Bilder und Erfahrungen der Vergangenheit, von Nationalsozialismus und Holocaust Einfluss auf die Debatte nehmen, sind umstritten. Continue reading „Kontroversen über den israelisch-palästinensischen Konflikt“

Lektüreseminar „Dialektik der Aufklärung“

Dr. Ellen Rinner

Seminar (Link zu Agnes)

„Was wir uns vorgesetzt hatten, war tatsächlich nicht weniger als die Erkenntnis, warum die Menschheit, anstatt in einen wahrhaft menschlichen Zustand einzutreten, in eine neue Art von Barbarei versinkt.“

Mit dieser ungebrochen drängenden Frage beginnen Theodor W. Adorno und Max Horkheimer ihr gemeinsames Hauptwerk, die „Dialektik der Aufklärung“. Entstanden im amerikanischen Exil in den Jahren 1939 bis 1944, unterziehen Adorno und Horkheimer angesichts des Faschismus und der Shoah in ihrem Werk den europäischen Zivilisationsprozess einer radikalen Kritik. Ausgehend von ihrer Grundthese der unauflöslichen Verschlingung von Mythos und Rationalität verschränken sie in der „Dialektik der Aufklärung“ Kulturphilosophie, Autoritarismus- und Kapitalismuskritik mit einer der bis heute einflussreichsten Antisemitismustheorien. Continue reading „Lektüreseminar „Dialektik der Aufklärung““

Visions of social justice, utopia and the common good in Judaism, Christianity and Islam

Dr. Silvana Kandel Lamdan

Seminar (Link zu Agnes)

This seminar examines philosophical conceptions of social justice, utopian thought, and the common good as they emerge from and traverse the Abrahamic intellectual traditions. Beginning with foundational texts (Hebrew Bible, New Testament, Qur’an) as philosophical sources, we trace how concepts of justice, collective flourishing, and ideal social ordering have been theorized across medieval, early modern, and modern periods. Continue reading „Visions of social justice, utopia and the common good in Judaism, Christianity and Islam“