BA- und MA- Kolloquium

Prof. Dr. Liliana Ruth Feierstein

Link zu AGNES

“Eichmann in Jerusalem” reconsidered: Zur Geschichte, Wirkung und Kontroverse von Hannah Arendts “Bericht von der Banalität des Bösen”

Dr. Lutz Fiedler und Prof. Dr. Michael Wildt

Seminar (Link zu AGNES)

„Eichmann in Jerusalem“ zählt zu Hannah Arendts bekanntesten wie umstrittensten Texten. Bereits unmittelbar nach dessen Erstveröffentlichung in der Zeitschrift The New Yorker (1963) wurde ihr Bericht über den Prozess gegen Adolf Eichmann in Jerusalem 1961 zum Auslöser einer heftig geführten Debatte. Ihre Charakterisierung der Person Eichmanns, das Wort von der „Banalität des Bösen“, vor allem aber ihre Darstellung der Rolle der Judenräte während des Holocaust ernteten scharfen Widerspruch, der sich in Gershom Scholems Diktum, Arendt ermangele es an Ahavat Israel, verdichtete. Im Seminar wollen wir uns dieser historischen Konstellation aus unterschiedlichen Perspektiven annähern. Zu Beginn werden wir uns Hannah Arendt selbst und ihren ersten Texten zu Nationalsozialismus und Judenvernichtung zuwenden, die sie bereits unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs angefertigt hat. Im zweiten Teil des Seminars wird der Verlauf des Eichmann-Prozesses in Beziehung zu Hannah Arendts Prozessbericht, dessen Inhalt ebenso wie dessen vielfältige Bearbeitungsgeschichte zum Gegenstand. Zuletzt diskutieren wir schließlich einer Auswahl an Reaktion auf Arendts Text, um dadurch die zentralen Themen der vergangenen Kontroverse sichtbar zu machen.

Da das Seminar, das in Kooperation mit dem Institut für Geschichte durchgeführt wird, nur eine begrenzte Teilnehmer*innenzahl erlaubt, wird um eine Voranmeldung unter fiedlelu@hu-berlin.de gebeten.